. & 5 ; Fr 5 f * na « = . . e: “ . ı - - es“ - “2. ” ı Rt ge [2 P
a KR 2 Eat nee et,
zeer vr
‚ehe ee Eee,
+4 oe IB Irair
“ een, jeinete
Tee
Kae
a ee al
ver nem: ie 7
eng Panne a RE ET
HER .
a R
E32
DH RT
ufıte Meurer, = weienee Sant
2 a aien erh e Wir,
. B r 2 5 . * i . . R 5 A ” 5 - = * ir D D . - nn - . - A \ Er ı 2 5 2) ”% 4 - - . = Ü a n > - .. =
- “ De rate wetsigren &
ER: 9 >
NUNC COGNOSCO EX PARTE
>>
7
THOMAS J. BATA LIBRARY TRENT UNIVERSITY
Digitized by the Internet Archive in 2019 with funding from Kahle/Austin Foundation
https://archive.org/details/etymologischeswo0000klug
Friedrich Kluge Etymologisches Wörterbuch
Friedrich Kluge
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache
22. Auflage unter Mithilfe von Max Bürgisser und Bernd Gregor völlig neu bearbeitet von
Elmar Seebold
W
DIE
U
Walter de Gruyter : Berlin : New York 1989
ie 35 4., 35 (x: I &” D 10m il,
20. 21%
und 2. Auflage ko} unveränderte Auflage
verbesserte Auflage
verbesserte Auflage
verbessertc und vermehrte Auflage, davon zweiter Abdruck 1905 verbesserte und vermehrte Auflage (seitdem mit Alfred Götze) verbesserte und vermehrte Auflage
durchgesehene Auflage
vermehrte und verbesserte Auflage
Auflage, mit Unterstützung von Wolfgang Krause bearbeitet von Alfred Götze, unverändert bis 14. Auflage 1948
. Auflage, Friedrich Kluge/Alfred Götze, Etymologisches Wörterbuch der
deutschen Sprache (unter Mithilfe von Hans Krahe besorgt von Alfred Schirmer)
. Auflage, unveränderter Nachdruck
. Auflage unter Mithilfe von Alfred Schirmer bearbeitet von Walther Mitzka . Auflage bearbeitet von Walther Mitzka
. Auflage bearbeitet von Walther Mitzka
Auflage bearbeitet von Walther Mitzka unveränderte Auflage
CIP-Titelaufnahme der Deutschen Bibliothek
Kluge, Friedrich: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache / Friedrich Kluge. Unter Mithilfe von Max Bürgisser u. Bernd Gregor völlig neu bearb. von Elmar Seebold. — 22. Aufl. — Berlin ; New York : de Gruyter, 1989
ISBN 3-11-006800-1 NE: Seebold, Elmar [Bearb.]; HST
© Copyright 1989 by Walter de Gruyter & Co., D-1000 Berlin 30
Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt.
Jede Verwertung außcrhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne
Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für
Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und
Verarbeitung in elektronischen Systemen. Printed in Germany
Schutzumschlag: Rudolf Hübler Satz und Druck: Arthur Collignon GmbH, Berlin Buchbinderische Verarbeitung: Thomas Fuhrmann KG, Berlin
Inhalt
Foroneund Dank Gere yetr 2.2... na vu ZusEimschume des worterbuchs 2 2 2% XI em Des tan n n XI Aulbausdereinzelnen lemmata nn XII BecisiezunehrAusweriun nen: XI Enunimendie lemnmolemer zer ee XIV PN Se AO are Bee XIV Allsememes@lTscehopiung a... ee ee en XV NNonibilduness see ae nee nee XVI Splalktsehegkueunsen es... nenne XXI SElanulseheBestiiisschoplüme 2 0.2.00 ve Sue XXI izle ee Eon XXH Ente hnmleeme ee XXI DER NV OLle Bra XXIV (Gnemankuille, Ze ee ee XXVI Leitende 2 N RO ERTEILT XXIX ZeiilichesVerhaltmssem en een ea XXXlI Hager PS ee XXXIUI
Transkription fremder Alphabete — Lautzeichen .... XXXVIl
|Dhabeusche Ordnungen: XXXVI Inansknlong rennen ae XXXVI Allgemein verwendete diakritische Zeichen ....... 2. cr: XXXVH Besonderheiten in den Einzelsprachen ..........crcr0e.. XXXVI Abkürzungen und allgemeine Literaturangaben ..... El Allgemeine Abkürzungen ..... cc. ..croceeneneennen XLI Abkürzungen der Sprachbezeichnungen ...... re rer- XLI Abkürzungen der Zeitschriften und Reihen ......... cr... XLIV Abgekürzt zitierte Literatur — Wörterbücher und Nachschlage-
made u ee ee LII
Vorwort
Am 14. und 15. September 1982 fand in Wolfenbüttel auf Einladung von Helmut Henne und Karl Stackmann ein Arbeitsgespräch über die Zukunft des Etymologischen Wörterbuchs der deutschen Sprache von Friedrich Kluge und des Deutschen Wörterbuchs von Hermann Paul statt. Beide Wörterbücher, die sich lange Zeit als unentbehrliche Grundlagenwerke der Germanistik und als anerkannte Nachschlagewerke der an der deutschen Sprache Interessierten bewährt hatten, waren ohne Bearbeiter, und die letzten Auflagen veralteten in bedenklichem Maße. Deshalb sollten im Einvernehmen mit den Verlegern der beiden Werke die Möglichkeiten einer möglichst raschen Neubearbeitung erörtert werden.
Für die Bearbeitung des KLUGE wurde ich vorgeschlagen; und da ich mich bereits ausführlich mit der Etymologie der deutschen Sprache, wie auch mit etymologischen Fragen allgemeiner Art befaßt hatte und nicht ungern meine Überlegungen in einen größeren und systematischen Rahmen gestellt hätte, sagte ıch zu.
Die Planung mit dem Verlag zielte auf zwei Projekte:
1. Eine Bearbeitung des KLUGE, die hier nun vorgelegt wird. Diese Bearbeitung ist insofern ein völlig neues Buch, als der Lemma-Bestand grundlegend systema- tisıert worden ist, und alle Artikel nach einem festen Schema aufgebaut und neu geschrieben sınd. Alles nach dem neueren Stand der Forschung Fragwürdige ist ausgeschieden worden, im ganzen wird ein wesentlich stärker zurückhaltender Standpunkt eingenommen. Daß neuere Überlegungen auch dann, wenn sie stärker hypothetisch sind, dennoch berücksichtigt werden, ist in der Natur eines Buches begründet, das auch ein Forschungsinstrument sein soll.
Was die Neubearbeitung aber nicht bringen kann, ist eine Aufarbeitung jedes Artikels nach dem neuesten Forschungsstand, gegebenenfalls unter Einsatz eigener Forschungsarbeit, und wirklich vollständige oder Vollständigkeit an- strebende Literaturangaben, denn dafür hätten die zur Verfügung stehende Zeit und der zur Verfügung stehende Raum um ein Vielfaches überschritten werden müssen.
Die Neubearbeitung hat sich dem Zug der Weiterentwicklung der Technik angepaßt, indem sie von uns mit Hilfe der elektronischen Textverarbeitung geschrieben und korrigiert worden ist. Dies hat es hoffentlich ermöglicht, die Zahl der bei einem solchen Werk leicht in unangenehme Größenordnungen wachsenden Druckfehler einzuschränken und diese vielleicht sogar zu verhin- dern. Außerdem hat uns die moderne Technik ermöglicht, das Material des Wörterbuchs in einer Datenbank zu erfassen. Diese wird uns Wort- und Sachregister für das Wörterbuch liefern und eine historische Analyse des deutschen Wortschatzes (so weit er im KLuGe erfaßt ist) ermöglichen. Diese Teile sollen in einem Begleitband des KLUGe veröffentlicht werden.
Vo Vorwort
Die Grundlage des Textes bildete die 21. Auflage des KLuGeE. Besonders bei den Fremdwörtern haben wir den Etymologie-Duden und das Deutsche Wörterbuch von Weigand/Hirt verglichen. Ferner haben wir ziemlich systema- tisch herangezogen das Deutsche Fremdwörterbuch von Schulz/Basler, soweit vorhanden das Deutsche etymologische Wörterbuch von Hiersche (1986 ff.) und das Etymologische Wörterbuch des Althochdeutschen von Lloyd/Springer (1988 ff.), bei Bedarf das Grimmsche Wörterbuch (DWB), Trübners Deutsches Wörterbuch und das Große Wörterbuch der deutschen Sprache von DUDEN.
2. Nach der hier vorgelegten Neubearbeitung des KLUGE wird ein Etymologi- sches Wörterbuch der deutschen Sprache in Angriff genommen, das allen wissen- schaftlichen Ansprüchen genügen soll und das nicht räumlich begrenzt sein wird. Der KLuGe soll als einbändiges Wörterbuch, das die Ergebnisse des größer angelegten Wörterbuchs in seinem Rahmen aufnimmt, beibehalten und fortgeführt werden.
Ich habe mich bei dieser Neubearbeitung auf Hilfe und Mitarbeit von verschiedenen Seiten verlassen können — worüber der nächste Abschnitt Re- chenschaft geben wird. Das Ausmaß der Mitarbeit von Dr. Bernd Gregor (verantwortlich für die Fremdwörter und die EDV-Anlage) und Dr. Max Bürgisser (verantwortlich für Planung, Aufbau und Redaktion) läßt es dabei als angemessen erscheinen, sie als Mitarbeiter in den Titel aufzunehmen. Die Verantwortung für die gesamte Neubearbeitung liegt aber dennoch bei mir.
Dank
Über den Anteil des Wolfenbütteler Kolloquiums und des Verlags de Gruyter ist im Vorwort das Wichtigste gesagt worden. Besonderen Dank verdienen dabei Herr Kollege Helmut Henne für seine wissenschaftliche Beratung und Herr Prof. Wenzel vom de Gruyter Verlag als verständnisvoller Verhandlungs- partner und geduldiger Mahner.
Der Text selbst wurde von den Bearbeitern verfaßt und dann von studenti- schen Hilfskräften in den Computer eingegeben. Von diesen haben längere Zeit an dem Projekt mitgearbeitet: Ruth Fahrmair, Cornelia’ Gindele, Beate Keeser, Olga Klenner, Elke Link, Bernhard Meisinger, Imke Menzel, Liu Yeong-Jiann. Bernhard Meisinger hat sich dabei zum unentbehrlichen EDV-Spezialisten entwickelt.
Die langwierige Kontrolle und Korrektur hat vor allem Petra Seifert MA getragen, sie war zusammen mit Dr. Max Bürgisser für die Redaktion des KLUGE verantwortlich. Die Verweise wurden von Karin Bausewein MA korri- giert. Außerdem arbeiteten Wolfgang Schindler MA (Markierungen) und Al- brecht Rauch MA (Allgemeines) mit.
Als Berater für die Wiedergabe von Material fremder Sprachen haben uns dabei geholfen: Prof. Dr. Paul Kunitzsch für Arabisch, Persisch und Türkisch; dann Prof. Dr. Georg Bossong für Tupi und Guarani, Prof. Dr. Martin Camaj für Albanisch, Wolfgang Hock MA für Armenisch, Jani Kuhnt-Saptodewo für Indonesisch (Malayisch), Dr. Konrad Meissner für neuere indische Sprachen, und Dr. Ilaria Weise-Furno für romanische Sprachen. Bei jiddischen und
Dank IX
rotwelschen Formen griffen wir auf die Magisterarbeit Hebraismen im Deut- schen von Israela Klayman zurück. — Beratung in unzähligen Einzelfällen haben wir auch von zahlreichen Kollegen, Bekannten, Freunden und Studenten erhalten, die hier nur pauschal erwähnt werden können.
Die ersten kritischen Leser des Gesamtwerks waren — neben den Herausge- bern — Prof. Dr. Heinrich Hettrich, München, jetzt Würzburg (vom Stand- punkt des Indogermanischen aus); Hertha Seebold, Andechs (vom germanisti- schen Standpunkt aus) und Diplomphysiker Reg. Dir. i.R. E. A. Hampe, München (vom Standpunkt des ‚interessierten Laien‘ aus). Sie haben uns auf zahlreiche Druckfehler, Unrichtigkeiten, Stilmängel und anderes aufmerksam gemacht.
Der Verlag de Gruyter hat uns bei der Anschaffung einer Spezialbibliothek geholfen und hat die Anschaffung der EDV-Anlage finanziert. Die Förderung der Auswertung unseres Materials durch ein DFG-Projekt ist durch die damit verbundenen Kontrollen und Korrekturen auch dem Wörterbuch zugute ge- kommen. Auch die Ludwig-Maximilians-Universität München hat das Werk wohlwollend unterstützt.
Allen Genannten und den vielen Ungenannten gilt unser herzlicher Dank. Wenn die neue Auflage des KLUGE eine wesentliche Verbesserung geworden ist, dann haben sie daran einen nicht geringen Anteil. Die Verantwortung für das Ganze bleibt dessen ungeachtet beı mir.
München, im Aprıl 1989 Elmar Seebold
Zur Einrichtung des Wörterbuchs
Lemma-Bestand
Der KLuge enthielt in seiner alten Fassung a) eine praktisch vollständige Erfassung des standardsprachlichen Erbwortschatzes, b) eine ganz unzuläng- liche (wenig umfangreiche und ganz unsystematische) Erfassung des standard- sprachlichen Fremdwortschatzes, und c) eine ziemlich umfangreiche, wenn auch nicht systematische Erfassung des peripheren Wortschatzes, d.h. der archaischen, regionalen und fachsprachlichen Wörter. In der vorliegenden Bearbeitung wurde versucht, den Standard-Wortschatz möglichst systematisch zu erfassen — wir haben also den standardsprachlichen Erbwortschatz so weit nötig korrigiert und den standardsprachlichen Fremdwortschatz praktisch neu erarbeitet.
Der periphere Wortschatz ıst beim heutigen Stand der deutschen Lexikogra- phie nicht systematisch zu erfassen, da seine Berücksichtigung aber zu den Merkmalen des KLUGe gehört, die nicht aufgegeben werden sollten, haben wir den alten Bestand praktisch beibehalten und vorsichtig in Richtung auf eine systematischere Behandlung ergänzt, d.h. wir haben schlecht vertretene Bereiche erweitert und zu stark vertretene Bereiche (Seemannssprache, Studen- tensprache) reduziert. Alle Bestandteile des peripheren Wortschatzes wurden als solche markiert (d. h. als archaisch, regional, fachsprachlich oder umgangs- sprachlich). Bei der Kontrolle des Lemma-Bestandes sind wir vom Bestand des UNIVERSAL-DUDEN (DUDEN DEUTSCHES UNIVERSALWÖRTERBUCH, ed. G. Drosdowski, Mannheim 1983) ausgegangen, ohne aber diesen pauschal und ın gleichem Umfang zu übernehmen.
Bei der Wolfenbütteler Tagung (s. Vorwort) wurde vereinbart, den KLUGE auf die Etymologie im Sinne der Untersuchung der Herkunft der Wörter zu beschränken, während der PAuL die Wortgeschichte stärker betonen sollte. Aus diesem Grund wurde auf die Behandlung durchsichtiger Wörter verzichtet, auch wenn sie geschichtlich durchaus behandelnswert gewesen wären. Im Prinzip sind also Wörter wie Waschbecken oder Abendröte, die jeder Sprecher als ‚Becken zum Waschen‘ und ‚Röte am Abend‘ erklären kann, nicht aufgenommen. Kleinere Inkonsequenzen sind in Kauf genommen worden, etwa wenn ein Wort zwar durchsichtig, aber schon alt ist (z.B Fliege zu fliegen) oder wenn bei seiner Bildung Fremdeinflüsse zu vermerken sind (etwa Dampfer).
Diese Beschränkung hatte zugleich Folgen für die Aufnahme der Wortbil- dungselemente. An sich sollte die Etymologie von Präfixen und Suffixen ın der historischen Wortbildungslehre behandelt werden und nicht in einem Wörter- buch. Wenn aber die Durchsichtigkeit zum Abgrenzungskriterium erhoben wird, dann sollten auch die Mittel bereit stehen, um diese Durchsichtigkeit feststellen zu können. Aus diesem Grund haben wir die wichtigsten Wortbil- dungselemente ebenfalls in das Wörterbuch aufgenommen, bzw. sie beibehalten.
Xu Zur Einrichtung des Wörterbuchs
Ausgeschieden bzw. nicht aufgenommen wurden schließlich auch alle Namen und Namen-Elemente — nicht, weil wir sie für unwichtig oder uninteressant hielten, sondern weil ihre Behandlung so wichtig und so schwierig ist, daß sıe nicht nebenher in einem Wörterbuch mit anderer Zielsetzung erbracht werden kann. (Zu einigen weiteren Bemerkungen über den Lemmabestand vgl. die ‚Einführung in die Terminologie‘ unter 1.1, 1.2 und 4.1).
Aufbau der einzelnen Lemmata
1. Im Kopf des Lemmas stehen folgende Angaben: Die neuhochdeutsche Lexikonform; grammatische Angaben (Genus, starkes oder schwaches Verb usw.) und falls notwendig die Bedeutung, die Markierung der Sprachschicht (archaisch, regional, fachsprachlich, umgangssprachlich) und Angaben zur heu- tigen Verbreitung bei regional beschränkten Wörtern. Die Bedeutungsangaben sind nicht als Bedeutungsbeschreibungen gedacht, sondern als Identifizierungs- hilfen, etwa bei Homonymen oder bei seltenen Wörtern.
2. Angaben bei Erbwörtern aus älterer Zeit: a) Die mittelhochdeutsche, althochdeutsche und altsächsische Form (Althoch- deutsch und Altsächsisch gelten als regionale Ausprägungen derselben Sprache). Ist eine altsächsische Entsprechung nicht vorhanden, wohl aber eine mittelnie- derdeutsche oder mittelniederländische, so werden diese Formen aufgeführt. b) Die germanische Grundform mit grammatischen Angaben und Bedeutung; dann die Formen der anderen germanischen Sprachen, in denen das Wort bezeugt ist. Ist das Wort nicht gemein-germanisch, so wird die erschlossene Form als westgermanisch oder vordeutsch bezeichnet (westgermanisch, wenn mindestens eine altenglische Entsprechung vorhanden ist; sonst vordeutsch. Die Zugehörigkeit friesischer Wörter muß von Fall zu Fall beurteilt werden). Aus Gründen der Systematik gilt ein Wort als germanisch, wenn es außer im Deutschen noch im Gotischen oder in einer nordischen Sprache bezeugt ist. An dieser Stelle werden nur die ältesten Stufen der germanischen Sprachen berücksichtigt (zu den jüngeren vgl. 5a). c) Die indogermanische Grundform mit grammatischen Angaben und Bedeu- tung. Falls ein Wort nicht gemein-indogermanisch ist, wird es als west-europä- isch (germanisch + keltisch oder italisch), ost-europäisch (germanisch + baltisch oder slavisch), west/ost-europäisch (germanisch + mindestens eine Sprache aus beiden zuvor genannten Gruppen) oder europäisch (germanisch + griechisch oder armenisch oder albanisch und gegebenenfalls weitere europä- ische Sprachen) bezeichnet oder bleibt unbezeichnet. Aus systematischen Grün- den gilt als indogermanisch eine Gleichung, die germanische und arische oder hethitische oder tocharische Formen umfaßt. Untypische oder sonstwie beson- dere Beleglagen können als voreinzelsprachlich bezeichnet werden. Die genann- ten Bezeichnungen sind lediglich Beschreibungen der mit ihnen definierten Verbreitung und schließen keinerlei sprachgeschichtliche oder andere Annah- men in sich.
Wenn das Belegmaterial reich genug ist, wird lediglich Hethitisch, Altindisch, Tocharisch, Griechisch, Lateinisch, Altirisch (gegebenenfalls modernes Kym- risch), Litauisch und Altkirchenslavisch aufgeführt. Andere Sprachen nur, wenn
Register und Auswertung XII
sie besondere Aufschlüsse bieten oder das Material der regelmäßig geführten Sprachen versagt.
d) Läßt sich das Wort als Ableitung zu einem Grundwort (oder als Zusammen- setzung) erklären, wird der semantische Bildungstyp und die Grundlage genannt (z. B. Faktitivum zu ig. ...), außerdem wird normalerweise das Benennungsmo- tiv erläutert. Kann kein Grundwort festgestellt werden, wird Herkunft dunkel (0. ä.) vermerkt; entsprechend Benennungsmotiv dunkel.
e) Es können weitere Bemerkungen zu Lautstand, Morphologie, Semantik, Beleglage oder Wortgeschichte folgen, falls dies als notwendig erscheint.
3. Angaben zu Bestandteilen des Erbwortschatzes aus jüngerer Zeit: a) Zeit und Typ der Bildung, Grundwort. b) Benennungsmotiv und Besonderheiten.
4. Angaben zu Entlehnungen:
a) Zeit der Entlehnung, Herkunftssprache und gegebenenfalls vermittelnde Sprache.
b) Kurze etymologische Erklärung des Wortes in der Herkunftssprache.
c) Verweis auf zugehörige Entlehnungen.
5. Verweisteil:
a) Entsprechungen in den modernen germanischen Sprachen, und zwar Neu- Niederländisch, Neu-Englisch, Neu-Schwedisch und Neu-Isländisch.
b) Mit vgl. wird auf semantisch oder sachlich zugehörige Einträge verwiesen; mit s. auf etymologisch zugehörige. Ein (+) weist darauf hin, daß unter dem betreffenden Lemma weitere Verweise zu finden sind.
c) Literaturhinweise. Alle Literaturhinweise wurden geprüft, doch konnten Neueinträge nur in beschränktem Umfang vorgenommen werden. Wir hoffen aber, die wichtigsten Angaben der modernen Forschungsliteratur erfaßt zu haben.
Register und Auswertung
Ein Begleitband mit vollständigen Registern und einer Auswertung der Angaben des Wörterbuchs (systematische Gliederung nach Entstehungszeit, Sachregister usw.) ist in Vorbereitung und wird unter dem Titel
Elmar Seebold: Register und Auswertung zur 22. Auflage des Etymologischen Wörterbuchs von Friedrich Kluge
erscheinen.
Einführung ın die Terminologie*
0. Dieses Wörterbuch ist für alle diejenigen geschrieben, die wissen wollen, woher die Wörter der deutschen Sprache kommen — deshalb haben die Verfasser nach Kräften versucht, sich allgemeinverständlich auszudrücken. Zu- gleich soll dieses Wörterbuch aber auch wissenschaftlichen Ansprüchen genü- gen — weshalb ein gewisses Maß an Fachterminologie unvermeidlich ist. Für diejenigen, die mit dieser Fachterminologie Mühe haben, ist der folgende Abriß geschrieben; die einzelnen Fachwörter (Termini) sind über das Register leicht zu finden.
Abgrenzung
1.1 In diesem Wörterbuch geht es um Wörter, und Wörter müssen abgegrenzt werden von Namen. Namen sind zunächst Bezeichnungen von Individuen (seien es Personen oder Örtlichkeiten) — in diesem Fall sprechen wir von Personennamen, Ortsnamen, Flußnamen usw., allgemein von Eigennamen (als Fachwort für Zigenname wird zum Teil auch Nomen proprium oder einfach Proprium gesagt). Namen werden in diesem Wörterbuch nicht behandelt, es sei denn, sie hätten nachträglich die Bedeutung eines ‚normalen‘ Wortes (das eine Klasse von Gegenständen bezeichnet) erlangt — diese ‚normalen‘ Wörter (oder genauer: Substantive) nennt man im Gegensatz zu den Namen Appellativa (Singular: -um, manchmal sagt man auch ausführlicher Nomen appellativum). Ein Übergang von einem Namen zu einem Appellativum findet sich z. B. bei Zeppelin oder Dietrich (die Sie deshalb im Wörterbuch auch erklärt finden). Im weiteren Sinn spricht man auch von Namen, wenn gar nicht Individuen gemeint sind, sondern bestimmte einheitliche Typen, so z.B. bei Markennamen oder Tier- und Pflanzennamen. Auch Markennamen werden hier nicht geführt (sofern sie nicht aus irgendeinem Grund in die Gemeinsprache übergegangen sind, wie z.B. Fön), dagegen gelten die normalen Tier- und Pflanzennamen (nicht die spezielle zoologische und botanische Terminologie) als Wörter der Sprache — sie sind deshalb aufgenommen.
1.2 Eine Abgrenzung ist auch notwendig gegenüber den sogenannten Fremdbe- griffen, das sind Wörter fremder Sprachen, die Gegenstände und Einrichtungen bezeichnen, die es bei uns nicht gibt, die viele Sprecher aber aus Reiseberichten und ähnlichem kennen (etwa Samowar, Iglu, Squaw, Kimono usw.). Sie müssen
* Ausführlichere Erklärungen, zusammen mit erläuternden Beispielen, finden Sie in dem Buch Elmar Seebold: Eryrmologie. Eine Einführung am Beispiel der deutschen Sprache. München 1981. Als terminologisches Lexikon ist zu empfehlen Hadumod Bußmann: Lexikon der Sprachwissenschaft. Stuttgart 1983 (Neu-Auflage in Vorbereitung).
Allgemeines, Urschöpfung XV
teilweise als Bestandteil der deutschen Sprache angesehen werden, besonders wenn sie in Vergleichen verwendet (wie etwa Bumerang) oder auf einheimische Einrichtungen übertragen werden (wie etwa Bazar); auch die Verwendung in der Mode (Kimono, Mokassin) führt häufig zu einem so hohen Bekanntheits- grad, daß eine Erklärung erwünscht ist. Aber der größte Teil dieser Fremdbe- griffe gehört allenfalls in den Sonderwortschatz bestimmter Fachleute oder Kenner der betreffenden Länder und wird deshalb hier nicht behandelt; daß man über Grenzfälle verschiedener Meinung sein kann, ist unvermeidlich.
1.3 Von den so abgegrenzten Wörtern suchen wir die Etymologie, d.h. ihre Herkunft (ihre Entstehung) und ihre darauf folgende Geschichte, so weit sie für das Verständnis wichtig ist. Man sagt gelegentlich auch, daß man das Etymon eines Wortes sucht — das ist eigentlich mehrdeutig: Es kann einerseits heißen ‚die Herkunft‘ oder ‚die Erklärung der Herkunft‘, andererseits konkret: das Wort, von dem das gesuchte Wort abgeleitet ist (das Grundwortt, s. 3.5).
Allgemeines, Urschöpfung
2.1 Schauen wir uns nun an, wie Wörter entstehen können (was die Herkunft der Wörter ıst). Man könnte sich vielleicht denken, es sei der einfachste Fall, für etwas Neues auch eine neue Lautfolge zu ‚erfinden‘ — das wäre die sogenannte Urschöpfung, die aber in Wirklichkeit (wenigstens in unseren Kul- tursprachen) sehr selten ist. Am nächsten kommt ihr noch die Lautmalerei oder Onomatopöie (mit dem Adjektiv onomatopoetisch), das ist der Versuch, das Gemeinte mit lautlichen Mitteln nachzuahmen. Speziell unterscheidet man dabei drei Fälle: die Lautnachahmung, bei der ein Geräusch (ein Tierlaut, das Begleitgeräusch eines Vorgangs u.ä.) mit sprachlichen Mitteln nachgeahmt wird — der Tierlaut etwa, um das Tier zu bezeichnen (Kuckuck), das Begleitge- räusch, um den Vorgang zu bezeichnen (plumpsen).
2.2 Dann die Lautgebärde, bei der die Sprechwerkzeuge entweder Begleitgeräu- sche zu dem Gemeinten hervorbringen oder mit der Lauthervorbringung das Gemeinte nachahmen. Für das erste kann man auf die vielen Wörter für ‚Mutter‘ verweisen, die aus einfachen Folgen von Nasalen und Vokalen beste- hen (Mama u. ä.) — sie sind eigentlich Begleitgeräusche zum Saugen der Kleinkinder an der Mutterbrust; dann übertragen auf die Mutter selbst. Als Beispiel für das andere etwa bibbern für ‚zittern‘, das mit seiner raschen Aufeinanderfolge der beiden 5 und dem ‚Zitterlaut‘ r das Gemeinte (nämlich das Zittern) nachahmt. Und schließlich das Lautbild, bei dem ein nicht-lautlicher Sinneseindruck mit lautlichen Mitteln wiedergegeben wird.
2.3 Dabei bedient man sich des Mittels der Lautbedeutsamkeit (man benutzt etwa den Gegensatz zwischen hellen und dunklen Vokalen, also i/e gegenüber u/a, um den Gegensatz zwischen hell und dunkel, zwischen hoch und tief, zwischen klein und groß, schnell und langsam usw. auszudrücken). So empfin- den wir, daß der durch das Auge empfangene Sinnes-Eindruck Blitz durch das Wort Blitz ‚gut‘ oder ‚angemessen‘ oder gar ‚richtig‘ zum Ausdruck gebracht wird: der helle und schnelle Eindruck wird durch das kurze i angemessen wiedergegeben. In gewissem Umfang treten im Rahmen der Lautbedeutsamkeit
XVl Einführung in die Terminologie
Formungen und Lautungen auf, die sonst unüblich sind, oder die der Lautent- wicklung nicht entsprechen. So etwa emphatische oder expressive Lautungen (Dehnungen, Verdoppelungen von Konsonanten, Verschiebungen der Artikula- tionsart usw.); Verdoppelungen von Silben (die sogenannte Reduplikation, die in früheren Sprachen auch in der Formenbildung der Verben eine Rolle gespielt hat, später aber nur noch lautbedeutsam ist); dann gibt es eigene Suffixe für entsprechende Wörter, im Deutschen etwa -zen für Verben, die Ausdruckslaute bezeichnen (ächzen, seufzen usw.) und anderes.
Wortbildung
3.1 Wesentlich häufiger als die Urschöpfung ist das Verfahren der Wortbildung, bei dem eine neue Bezeichnung mit Hilfe bereits vorhandener Wörter gebildet wird — entweder durch Zusammensetzung (Komposition) verschiedener Wörter (Haus + Tür wırd zu Haustür) oder durch die Ableitung (Derivation) mit Hilfe zusätzlicher Elemente (Affixe): Diese sind meist Suffixe (die am Schluß eines Wortes angehängt werden): Fabel + -haft wird zu fabelhaft, das wäre die Suffigierung; oder durch Präfixe (die vorangestellt werden: tauschen + ver- wird zu vertauschen), das wäre die Präfigierung (die häufig als besonderer Bildungstyp von der Ableitung getrennt wird). In frühen Sprachstufen gab es auch noch Elemente, die in das Wortinnere eingeschoben wurden, die Infixe im Rahmen der Infigierung. Ein Infix (Nasalinfix) ist z. B. das Nasalpräsens der frühen Sprachperioden: Das Präsens einer Verbalwurzel konnte dadurch markiert werden, daß ein nasalhaltiges Element entweder suffigiert oder infi- giert wurde. Als allgemeiner Ausdruck für Wortbildungsvorgänge und ihre Ergebnisse wird hier Weiterbildung benützt.
3.2 Bei der Komposition kann es vorkommen, daß zwischen den beiden Teilen ein besonderes Element, das Fugenelement, eingeschoben wird (z. B. Wald -es- Lust). Diese Elemente sehen aus wie Kasus- oder Numerussuffixe des ersten Bestandteils, sind aber ihrer Funktion und Herkunft nach anders zu erklären. In alten Sprachzuständen konnte auch an den Schluß eines Kompositums ein besonderes Suffix treten, das gewissermaßen die Komposition (oder einen besonderen Typ von Komposition) markierte. Solche Elemente nennt man Kompositionssuffixe.
3.3 Bei der Ableitung kann es vorkommen, daß ein Wort einfach in eine andere Wortart überführt wird (was man an der Flexion und am syntaktischen Gebrauch sieht), ohne daß ein besonderes Suffix auftritt. In diesem Fall spricht man von Nullableitung ( Arbeit — arbeiten). Andere Komplikationen entstehen daraus, daß bestimmte zweite Bestandteile von Zusammensetzungen so häufig werden, daß sich ihre Bedeutung abschwächt und sie gewissermaßen zu Suffixen werden (etwa -nann, -zeug, -mäßig usw.). In solchen Fällen spricht man von einem Halbsuffix oder auch Suffixoid. Entsprechend geht es bei der Entwick- lung von präfix-artigen Elementen aus ersten Bestandteilen von Zusammenset- zungen: Sie sind gegebenenfalls Halbpräfixe oder Präfixoide (z.B. erz-, ur-). Eine Besonderheit ist auch der Vorgang, bei dem gleichzeitig präfigiert und abgeleitet wird, die sogenannte Präfixableitung, z. B. wenn zu Ziffer das Verb
Wortbildung XVII
entziffern gebildet wird (es gibt weder *ziffern noch *Eniziffer, so daß beide Bildungsvorgänge zugleich erfolgt sein müssen).
3.4 Ein weiterer Sonderfall liegt vor, wenn zu einem Wort eine ‚Ableitung‘ gebildet wird, die aussieht, wie wenn der Bildungsvorgang umgekehrt verlaufen wäre (die sogenannte Rückbildung): So sieht das Wort Bettler aus, wie wenn es von betteln abgeleitet wäre (ein Bettler ist jemand, der bettelt). In Wirklichkeit ist das Wort Bettler älter, und wie in anderen Sprachen ist das Wort für ‚betteln‘ davon abhängig (l. mendicus ‚Bettler‘ — ınendicare ‚betteln‘); aber da Bettler aussah wie eine Täterbezeichnung zu einem Verb, hat man für die Tätigkeit des Bettlers dieses vermeintlich zugrundeliegende Verb auch gebildet. In diesen Bereich gehören vor allem auch die sogenannten Nomina postverbalia oder einfacher Postverbalia; das sind Substantive, die von einem Verb abgeleitet sind, aber formal aussehen, als seien sie dessen Grundwort (Wank ist von wanken abgeleitet, äußerlich gesehen könnte es umgekehrt sein). Dieser Fach- ausdruck ist aber alt und entspricht der modernen Erfassung solcher Erschei- nungen eigentlich nicht mehr in vollem Umfang.
3.5 Damit ist der Vorgang der Bildung beschrieben, aber wenn wir uns für die Herkunft interessieren, gehen wir ja den umgekehrten Weg: Wir haben das Wort bereits und analysieren es nun, indem wir die Affixe ablösen (oder die Komposition trennen), um damit zu dem Grundwort zu gelangen (wenn man mangels genauer Kenntnis weniger genau sein will, sagt man auch Grundlage; bei der Komposition oder Präfigierung nennt man das einfache Grundwort Simplex). Es kann sein, daß man auch das Grundwort weiter analysieren kann, und dessen Grundwort wieder — aber irgendwann einmal hört das auf, und man kommt zu Grundlagen, die nicht mehr analysierbar sind. Diese Grundla- gen nennt man traditionellerweise Wurzeln. In der Sprachfamilie, zu der das Deutsche gehört, sind solche Wurzeln in den meisten Fällen Verbalwurzeln, d. h. das Wort, das diese Wurzel vertritt, ist ein Verb. In der frühen Zeit wurden dabei auch die einzelnen Stämme des Verbs (ein Präsens-Stamm, ein Perfekt- Stamm und anderes) durch besondere Bildungsvorgänge aus der Wurzel gewon- nen: Entweder durch Suffixe oder Infixe (z. B. bei den Nasalpräsentien) oder durch bloßen Vokalwechsel (Ablaut) bei den sogenannten Wurzelpräsentien.
3.6 Nominale Bildungen, die unmittelbar aus der Wurzel gewonnen wurden (wenn sie auch semantisch von der Bedeutung des Verbs abhängig waren), nennt man primäre Bildungen (sie haben in der Regel ein Suffix, es gibt aber auch Wurzelnomina, bei denen kein Suffix vorhanden ist); werden sie aus einem bereits gebildeten Wort abgeleitet, sind es sekundäre Bildungen. Ganz am Schluß des Wortes kommen dann die Personal- und Kasus-Endungen; ihre Form (und auch ihre Auswahl) ist häufig davon abhängig, mit welchem Laut das vor ihnen stehende Element (die Wurzel oder das Suffix) aufhört. Danach unterscheidet man konsonantische und vokalische Stämme (s. 3.7); die konso- nantischen können Wurzelnomina oder Wurzelverben sein, oder ein mit einem Konsonanten endendes Suffix aufweisen (z.B. n-Stämme, r/n-Stämme und anderes); vokalische Stämme (die insgesamt viel häufiger sind) haben in der Regel ein Suffix, das auf einen Vokal endet; es können aber auch Wurzelverben (oder selten Wurzelnomina) auf Langvokal sein, die sogenannten Verba pura (Singular: Verbum purum).
XVil Einführung in die Terminologie
3.7 Die gleichen Bildungsverfahren sind dabei in der Wortbildung wie auch ın der Stammbildung zu beobachten (d. h. bei der Bildung von Stämmen, die wir der Flexion zurechnen, z. B. dem Perfektstamm beim Verb usw.). Bestimmte Bildungstypen und bestimmte Affixe spielen ın der frühen Wort- und Stammbıil- dung eine große Rolle; man spricht dann etwa von ti-Abstrakta (und dem ti- Suffix), den r/n-Stämmen, den s-Stämmen, den Nasalpräsentien, den Wurzelno- mina usw. Besonders häufig und besonders wichtig ist (beim Nomen und beim Verbum) eine Bildungsweise, bei der ablautendes e/o vor der Endung steht, der sogenannte Themavokal. Solche Bildungen nennt man thematisch; eine sekundäre Überführung andersartiger Bildungen in thematische wird Themati- sierung genannt. Zum vollen Verständnis von Argumenten mit solchen Ausdrük- ken ist natürlich nötig, daß man die betreffenden Bildungsverfahren und ihre Besonderheiten auch wirklich kennt. Das ist nun allerdings dem Fachmann und dem Spezialstudium vorbehalten, so daß der Nicht-Fachmann sich mit einem entsprechend eingeschränkten Verständnis begnügen muß.
3.8 Über die ursprüngliche Form der Wurzeln und ihre Erweiterungen gibt es mehrere Theorien — was bedeutet, daß man darüber in Wirklichkeit nicht so genau Bescheid weiß. Wichtig ist, daß normalerweise eine Wurzel im Bereich unserer Sprache und ihrer Vorformen einsilbig ist (meist in der Form Konsonant + Vokal + Konsonant); es kommt aber auch vor, daß an den letzten Konso- nanten noch ein Vokal gefügt wird (häufig ein >, über dessen Lautwert keine Einigkeit besteht). In solchen Fällen spricht man von zweisilbigen Wurzeln/ Basen/ Grundlagen. An die Wurzel können Erweiterungen verschiedener Form treten; entweder einfache Konsonanten, oder Vokal + Konsonant (oder Di- phthong) — letzteres setzt eine Schwundstufe der Wurzel voraus (zu dieser s.u.). Das charakteristische Element der Erweiterung ist in der Regel der in ihr enthaltene Konsonant oder Halbvokal, danach spricht man von Dentaler- weiterungen und entsprechend.
3.9 Zurück zur Wortbildung: Ein Wort kann aus einem Substantiv oder Adjektiv gebildet sein — dann nennen wir es denominal; oder aus einem Verb — dann “ nennen wir es deverbal; ein Adjektiv, das aus einem Verb gebildet und seman- tisch eng mit ihm verbunden ist (vielleicht sogar — wie die Partizipien — zu seinem Formenbestand gehört), nennen wir ein Verbaladjektiv (gerissen etwa wäre ein Verbaladjektiv zu reißen), ein Substantiv in dieser Stellung nennen wir ein Verbalsubstantiv. Zu den Verbaladjektiven gehören vor allem die Partizipien und die Adjektive der Möglichkeit (z. B. abwaschbar zu abwaschen); zu den Verbalsubstantiven der Infinitiv und das sogenannte Verbalabstraktum, d. h. ein Substantiv, das aus einem Verb gebildet ist und das gleiche bedeutet — nur wird es eben als Substantiv gebraucht (etwa Verallgeineinerung zu verallgemei- nern, Stich zu stechen). Entsprechend ist es mit dem Adjektivabstraktum (Rein- heit zu rein, Röte zu rot). Wird ein alleinstehendes Adjektiv oder ein Infinitiv mit dem Artikel verschen und damit wie ein Substantiv gebraucht, so ist es substantiviert und wir sprechen von einer Substantivierung.
3.10 Einige Ableitungstypen weisen typische Funktionen auf, die mit bestimm- ten traditionellen Ausdrücken bezeichnet werden. So kann von fast jedem Substantiv ein Diminutiv (also eine Verkleinerungsform — man findet auch Deminutiv) gebildet werden, wie etwa Häuschen zu Haus. Mit ihm verwandt
Wortbildung XIX
sind die Kosewörter oder Hypokoristika, die allerdings meist für Namen gelten und deshalb hier weniger einschlägig sind. Das Gegenteil dazu, das Augmentati- vum (die ‚Vergrößerungsform‘) kommt im Deutschen bei Suffixen nicht vor. In den gleichen Bereich gehört schließlich das Kollektivum, die als Einheit gesehene Mehrheit (so ist Gebirge ein Kollektivum zu Berg: bei ihm handelt es sich eigentlich um eine Mehrheit von Bergen, die aber als Einheit gesehen wird, eben als ‚Gebirge‘). Wird von der Bezeichnung eines männlichen Wesens (oder einer geschlechtsneutralen Bezeichnung) ein besonderes Femininum gebildet (z. B. Hündin zu Hund), so nennt man dieses Wort moviert, die Bildungsweise Motion (auch Movierung). Soziativbildungen nennt man solche, die Personen bezeichnen, die etwas gemeinsam tun oder haben, z.B. Geselle, ursprünglich derjenige mit dem man den Saal gemeinsam hat.
3.11 Andere Substantiv-Typen sind vorwiegend von Verben abgeleitet; so die Nomina actionis, die eine Handlung, vorwiegend in ihrem Verlauf bezeichnen (Verzeihung zu verzeihen), gegenüber den Nomina acti (oder Nomina rei acti), die stärker das Resultat einer Handlung betonen (Pflanzung zu pflanzen). Die Nomina instrumentalia oder Instrumentalbildungen bezeichnen das Werkzeug zu einer Handlung (Bohrer zu bohren); die Nomina agentis bezeichnen den Täter — heute meist zu Verben (Fahrer zu fahren), früher häufig auch zu Substantiven (Sänger zu Sang). Nomina qualitatis sind Eigenschaftsbezeichnungen zu Adjekti- ven (Größe zu groß). Bei den Adjektiven sind noch besonders die Materialadjek- tive zu erwähnen, die den Stoff angeben, aus dem etwas gemacht ist (hölzern zu Holz). Auch die Zugehörigkeitsbildungen sind meist Adjektive, können aber auch Substantive sein; sie drücken eine Zugehörigkeit zum Grundwort aus, etwa ärztlich ın ärztliche Kunst oder ärztliche Praxis (‚zum Arzt gehörig‘). Kontrastbildungen sind solche den Pronomen nahestehende Adjektive, die einen klaren Gegensatz zu einem anderen Begriff ausdrücken (rechts zu links, oben zu unten usw.). Für die Wortbildung sind sie deshalb wichtig, weil bestimmte Suffixe nur in solchen Kontrastwörtern vorkommen.
3.12 Bei den Verben haben wir zunächst die Kausative, die ausdrücken, daß eine Handlung veranlaßt oder bewirkt wird (fränken zu trinken als ‚trinken machen‘); dann die Iterative, die eine Wiederholung anzeigen (sticheln zu stechen), entsprechend die Frequentative (die eigentlich die häufige Wiederho- lung ausdrücken, aber meist gleichbedeutend mit /terativ gebraucht werden); die Intensive zum Ausdruck einer verstärkten Handlung (zucken zu ziehen), die Durative für einen fortlaufenden Vorgang (besonders aus Adjektiven, z. B. faulen zu faul); die Inchoative (auch Incohative) für eine beginnende Handlung (erröten zu rot); bei Ableitungen aus Adjektiven außerdem die Faktitive (die angeben, wozu etwas gemacht wird, wie wärmen ‚warm machen‘) und schließ- lich solche, die die syntaktische Konstruktion betreffen — vor allem Transitive, die mit dem Akkusativ konstruiert werden und Intransitive, bei denen das nicht der Fall ist (streng genommen solche, die keinen Kasus regieren). So wird etwa aus antworten durch die Präfigierung mit be- das Transitivum beantworten. Diesen Vorgang nennt man Transitivierung.
3.13 Bei den Zusammensetzungen (Komposita, Singular -um Hrist die Haupt- gruppe die der Determinativ-Komposita. Das sind solche, bei denen die Zusam- mensetzung eine speziellere Form von dem bedeutet, was im Hinterglied ge-
xx Einführung in die Terminologie
nannt ist (eine Haustür ist eine speziellere Form von einer Tür). Eine heute seltenere Gruppe sind die Possessiv-Komposita oder, wie man mit einem Aus- druck der indischen Grammatik häufig sagt, die Bahuvrihis. Das sind Kompo- sita, die etwas bezeichnen, das weder im Hinterglied noch im Vorderglied benannt ist, sondern das besitzt, was in diesen Gliedern genannt ist. So ist ein Dickkopf ja nicht ein dicker Kopf, sondern jemand, der einen dicken Kopf (im übertragenen Sinn) besitzt, oder ein Rotkäppchen ist nicht ein rotes Käppchen, sondern ein Mädchen, das ein rotes Käppchen besitzt usw. Solche Bildungen, bei denen das Gemeinte außerhalb des durch die Glieder Angegebenen liegt, nennt man auch exozentrisch — es sind meist Komposita, aber auch anderes. Der weniger häufig gebrauchte Gegenbegriff wäre endozentrisch zur Bezeich- nung von Bildungen, bei denen ein Grundwort (Determinatum) näher bestimmt wird durch ein anderes Wort oder ein Affıx (Determinans). Sehr selten sind im Deutschen die Kopulativkomposita, die etwas bezeichnen, das die Summe der beiden Glieder darstellt (etwa Strumpfhose). Eine besondere Form der Kompo- sita sind schließlich die Verdeutlichungen, oder, wie man mit einem Beispielwort auch sagt, die Lindwurm-Komposita. Das sind Wörter, die veraltet sind oder gleichlautende Wörter anderer Bedeutung neben sich haben, und nun verdeut- licht werden, indem man sie zu einem Kompositum umbaut, in dessen Hinter- glied ein Allgemeinbegriff steht. So sagte man statt Maultier früher einfach Maul — aber dies war gegebenenfalls mißverständlich wegen des gleichlauten- den Maul ‚Mund‘, und so wurde ein Kompositum daraus gemacht mit dem Allgemeinbegriff Tier ım Hinterglied.
3.14 So weit die Wortbildung, wie sie sich auch heute noch vor unseren Augen abspielt. Wenn man sich aber mit den Bildungsweisen älterer Sprachzustände befaßt, findet man auch Bildungsmittel vor, die wır heute nicht mehr haben, und die wir teilweise nicht mehr verstehen. So haben die frühen Bildungen häufig Vokalwechsel, auf deren wichtigsten Fall, den Ablaut, unten noch einzugehen sein wird. Eine Möglichkeit des Ablauts, die wir heute nicht mehr haben, ist nun die Vriddhi (das ist cin Ausdruck der alten indischen Grammati- ker): Bei der Ableitung von Substantiven oder Adjektiven aus anderen Substan- tiven oder Adjektiven wird im Grundwort der erste Vokal gedehnt; die Bedeu- tung dieser Bildungen ist die der Zugehörigkeit. So ist bei dem Wort für ‚Hahn‘ (in vorgermanischer Lautform *kano-) eine Ableitung gebildet worden, die eigentlich ‚zum Hahn gehörig‘ bedeutet, und die diese Vokaldehnung aufweist, nämlich *kän-es- ‚Huhn‘.
3.15 Bildungsweisen, deren Funktion wir nicht mehr durchschauen, sind vor allem die Wurzelerweiterung und das s mobile. Unter Wurzelerweiterung verste- hen wir, daß wir bei gleicher Bedeutung teilweise kürzere und teilweise längere Wurzelformen vorfinden. Formal kann man dies beschreiben: Es sind eben vokalische oder konsonantische Elemente oder beides an die ursprüngliche Wurzelform angetreten. Aber so weit wir erkennen können, hat sich dabei die Bedeutung nicht geändert, und außerdem treten bei diesen Wurzelerweiterungen alle möglichen Lautformen auf (was bei der normalen Wortbildung nicht der Fall ist). Hier liegt also offenbar eine Bildungsmöglichkeit vor, deren Funktion uns verschlossen bleibt. Unter s mobile verstehen wir den Fall, daß in unseren Vergleichsformen solche mit einem anlautenden s neben solchen ohne ein
Semantische Begriffsschöpfung XXI
solches s vorkommen (z.B. d. sclunelzen, alt smelzan — e. to melt). Ob dieses ‚bewegliche s‘ der Rest eines Präfixes ist, oder ein uns unbekanntes Bildungsmittel, oder eine lautliche Verstärkung, oder eine Lautentwicklung in bestimmten Umgebungen können wir nicht sagen — vermutlich sind auch nicht alle Fälle gleich zu beurteilen.
Syntaktische Fügungen
4.1 Es gibt auch feste Wendungen, die mehr als ein Wort umfassen — weshalb es umstritten ist, ob man sie in einem Wörterbuch behandeln soll oder in einer speziellen Sammlung solcher Phrasen oder Idiome. In diesem Wörterbuch haben wir in beschränktem Umfang und ohne Anspruch auf Systematik eine größere Anzahl solcher Wendungen behandelt, vor allem, wenn sie auf das Wort, unter dem sie aufgeführt sind, zusätzliches Licht werfen. Solche Wendungen sind teils festgewordene Fügungen (wie grüner Salat), teils Zitate (wie des Pudels Kern nach Goethes Faust).
4.2 Einige dieser Wendungen fassen wir heute sogar als einheitliche Wörter auf (wie etwa ablıanden, das eigentlich ab den Handen ‚von den Händen weg‘ ist), besonders bei bestimmten syntaktischen Fügungen wie Präposition + Substantiv, oder bei Wörtern, die keinen selbständigen Ton haben, sondern entweder vor einem anderen Wort hängen (Proklise, proklitisch, wie z. B. das zu des Infinitivs) oder hinter einem anderen Wort hängen (Enklise, enklitisch, wie z. B. da in der Mann da). Solche Fälle von Zusammenwachsen nennen wir Zusammenrückungen (oder Univerbierungen). Etwas anders zu beurteilen sind die Zusammenbildungen, bei denen in einen Wortbildungsvorgang Teile aufge- nommen werden, die gegenüber dem Grundwort syntaktisch frei sind. So ist Grundsteinlegung das Abstraktum zu einen Grundstein legen (wo legen und Grundstein selbständige Wörter sind), oder blauäugig zu hat blaue Augen (zu beachten ist, daß es weder *Legung noch *äugig gibt).
4.3 Ein Sonderfall solcher Wendungen besteht schließlich darin, daß nicht eine Wortgruppe, sondern ein flektiertes Wort in anderer Funktion verwendet wird (z. B. geschweige, das eigentlich eine Verbalform ist, als Konjunktion). Diese Fälle nennt man Hypostasierung und den Vorgang Hypostase.
Semantische Begriffsschöpfung
4.4 Etwas anderes ist es, wenn eine neue Bezeichnung dadurch gewonnen wird, daß man die Bedeutung eines bereits bestehenden Wortes verändert. Außerlich gesehen bleibt das Wort dabei gleich, aber in der Bedeutung ist es anders geworden, es hat eine zweite Bedeutung hinzugewonnen, so daß wir auch hier von einem Bildungsvorgang reden können. Solche Bedeutungsveränderungen verlaufen nach ganz bestimmten Mustern. Eines ist die Bedeutungsübertragung oder Metapher. Dabei wird ein Wort, das sonst X. bezeichnet (z. B.: Rohr bezeichnet sonst ‚Schilfrohr‘, also eine Pflanze) dazu verwendet, auch Y zu bezeichnen, weil sich X und Y in mindestens einem Merkmal ähnlich sind (zZ. B.
XXI Einführung in die Terminologie
Rohr wird dazu verwendet, auch künstlich geschaffene Röhren zu bezeichnen, weil sich Schilfrohr und künstlich geschaffene Röhren darin ähnlich sind, daß es sich bei ihnen um lange, runde, innen hohle Gegenstände handelt).
4.5 Ein weiteres solches Muster ist die Bedeutungsverschiebung oder Metonymie. Dabei wird etwas mit einem Wort bezeichnet, das eigentlich etwas mit ıhm Zusammenhängendes meint. Typische Fälle sind etwa die Bezeichnungen von Kleidungsstücken durch das Wort für den Körperteil, den diese Kleidungs- stücke bedecken: Ärmel oder in der Fachsprache auch Arm für das, was den Arm bedeckt; Kragen für das, was den Kragen (Hals) bedeckt, Leib oder Leibchen für das, was den Leib bedeckt usw. Dies ıst aber nur ein besonderer Fall der Metonymie, es gibt viele andere Typen.
4.6 Sehr wichtig ist dann auch die Synekdoche oder die Bezeichnung pars pro toto (‚der Teil für das Ganze‘). Sie tritt etwa auf, wenn wir eine Wohnung oder ein Haus als den (häuslichen) Herd bezeichnen (wir meinen ja wesentlich mehr als den Herd), oder etymologisch: schenken bedeutet eigentlich nur ‚schräg halten‘; man bezeichnete also das Ganze (das Einschenken) durch eine Teilhand- lung (das Schräghalten).
Kurzwörter
4.7 Eine moderne Form der Wortbildung sind dann schließlich die Kurzwörter und Abkürzungen. Reine Abkürzungen, die man beim Sprechen als Buchstaben- folge ausspricht (BGB) oder wieder auflöst (usw.) sind in diesem Buch nicht aufgenommen. Solche, die wie ein Wort ausgesprochen werden (wie in neuerer Zeit Super-GAU oder AIDS, jetzt auch schon Aids, sogenannte Akronyme), sind in beschränkter Zahl aufgenommen, in der Regel solche, die schon älter sind und bei denen die Herkunft bereits nicht mehr allgemein bekannt ist. In größerem Umfang aufgenommen sind gekürzte Wörter, sogenannte Kopfwörter, bei denen nur der Anfang geblieben und der Schluß weggelassen ist (Auto für Automobil) und Schwanzwörter (bei denen der Schluß geblieben und der Anfang weggelassen ist, wie Bus aus Omnibus). Es gibt noch kompliziertere Formen der Wortfabrikation, bei der beliebige Teile der vollen Bezeichnung zu einem neuen Wort zusammengefaßt werden, doch wird auf sie nur in Sonderfällen am Rande eingegangen, weil diese Art der Bildung bis jetzt weitgehend auf Namen von Institutionen, Produkten usw. beschränkt ist.
Entlehnungen
5.1 Ein großer Bereich der Gewinnung neuer Wörter besteht dann schließlich in der Entlehnung aus anderen Sprachen. Wir können z.B. ein englisches Wort in einen deutschen Text aufnehmen, und wenn dies häufig geschieht, wenn die Sprachgemeinschaft diese Übernahme akzeptiert, dann wird dieses ursprünglich englische Wort auch zu einem deutschen (wie z. B. Sport, bei dem heute nur noch der Sprachgeschichtler daran denkt, daß dies eigentlich ein englisches Wort ist). Und dies gilt nicht nur für das Englische, sondern in früheren
Entlehnungen XXI
Jahrhunderten vor allem für das Französische, und schon vor Beginn unserer schriftlichen Überlieferung bis heute für das Latein (und über das Latein auch das Griechische) — daneben auch für viele andere Sprachen, die aber nur in geringerem Umfang in Frage kommen.
5.2 Nun ist der Fall, daß das Wort ganz übernommen wird (wie das eben genannte Sport, das ein Lehnwort ist), nicht die einzige Möglichkeit der Entleh- nung. Ein mehrgliedriges Wort kann z. B. Stück für Stück übersetzt werden — die Lehnübersetzung, wie z. B. Geistesgegenwart aus frz. presence d’esprit. Kom- plizierter ist die Lehnbedeutung, bei der ein Wort nach dem Vorbild eines fremden Wortes eine zusätzliche Bedeutung bekommt. So bedeutet das deutsche Wort lesen in alter Zeit eigentlich nur ‚auflesen‘; aber das lateinische Wort, das ‚auflesen‘ bedeutet (l. /egere), bedeutet zugleich auch ‚(Schrift) lesen‘, und danach hat auch das deutsche Wort die Bedeutung ‚(Schrift) lesen‘ bekom- men. — Von den Lehnwörtern unterscheidet man gelegentlich die Fremdwörter, die ıhr fremdartiges Aussehen behalten haben und nicht assimiliert worden sind. Solche Fremdwörter hat man immer wieder aus der Sprache auszuschei- den gesucht, indem man bestimmte Ersatzwörter für sie vorgeschlagen hat. Diese sind teilweise durchgedrungen, teilweise nicht. Sie bilden aber eine sprach- geschichtlich aufschlußreiche Erscheinung, so daß wir sie in der Regel erwähnt haben.
5.3 Interessant ist dann der Fall der Scheinentlehnung, bei der ein fremdsprach- liches Wort aufgenommen wird, das in der Ausgangssprache gar nicht existiert. Wir sagen z. B. Oldtimer für ein altes Auto — das sieht aus wie eine Entlehnung aus dem Englischen; aber im Englischen sagt man für diese Sache verteran car — der Ausdruck Oldtimer scheint also gar nicht englisch zu sein. Diese Fälle sind meist sehr schwer zu beurteilen, weil man nicht mit Sicherheit sagen kann, ob das Wort in der Ausgangssprache nicht doch ein paar Mal aufgetreten und dabei entlehnt worden ist (worauf man dann in der Ausgangssprache ein anderes Wort einführte).
5.4 Wenn man in verschiedenen Sprachen gleichbedeutende Wörter mit glei- chem Aufbau hat, aber nicht entscheiden kann, ob eine Lehnübersetzung o.ä. vorliegt, spricht man zurückhaltender von Übersetzungsgleichungen oder Übersetzungsäquivalenten (man kann z. B. nicht sagen, wo die beliebte Bezeich- nung der Zigarette als Sargnagel, ne. coffin nail, nisl. likkistu-nagli zuerst aufgetreten ist — es sind Übersetzungsgleichungen, die erst durch eine beson- dere Untersuchung geschichtlich gedeutet werden können). Wörter, die in alle wichtigen Kultursprachen entlehnt worden sind, nennen wir Internationalismen (man sagt auch Europäismen u.ä.),; bei den sehr frühen Fällen dieser Art (Bezeichnungen für Gewürze, Metalle u.ä.) spricht man meist von kulturellen Wanderwörtern.
5.5 Allgemein trennt man den Lehnwortschatz vom Erbwortschatz und spricht demgemäß von Erbwörtern. Hat ein Wort Bestandteile aus dem Erbwortschatz und dem Lehnwortschatz zugleich, spricht man von hybriden Bildungen (das gilt auch, wenn ein Wort aus verschiedenen sonstigen Sprachen Elemente hat, z.B. aus Latein und Griechisch). Beruhen Entlehnungen darauf, daß eine Völkermischung eingetreten ist, dann spricht man von einer Substratsprache
XXIV Einführung in die Terminologie
oder einem Substrat, wenn aus der Sprache des unterlegenen Volkes Wörter aufgenommen worden sind (Substrate werden aber häufiger behauptet als nachgewiesen). Sind umgekehrt aus der Sprache des überlegenen Volkes Wörter aufgenommen worden, so spricht man von einem Superstrat.
5.6 Da aus dem Lateinischen und den auf dieses folgenden romanischen Sprachen zu allen Zeiten Wörter ins Deutsche entlehnt worden sind, macht hier die sprachliche Bestimmung gelegentlich Mühe. Wir nennen hier Wörter, die mit lateinischem Sprachmaterial in neuer Zeit gebildet worden sind, neolatei- nisch, und falls griechische Bestandteile beteiligt sind, neoklassisch. Bei den romanischen Sprachen ist zu beachten, daß ihre Vorformen, die z.T. für die Entlehnung ins Deutsche wichtig sind, nicht belegt werden können, sondern nur erschlossen sind. Solche Wörter sind regelmäßig durch einen Stern (*) markiert.
5.7 In den Teilen 2 — 5 dieser Übersicht sind die Möglichkeiten der Herkunft eines Wortes aufgezählt — die verschiedenen Bildungsvorgänge, die in einer Sprache ein neues Wort (oder ein Wort in einer neuen Bedeutung) hervorbrin- gen. Kommen wir bei unserer geschichtlichen Analyse eines Wortes nicht bis auf einen solchen Bildungsvorgang zurück, so nennen wir die Herkunft dunkel. Das bedeutet nicht, daß wir das Wort nicht zurückverfolgen können — unter Umständen kann es für die indogermanische Grundsprache eindeutig erschließ- bar sein —; aber wir können seine Bildung nicht erklären und damit bleibt seine Herkunft für uns dunkel.
Der Wortgebrauch
6.1 Die Wörter unserer Sprache liegen uns nicht alle gleich nahe: Einige kommen uns recht veraltet vor — wir würden z. B. das Wort Odem in normaler Sprache gar nicht benützen, es ist ein Archaismus, ein altertümliches Wort. Manche Wörter sterben auch aus und werden dann (durch das Nachahmen des Gebrauchs älterer Texte) wiederbelebt wie z.B. das Wort tarnen. Das Extrem auf der anderen Seite sind die Neologismen, die Neuwörter, die gerade erst in Gebrauch gekommen sind, und bei denen man noch nicht so recht weiß, ob man sie schon unbesorgt gebrauchen darf. Andere Wörter liegen uns nicht so nahe, weil sie fachsprachlich sind — dabei denken wir in erster Linie an die Wissenschafts- und Berufssprachen; aber auch die Angler und Briefmarken- sammler haben ihre Fachsprache; es geht dabei einfach um einen Wortschatz, der spezieller ist als ihn die Allgemeinheit benötigt, und deshalb nur von den kleinen Gruppen der Fachleute benützt wird. Wörter, die nur von kleinen Gruppen benutzt werden, kommen auch in anderen Zusammenhängen vor — z. B. Anspielungen auf die griechische und römische Mythologie oder andere geschichtliche Zustände, über die nur diejenigen reden können, die direkt oder indirekt mit der Sache zu tun gehabt haben. Solche Wörter nennen wir sondersprachlich. In derart verschiedenen Sprachausprägungen (auch in verschiedenen Regionalsprachen usw.) treten häufig verschieden entwickelte Formen (Lautformen, Flexionsformen) aus demselben Ausgangspunkt auf.
Der Wortgebrauch XXV
Solche verschiedenen Formen aus gleichem oder nahe verwandtem Ursprung nennen wir Varianten.
6.2 Andererseits bemühen sich die Sprecher, eine bestimmte Form der Sprache zu sprechen, etwa die Hochsprache. Sie setzen also z. B. mundartliche Lautfor- men regelmäßig in hochsprachliche Lautformen um. Dabei kann es nun vor- kommen, daß sie sich in der Beurteilung täuschen, daß sie ein Wort hochsprach- lich machen, das gar nicht in die Hochsprache gehört, oder daß sie die Lautform falsch beurteilen, und so eine falsche hochsprachliche Lautform herstellen. Solche Fälle nennt man Hyperkorrektismen. Es kann auch sein, daß die Spre- cher ein Wort fälschlich an eine andere Sprachform angleichen, z. B. an das Französische, weil sie meinen, das betreffende Wort sei französischer Herkunft (oder weil ihnen die französische Aussprache passender dünkt, oder aus welchen Gründen auch immer). Dann sagt man, eine Form sei französisierend; wenn man 7. B. an das Griechische angleicht, ist die Form graezisierend und entspre- chend bei anderen Sprachen.
6.3 Wenn ein Wort gebildet wird, dann hat es in der Regel zunächst eine systematische Bedeutung, d. h., seine Bedeutung kann aus der Bedeutung der Elemente und der Kenntnis der Funktion der Fügungsregeln erschlossen wer- den. Wenn Sie z.B. das Wort Fensterreiniger zum ersten Mal hören, dann können Sie die (systematische) Bedeutung erschließen aus Ihrer Kenntnis von Fenster, reinigen und Ihrer Kenntnis des Wortbildungstyps der Nomina agentis und Nomina instrumentalia auf -er, sowie der Möglichkeit, bei solchen Nomina das Objekt der Handlung als Kompositionsglied anzufügen; also: ‚jemand, der Fenster reinigt‘ oder ‚etwas, womit man Fenster reinigt‘. Die meisten Wörter entwickeln aber nach einiger Zeit Besonderheiten, die nicht mehr aus den Bestandteilen erschlossen werden können. Ein Maikäfer z. B. ıst nicht mehr einfach ein Käfer, den man im Mai vorfinden kann, sondern ein ganz bestimm- ter Käfer (auch wenn man ihn im April oder Juni findet; und andere Käfer, die man im Mai finden kann, heißen wir nicht so; diese Art der Differenzierung nennt man Polarisierung). Die Bedeutung solcher Wörter muß man irgendwann lernen, sie sind lexikalisiert (wenn man nur speziell die Weiterentwicklung der Bedeutung meint, sagt man auch idiomatisiert oder ohne geschichtliche Deutung idiomatisch). Zu den Besonderheiten der Bedeutung gehört auch, daß sie indivi- duelle oder stilistische Bewertungen entwickeln, die mit der Bedeutung selbst nichts zu tun haben (so hat etwa das Wort Führer aus geschichtlichen Gründen für uns einen negativen Beiklang). Soll auf solche Besonderheiten hingewiesen werden, so unterscheidet man zwischen der Denotation (der Bedeutung im eigentlichen Sinn) und der Konnotation (dem Beiklang, den Assoziationen).
6.4 Die Sprecher reagieren nun auf solche Entwicklungen, indem sie teilweise die Wörter wieder im systematischen Sinn gebrauchen, sie wieder ‚verdeutlichen‘. Diesen Vorgang erkennt man am besten daran, daß er manchmal zu Ergebnis- sen führt, die historisch gar nicht richtig sind; daß die Sprecher also eine ‚Verdeutlichung‘ bewirkt haben, die etwas ganz Neues hervorbringt. So bedeutet etwa das Wort irritieren eigentlich ‚reizen‘; aber die Sprecher haben geglaubt, es an irre anschließen zu müssen und haben es dann in der Bedeutung ‚irre machen, verwirren‘ gebraucht. Diese Reaktion kann sogar die Lautgestalt des Wortes verändern; so etwa wenn ein Wort, das eigentlich Freithof lauten müßte
XXVl Einführung in die Terminologie
(und in alter Zeit gelegentlich auch in dieser Form auftaucht), an Friede angeschlossen und dann Friedhof ausgesprochen wird. Solche Erscheinungen nennt man meist Volksetymologie, eine neutralere Bezeichnung ist Sekundärmo- tivation. Auch in anderen Bereichen, etwa der Morphologie, können Umdeutun- gen auftreten, etwa wenn ein Suffix mit einem gleichlautenden Suffix anderer Herkunft identifiziert wird.
6.5 Andere derartige Veränderungen durch die Sprecher kommen davon, daß sie bestimmte Muster als Vorbild genommen und auf andere Fälle übertragen haben. So können wir etwa sagen tags in der Bedeutung ‚tagsüber‘, indem wir einfach den Genetiv von Tag adverbial verwenden. Nach diesem Muster sagen wir nun auch des Nachts ‚die Nacht über, in der Nacht‘, obwohl Nacht gar keinen Genetiv auf -s hat. Solche Fälle nennt man Analogie. Wieder ein anderer Fall, in dem sich die Sprecher ‚zu viel gedacht haben‘ sind die falschen Ablösungen, bei denen eine Form oder eine Wortgruppe nicht so aufgelöst wird, wie es historisch gerechtfertigt wäre. So ist etwa Otter in der Bedeutung ‚Schlange‘ (wie in Kreuzotter eine falsche Ablösung aus Natter: Bei mundart- lichen Formen von eine Natter [-nadr] wurde falsch getrennt in [-n adr].
6.6 Bestimmte Besonderheiten ergeben sich auch schon beim Gebrauch der Wörter: Manche Wörter will man z. B. nicht ‚in den Mund nehmen‘, weil sie Dinge betreffen, über die man nicht gerne redet (die körperliche Ausscheidung, Geschlechtsverkehr u.ä.). In solchen Fällen werden gerne verhüllende Wörter (Hüllwörter oder Euphemismen) verwendet (etwa Hintern oder der Hintere statt Arsch usw.). Nach einiger Zeit gelten häufig auch diese Hüllwörter wieder als ‚zu direkt‘, so daß sie durch neue ersetzt werden müssen. Das Wort, das als Hüllwort herangezogen wird, macht damit natürlich eine Bedeutungsverschlech- terung durch: Es muß für den gemiedenen Begriff mit eintreten. Typisch ist etwa, daß Wörter für ‚Mädchen‘ (wie unser Dirne) zu Wörtern für ‚Prostituierte‘ werden. Es gibt auch andere Gründe für eine Bedeutungsverschlechterung, etwa wenn ein gleichbedeutendes Wort das höhere Prestige hat (vgl. etwa Frauenzimmer im Wörterbuch). Eine auf diese Weise abschätzige oder abwer- tende Bedeutung nennt man eine pejorative.
6.7 Andere Formen der Bedeutungsentwicklung sind die Bedeutungsverallge- meinerung (ein Wort bekommt eine allgemeinere Bedeutung, z. B. Sache wird von ‚Gerichtssache‘ verallgemeinert zu ‚Ding‘). Im Gegensatz dazu steht die Bedeutungsverengung, bei der ein Wort eine eingeschränktere Bedeutung be- kommt (z. B. Faß, das ursprünglich allgemein ‚Gefäß‘ bedeutete). Die verschie- denen Möglichkeiten der Bedeutungsentwicklung bringen es mit sich, daß ein Wort mehrere Bedeutungen haben und eine Bedeutung durch mehrere Wörter ausgedrückt werden kann. Es ist deshalb nicht unwichtig, ob man sein Material nach den Wortformen oder nach den Bedeutungen ordnet. Ordnet man nach den Wortformen und fragt nach deren Bedeutungen, so wendet man das semasiologische Verfahren an; ordnet man nach den Bedeutungen und fragt, durch welche Wörter sie ausgedrückt werden können, so ist das Verfahren onomasiologisch.
6.8 Wird etwas sprachlich zweimal benannt (etwa in den Teilen eines Komposi- tums), so nennt man dies eine Tautologie; der häufigste Fall sind die unter
Grammatik XXVI
3.13 behandelten Lindwurm-Komposita; es gibt aber auch anderes. Sind zwei ursprungsverschiedene Wörter gleichlautend, so nennt man dies eine Homony- mie (sind sie nicht ganz gleichlautend, eine Paronymie). Sind die Bedeutungen dieser gleichlautenden Wörter ähnlich, so werden sie vom Sprecher für dasselbe Wort gehalten (vgl. etwa im Wörterbuch unter Spieß), sind die Bedeutungen stark unterschiedlich (Fuge ‚Ritze‘ und ‚Musikstück‘), so stört der Gleichlaut nicht, sind sie dagegen verschieden, aber verwechselbar oder sonstwie störend, so werden die beiden Wörter differenziert (verschieden gemacht); häufig auch so, daß eines von beiden schwindet (es gibt im übrigen auch andere Gründe für eine Differenzierung, etwa, daß zwei Wörter genau die gleiche Bedeutung haben — dies stört den automatischen Ablauf der Sprache).
6.9 Werden Teile eines sprachlichen Ausdrucks weggelassen, so nennt man dies eine Ellipse (etwa ein Helles statt ein helles Bier). Die Abgrenzung gegenüber Erscheinungen mit ähnlichen Auswirkungen wird verschieden vorgenommen, so daß der Begriff etwas unpräzis ist. Werden in einem mehrteiligen Komposi- tum die Mittelglieder ausgelassen (Reißzwecke statt Reißbrett-Zwecke), so spricht man von einer Klammerform.
6.10 Beeinflussen sich zwei (meist gleichbedeutende) Wörter so stark, daß sie in eines verschmelzen, so spricht man von einer Kontamination (die Wörter sind kontaminiert). Dies ist ein Sonderfall der unter 6.5 behandelten Analogie.
6.11 Besondere Schwierigkeiten für die Untersuchung bieten Wörter, die in irgendeiner Weise selten sind. Dazu gehören die Wörter, die in der Überlieferung nur einmal bezeugt sind — ein solches Wort nennt man Hapax legomenon oder kurz Hapax (d. h. ‚einmal zu lesen‘). Eine ähnliche Besonderheit besteht darin, daß ein Wort nur in Wörterbüchern, nicht in Texten bezeugt ist (hier wird im allgemeinen vermerkt: Nur bei Lexikographen o.ä.). — Anders ist es bei den Relikten: Das sind Wörter oder Formen, die Merkmale eines älteren Systems bewahrt haben, die sonst überall beseitigt worden sind. So ist etwa gülden neben Gold das Relikt eines Lautwechsels ü — o (der darauf beruht, daß der Umlaut ö vor einem folgenden i/j aus u entstand, und ein solches u vor dunklen Vokalen zu o wurde). Etwas ähnliches wie die Relikte sind die Unregelmäßigkei- ten, die Abweichungen von einer systematischen Bildung, die meist ebenfalls auf früheren Regelmäßigkeiten beruhen. Von Gelegenheitsbildungen oder okka- sionellen Bildungen sprechen wir, wenn ein Wort in einer bestimmten Situation für einen bestimmten Zweck geprägt, dann aber wieder vergessen wird. Gele- gentlich werden solche Bildungen aber verallgemeinert und in den normalen Wortschatz aufgenommen.
Grammatik
7.1 Auch bei der Besprechung der Etymologie ist immer wieder auf die gramma- tischen Eigenschaften der betreffenden Wörter einzugehen; zunächst auf die Wortarten. Unter einem Nomen (Adjektiv: nominal) verstehen wir ein Substantiv oder Adjektiv (meist ein Substantiv); es flektiert nach Kasus und Numerus; wobei für das letztere zu beachten ist, daß es in der früheren Zeit auch einen Dual gegeben hat, einen Numerus, der die natürliche Paarigkeit (z. B. von
XXVIl Einführung in die Terminologie
Körperteilen wie Ohren) bezeichnet. Beim Kasus wird gelegentlich der Kasus obliquus oder obliquer Kasus genannt. Darunter versteht man zunächst den Akkusativ; allgemeiner dann aber auch die Kasus außerhalb des Nominativs (und Vokativs). Für die Wortbildung wichtig ist auch der Lokativ, ein Kasus, der den Ort bezeichnet (es gibt auch lokativische Bildungen, die nicht speziell Kasusformen sind). Eine Nominalform ist eine entweder wortbildungsmäßig oder nach Kasus und Numerus als Nomen bestimmte Form.
72 Beim Verb sind zunächst finite Formen (die Personalformen) von den infiniten Formen (wie Infinitiv und Partizip) zu unterscheiden; von diesen ist der Infinitiv ein Verbalsubstantiv, das Partizip ist ein Verbaladjektiv. In anderen Sprachen und in früheren Sprachzuständen gibt es außerdem noch ein Gerun- div(um), das sogenannte Participium necessitatis (Partizip der Notwendigkeit; Angabe, daß das im Verb Ausgedrückte getan werden muß) und das Gerundium, ein zugehöriges Verbalsubstantiv. Bei den finiten Formen sind besonders die Diathesen zu erwähnen (die Unterscheidung zwischen Aktiv und Passiv; in der früheren Zeit gab es auch noch eine dritte, die funktionell häufig unserem Reflexivum entspricht, die mediale Diathese), sowie die Unterscheidung nach Tempus (Zeit) und Modus (Aussageart).
7.3 Bei den Adjektiven sind die verschiedenen Steigerungsformen zu beachten: der Positiv (die Normalform), der Komparativ (die Steigerungsform) und der Superlativ (die Höchststufe, die außerhalb von Vergleichen Elativ genannt wird). Bei den mit den Adjektiven verwandten Zahlwörtern sind verschiedene funktionelle Sonderformen zu beachten. Neben den üblichen Kardinalzahlen (5, 6) und Ordinalzahlen (5., 6.) gibt es Multiplikativzahlwörter (fünfmal, sechsfach) und Distributivzahlwörter (je fünf, je sechs). Über die Adverbien ist hier nichts besonderes zu sagen; dagegen seien die Partikeln (nicht flektierende Wörter) besonders erwähnt. Für die Etymologie wichtig sind besonders die Interjektionen (Ausrufewörter).
7.4 Was die syntaktische Konstruktion anbelangt, so sei hier auf die Unterschei- dung zwischen affiziertem Objekt und effiziertem Objekt hingewiesen. Effiziert ist ein Objekt, wenn es durch die Verbalhandlung bewirkt, hervorgebracht wird (z.B. ein Bild malen); affiziert ist das Objekt, wenn es durch die Handlung betroffen wird (den Hund schlagen). ;
7.5 Nomina werden nach Kasus und Numerus abgewandelt (dekliniert, Deklina- tion), Verben nach Person, Numerus und Tempus/Modus (konjugiert, Konjuga- tion). Beides zusammen nennt man Flexion (die Wörter werden flektiert) und das Verfahren dieser Abwandlung überhaupt die Morphologie einer Sprache (mit dem gleichen Wort bezeichnet man auch die Beschreibung dieser Möglich- keiten). Den gesamten Formenbestand, den ein Wort haben kann, nennt man sein Paradigma; fehlen bestimmte Teile, so ist das Paradigma defektiv; wie z. B. bei den Pluralia tantum, den Wörtern, die nur im Plural vorkommen (z.B. Eltern). Tritt für eine fehlende Formenreihe die Reihe eines anderen Wortes = Es das Paradıgma suppletiv (z. B. die Steigerungsformen gut, besser, am esten).
7.6 Grammatische Wörter, die die Stelle der Nomina einnehmen oder diese begleiten können, sind die Pronomina. Sie haben häufig bestimmte altertümliche
Lautstand XXIX
Stämme, die Pronominalstämme, die vielfach sehr kurz, unregelmäßig und vielseitig verwendet sind. Zu den wichtigsten Funktionen der Pronomina gehört die Wiederaufnahme von etwas bereits besprochenem, der Rückbezug oder die anaphorische Funktion. Die Begleitung oder den Einsatz der Zeigegeste nennt man die deiktische Funktion oder Deixis.
Lautstand
8.1 Was den Lautstand anbelangt, so bezeichnen wir die Bestandteile der Wortform als Laute; betrachten wir die Laute vom Lautsystem her (z. B. danach, ob sie Bedeutungen differenzieren können oder nicht), dann sprechen wir von Phonemen. Nach der Art der Hervorbringung unterscheiden wir bei den Lauten Vokale (Öffnungslaute, bei denen der Luftstrom beim Sprechen nicht behindert wird) und — terminologisch etwas ungenau — Konsonanten, bei denen der Luftstrom beim Sprechen behindert wird (eigentlich müßte man Vokale und Nicht-Vokale unterscheiden; daneben Sonanten und Konsonanten, d.h. Silbenträger und Laute außerhalb des Silbengipfels). Den Gesamtbestand der Vokale einer Sprache, auch den Vokalbestand eines Wortes, nennt man häufig den Vokalismus; entsprechend verwendet wird Konsonantismus. Laute, die je nach Umgebung als Sonant oder Konsonant realisiert werden, nennt man Halbvokale. Laute, die beim Übergang von einem Laut zu einem anderen eingeschoben werden (z. B. ein j zwischen i und a), nennt man Gleitlaute.
8.2 Die Konsonanten unterscheidet man nach ihrer Hervorbringungsart in Reibelaute (Spiranten, Adjektiv spirantisch), bei denen die Luft durch eine Enge im Mund gepreßt wird (/, s, ch usw.); Verschlußlaute (Explosivlaute), bei denen ein Verschluß gelöst wird (p, b, t, d usw.), Affrikaten (die aus Verschlußlaut + Reibelaut an der gleichen Stelle bestehen), Nasale (m, n, ng), Liquiden (r, /) und Kontinuanten (j, w — auf diese bezieht man sich häufig als Halbvokale). Einen gelängten (verdoppelten) Konsonanten nennt man eine Geminate (gemi- niert ‚verdoppelt‘).
8.3 Nach dem Artikulationsort unterscheidet man Labiale (mit den Lippen gebildet), Labiodentale (Unterlippe + Oberzähne, z. B. f); Dentale (mit den Zähnen), Alveolare (Zunge gegen Zahnrücken, wie d und t im Deutschen), Palatale (Vordergaumen), Velare (weicher Gaumen), Uvulare (mit dem Zäpf- chen, z.B. das Rachen-r) und Laryngale (mit dem Kehlkopf, z.B. h). Die Palatale und Velare zusammen werden Tektale genannt (in der älteren Literatur auch Gutturale, was aber irreführend ist). Ein besonders in den frühen Sprachen wichtiger kombinierter Artikulationsort wird labiovelar genannt. Dabei handelt es sich um Velare, die mit Lippenrundung gesprochen werden, so daß sich eine enge Verbindung von Velar und (bilabialem) w ergibt.
8.4 Laute verändern sich im Laufe der Zeit — in der Regel so, daß der gleiche Laut unter gleichen Bedingungen zum gleichen anderen Laut wird. Das ist der Lautwandel; wenn man die Regelmäßigkeit der Erscheinung hervorheben will, spricht man auch von Lautgesetzen. Veränderungen, die von besonderen Bedin- gungen abhängig sind, sind etwa Dehnungen, d. h. Vokale, gelegentlich auch Konsonanten, werden gelängt, sei es, um den Ausfall anderer Laute auszuglei-
XXX Einführung in die Terminologie
chen (Ersatzdehnung), sei es, um die Lautform ausdrucksvoller zu machen (expressive Dehnung), sei es aus anderen Gründen. Ein wichtiger Fall ist die Überdehnung oder Pluti, die in bestimmten Bereichen regelmäßig vorkommen kann (etwa bei gerufenen Namen oder sonstigen Ausrufen ein auslautender Vokal). Wird ein Vokal so stark gedehnt, daß er ın eine Lautfolge (meist zwei gleiche Laute mit Gleitlaut) zerfällt, so spricht man von Zerdehnung (vgl. etwa Ehe aus einem langen e).
8.5 Unter einer Assimilation versteht man, daß ein Laut an einen anderen, im Wort benachbarten, ganz oder teilweise angeglichen wird. So haben wir etwa statt *ent-fangen in Wirklichkeit empfangen: das t ist an das f assimiliert worden (von einem Dental zu einem Labial) und dann hat sich auch der Nasal in seinem Artikulationsort angeglichen. Umgekehrt geht es bei der Dissimilation: Wenn zwei gleiche Laute nur durch wenige Laute getrennt sind, dann werden sie häufig unähnlich gemacht. So lautete das Wort Köder ursprünglich Körder und das erste r wurde durch Dissimilation beseitigt (dissimilatorischer Schwund).
8.6 Bei einer Metathese werden zwei Laute miteinander vertauscht, der eine springt um den anderen herum. Das ist besonders bei Liquiden der Fall; so gehört etwa Born zu Brunn(en), hat aber in der Stellung des r eine Metathese durchgemacht. Bei der Haplologie oder Silbenschichtung werden zwei gleiche Lautfolgen zu einer einzigen vereinfacht. So sagen wir statt *Zauber-er-in nur Zauberin, weil die beiden -er- zu einem einzigen vereinfacht worden sind.
8.7 Besonders starke Veränderungen ergeben sich in unbetonten Silben, im Tiefton, gegebenenfalls auch im Satztiefton (an Stellen des Satzes, die struktur- bedingt unbetont sind). Zu den häufigsten Erscheinungen dieser Art gehört die Apokope, der Abfall von auslautendem -e (gegebenenfalls auch von anderen Vokalen), und die Synkope, der Ausfall von unbetontem -e- (gegebenenfalls auch von anderen Vokalen) im Innern des Wortes. Man sagt, ein Vokal werde } apokopiert oder synkopiert. Eine ähnliche Erleichterung der Sprechbarkeit auf der Seite der Konsonanten ist das ‚Anwachsen‘ geschichtlich unberechtigter Konsonanten, meist am Schluß des Wortes (Epithese, epithetische Konsonanten); im Deutschen in der Regel ein Dental.
8.8 Stoßen zwei Vokale aufeinander, so spricht man von einem Hiat (es geht dabei nur um Vokalfolgen, die nicht einen Diphthong bilden können). Solche Lautfolgen sind vielfach unbequem, weshalb Gleitlaute eingeschoben werden, die sogenannten Hiattrenner. Beim Übergang in andere Sprachen (und auch sonst in der Sprachgeschichte) werden Lautformen gelegentlich verändert um der Sprechbarkeit oder des Wohlklangs willen (Euphonie, euphonisch).
8.9 Treten Lautwandel nur in bestimmten Umgebungen auf, und wechseln diese Umgebungen innerhalb eines Paradigmas oder einer Wortfamilie, so entstehen Lautwechsel. Zu den wichtigsten Lautwechseln aus früher Zeit gehört der Ablaut, eine Reihe von Vokalveränderungen verschiedener Ursachen, die in Flexion und Wortbildung der indogermanischen Sprachen eine große Rolle spielten. Man spricht in diesem Rahmen von der Normalstufe oder e-Stufe (d. h. ein e, das in anderen Formen abgewandelt wird), von der Abtönungsstufe oder o- Stufe (beide zusammen sind Hochstufen) in Gegensatz zur Schwundstufe
Zeitliche Verhältnisse XXXl
oder Tiefstufe, in der der e-Vokal geschwunden ist, und der Silbengipfel durch einen umgebenden Laut ausgefüllt werden muß. Umgekehrt ist es bei der Dehnstufe, in der der Vokal (das braucht in diesem Fall nicht unbedingt ein e zu sein) gelängt wird. Durch besondere Lautentwicklungen kann ein ablauten- des Wort eine Lautform bekommen, die einer andersartigen Ablautreihe ent- spricht und dann in seinen Formen und Ableitungen dieser anderen Ablautreihe angeglichen werden (vgl. im Wörterbuch unter gedeihen). In diesem Fall spricht man von Ablautentgleisung.
8.10 Ein anderer Lautwechsel ist der Umlaut, der darauf zurückzuführen ist, daß die dunklen Vokale aufgehellt wurden, wenn in der folgenden Silbe früher ein i oder jstand (das in den späteren Formen aber geschwunden ist). Umlaute haben wir in unserer heutigen Sprache noch in vielen Fällen, besonders auch in der Form, daß sie funktionalisiert sind (d.h. eine grammatische Funktion zum Ausdruck bringen müssen), so etwa bei Garten — Gärten zum Ausdruck des Plurals. Ein Lautwechsel bei Konsonanten, der nur noch als Relikt erhalten ist, ist der grammatische Wechsel, etwa in schneiden — schnitt (auch der Schnitt ).
8.11 Eine besondere Vokalentwicklung ist die Rundung, bei der ein vorderer Vokal nachträglich eine Lippenrundung bekommt (i wird dann zu ü, e zu ö usw.); auch der umgekehrte Vorgang kann eintreten und heißt dann Entrundung.
8.12 In bezug auf die Schreibungen sei darauf hingewiesen, daß besondere Laute entweder mit einem eigenen Zeichen zum Ausdruck gebracht werden können, oder indem ein vorhandenes Zeichen abgewandelt wird. Der abwan- delnde Teil (z. B. die Pünktchen bei den Umlautvokalen) heißt diakritisches Zeichen.
Zeitliche Verhältnisse
9.1 Was die zeitliche Schichtung anbelangt, so sei hier nur erwähnt, daß wir unsere heutige Sprache (seit etwa 1600) als Neuhochdeutsch bezeichnen, gegebenenfalls trennen wir die jüngste Schicht als Gegenwartssprache ab. Da- vor, etwa von 1350 — 1600, sprechen wir von Frühneuhochdeutsch (dazu gehört etwa die Sprache Luthers), noch früher (etwa 1100 — 1350) ist Mittelhoch- deutsch (z. B. die Sprache Walthers von der Vogelweide oder Wolframs von Eschenbach), und unsere frühest-bezeugte Sprachform nennen wir Althoch- deutsch (vom 8. Jh. bis etwa 1100). Das Element -hoch- kennzeichnet dabei den Gegensatz zu Niederdeutsch, das zwar auch Deutsch ist, aber z. B. nicht die Lautverschiebung mitgemacht hat. Zum gleichen Sprachraum gehörte auch die Vorstufe des heutigen Niederländischen, das aber auf Grund besonderer politischer und kultureller Umstände eine eigene Hochsprache entwickelt hat. Dagegen sind Dänisch, Norwegisch, Schwedisch und Englisch eigene Sprachen, die mit der unseren entfernter verwandt sind. Komplizierter ist es mit dem Friesischen, das wir hier ebenfalls als eine eigene Sprache (oder Sprachgruppe) betrachten.
9.2 Auf Grund der verhältnismäßig nahen Verwandtschaft des Deutschen zu
anderen Sprachen sind wir in der Lage, die Geschichte des Deutschen auch in der Zeit zu betrachten, in der es noch gar nicht belegt ist: Wir können
XXXIl Einführung in die Terminologie
durch den Vergleich der verwandten Sprachen die Vorstufen erschließen. Diese Vorstufen sind vor allem für Deutsch, Englisch, die skandinavischen Sprachen und das heute ausgestorbene Gotische das Germanische; vergleicht man darüber hinaus auch das Lateinische, Griechische, Keltische, Baltische, Slavische, Indi- sche, Hethitische und einige andere Sprachen, so ergibt sich das Indogermani- sche, das in anderen, hauptsächlich englischen, Schriften auch Indoeuropäisch genannt wird (das ist zwar ein neutralerer Ausdruck, aber sachlich weniger richtig, weil nicht alle europäischen Sprachen zu dieser Gruppe gehören).
9.3 Vermuten wir von einem Wort, daß es bereits in der indogermanischen Grundsprache vorhanden war, so nennen wir es indogermanisch oder grund- sprachlich. Nehmen wir ein hohes Alter in Anspruch, wollen aber nicht so weit zurückgehen, dann sagen wir voreinzelsprachlich. In diesem Wörterbuch wird versucht, die räumliche Vergleichbarkeit von Wörtern in bestimmte Gruppen zu fassen (die gewisse Rückschlüsse auf das Alter ermöglichen). Wir treffen dabei folgende Unterscheidungen: Westeuropäisch (weur.) nennen wir gegebe- nenfalls ein Wort, das außer im Germanischen noch im Keltischen oder Italı- schen oder in beiden vorkommt; osteuropäisch (oeur.) ein. Wort, das außer im Germanischen noch im Baltischen oder Slavischen oder in beiden auftritt; West- und osteuropäisch (w/oeur.) die Kombination aus beiden. Europäisch (eur.) ist ein Wort, das außer im Germanischen noch im Griechischen oder Armenischen oder Albanischen auftritt (diese Sprachen stehen dem Germani- schen ferner; deshalb müssen solche Wortgleichungen ein größeres Gebiet umfaßt haben); für die Bezeichnung als indogermanisch oder grundsprachlich verlangen wir, daß ein Wort außer im Germanischen noch im Arischen (Indisch, Iranisch) oder Hethitischen oder Tocharischen auftritt.
9.4 Betrachten wir eine Sprache zu einem bestimmten Zeitraum, so nennen wir diese Betrachtungsweise synchronisch; untersuchen wir sie in ihrer Entwicklung, also historisch, so ist die Betrachtungsweise diachronisch. Die verschiedenen menschlichen Sprachen bezeichnen wir als Natursprachen, wenn wir den Gegen- satz zu Kunstsprachen, Tiersprachen, Kalkülsprachen usw. hervorheben wollen.
Abkürzungen Ablaut Ablautentgleisung ablösen, Ablösung
Abstraktum s. Adjektiv-, Verbal-,
ti- Ableitung Abtönungsstufe Adjektiv Adjektiv der Möglichkeit Adjektivabstraktum, Adverb Affix affızıertes Objekt Affrikata Akronym althochdeutsch Alveolar Analogie anaphorisch Apokope, apokopiert Appellativ(um) Archaismus, archaısch Assimilation, assimiliert Augmentativum
Bahuvrihi Bedeutungsübertragung Bedeutungsverallgemeinerung Bedeutungsverengung Bedeutungsverschiebung Bedeutungsverschlechterung Bildungen, sekundäre
defektiv
Dehnstufe
Dehnung
deiktisch Deklination dekliniert Deminutiv denominal Denotation
Dental Dentalerweiterung Derivation Determinans Determinativ-Kompositum Determinatum deverbal, deverbativ diachronisch
Register
Register 4.7 | diakritisches Zeichen 8.9 | Diathese 8.9 | Differenzierung, differenziert 6.5 | Diminutiv Dissimilation 3.7, 3.9 | Distributivzahlwörter 3.10 Bual 8.9 | dunkel 7.3 | Durativ 39 3,9 | e-Stufe 7,3 | effiziertes Objekt 3 | Eigenname 7,4 | Eigenschaftsbezeichnung 82 Elativ 4,7 | Ellipse 9. | emphatische Dehnung g.3 | emphatische Lautung e5 Enklise, enklitisch 7.6 | Entlehnung 87 Entrundung 1.1 | Epithese, epithetisch 61 Erbwörter 85 Ersatzdehnung 3.10 Ersatzwörter j Erweiterung 3.13 | Etymologie 44 Etymon 67 Euphemismus 67 euphonisch 15 europäisch Be Europäismus 36 exozentrisch j Explosivlaute 715 expressive Dehnung 8.9 expressive Lautung 2 fachsprachlich 7.6 | Faktitiv 7.5 | Falsche Ablösung 7.5 finite Formen, Finitum 3.10 | Flexion 3.9 | französisierend 6.3 Fremdbegriff 8.3 | Fremdwort 3.8 | Frequentativ 3.1 | frühneuhochdeutsch 3.13 | Fugenelement 3.13 | funktionalisiert 3.13 3.9 | Gegenwartssprache 9.4 | Geminate, geminiert
XXXIU
XXXIV
germanisch Gerundiv(um)
Gleitlaut
graezisierend grammatischer Wechsel Grundlage grundsprachlich Grundwort
guttural
Halbpräfıx Halbsuffix Halbvokal
Hapax (legomenon) Haplologie Herkunft
Herkunft dunkel Hiat
Hiattrenner Hochstufe Homonymie Hüllwort
hybrid(e Bildung) Hyperkorrektismus Hypokoristikum Hypostase, Hypostasierung
idiomatisch, idiomatisiert Idiom
Incohativ, inchoativ indoeuropäisch indogermanisch Infigierung, infigiert infinite Formen Infinitiv Instrumentalbildung Intensiv Interjektion Internationalismus Intransitiv
Iterativ
Kardinalzahlen Kasus obliquus Kausativ Klammerform Kollektivum Komparativ Komposition Kompositum Kompositionssuffix Konjugation, konjugiert Konnotation
Einführung in die Terminologie
Konsonant
konsonantischer Stamm Konsonantismus Kontamination, kontaminiert Kontinuant
Kontrastbildung
Kopfwort Kopulativkompositum Kosewort
Kurzwort
Labial Labiodental Labiovelar Laryngal
Laut Lautbedeutsamkeit Lautbild Lautgebärde Lautgesetz Lautmalerei Lautnachahmung Lautwandel Lautwechsel Lehnbedeutung Lehnübersetzung Lehnwort lexikalisiert Lexikograph Lindwurm-Kompositum Liquid
Lokativ
lokativische Bildung
Materialadjektiv
medial
Metapher
Metathese
Metonymie mittelhochdeutsch
Modus
Morphologie, morphologisch Movierung, Motion, moviert Multiplikativzahlwörter
Name
Nasal Nasalınfıx Nasalpräsens natursprachlich neoklassisch neolateinisch Neologismus
neuhochdeutsch niederdeutsch niederländisch Nomen Nomen appellativum Nomen proprium Nomen acti Nomen actionis Nomen agentis Nomen instrumentalis, instru- menti Nomen postverbalium Nomen qualitatis Nomen rei acti nominal Nominalform Normalstufe Nullableitung
o-Stufe
Objekt, affıziertes, effiziertes obliquer Kasus
okkasionell onomasiologisch Onomatopöie, -poetisch osteuropäisch
Palatal Paradigma Paronymie
Pars pro toto Partikeln
Partizip
pejorativ
Phonem
Phrase
Pluralia tantum Pluti Polarisierung Positiv Possessiv-Kompositum Postverbalia Präfigierung Präfix Präfixableitung Präfixoid
Präsens, Nasal- primäre Bildung Proklise, proklitisch Pronomen Pronominalstamm Proprium
Register
390.
Reduplikation, redupliziert Reibelaut
Relikt
Rückbildung
Rundung
s mobile
Satztiefton
Scheinentlehnung
Schwanzwort
Schwundstufe
sekundäre Ableitung, sekundäre Bildung
Sekundärmotivation
semasiologisch
Silbenschichtung
Simplex
Sonant
sondersprachlich
Soziativbildung
Spirant
spirantisch
Stammbildung
Stamm
Substantivierung, substantiviert
Substrat
Suffigierung
Suffix
Suffixoid
Superlativ
Superstrat
Suppletiv
synchronisch
Synekdoche
Synkope, synkopiert
systematische Bedeutung
Tautologie
Tektal
Tempus
Terminus
thematisch, Thematisicrung, Themavokal
ti-Abstraktum
Tiefstufe
Tiefton
transitiv, Transitivierung
Übertragung Umdeutung Umlaut univerbiert
| Unregelmäßigkeit
XXXVI
Urschöpfung
Uvular
Überdehnung Übersetzungsäquivalent Übersetzungsgleichung
Variante
Velar Verallgemeinerung Verbalabstraktum Verbaladjektiv Verbalsubstantiv Verbalwurzel Verbum purum Verdeutlichung Verengung Verkleinerungsform Verschiebung Verschlechterung Verschlußlaut Vokal Vokaldehnung vokalischer Stamm Vokalismus
Einführung in die Terminologie
Volksetymologie voreinzelsprachlich Vriddhi
Wendung Wanderwort, kulturelles Weiterbildung westeuropäisch wiederbelebt Wortbildung Wortfabrikation Wurzel Wurzelpräsens Wurzelerweiterung Wurzelnomen
Zahlwörter Zerdehnung Zugehörigkeitsbildung Zusammenbildung Zusammenrückung Zusammensetzung
Zweisilbige Wurzeln/Basen/
Grundlagen
Transkription fremder Alphabete — Lautzeichen
Alphabetische Ordnung
Die alphabetische Ordnung ist die des deutschen Alphabets; £ gilt als s + s. Umlaute werden wie die einfachen Vokale behandelt (ä = a,ö = o,ü = u), bei sonst gleicher Schreibung steht der umgelautete Vokal nach dem nicht umgelauteten. Auch andere diakritische Zeichen bleiben bei der Anordnung unberücksichtigt (z.B. d = a).
Transkription
Die Transkription erfolgt nach den in der modernen Forschung und Lexikographie üblichen Verfahren. Zu Besonderheiten in der Schreibung s. unter den Einzelsprachen.
Allgemein verwendete diakritische Zeichen
über einem Vokalzeichen (z. B. ö) bezeichnet einen Langvokal.
über einem Vokalzeichen (z.B. ä) bezeichnet einen Kurzvokal (s. aber zu den slavischen Sprachen unter 8).
(Akut) über einem Vokalzeichen (z. B. 4) bezeichnet den Wortakzent (s. aber zum Altnordischen und Isländischen unter 3 sowie zum Slavischen unter 8).
(Gravis ) über einem Vokalzeichen (z. B. d) bezeichnet einen davon verschiedenen Akzent (mit einzelsprachlich stark unterschiedlichen Regelungen).
(Zirkumflex!) über einem Vokalzeichen (z. B. ä) bezeichnet in der Regel die schleif- tonige Intonation, die den Wortton und die Vokallänge einschließt (in den baltischen Sprachen auch bei /, r, m, n = Liquida— oder Nasaldiphthonge).
(Zirkumflex?) über einem Vokalzeichen (z.B. &) bezeichnet in der Regel eine be- stimmte Vokalqualität, die die Vokallänge in sich schließt.
(Trema) über einem Vokalzeichen (z. B. i) bezeichnet die selbständige Aussprache eines Vokals nach einem Vokal (also nicht als Diphthong o. ä.).
“ ist ein besonderer Akzent des Serbokroatischen, auch über Liquiden.
Besonderheiten in den Einzelsprachen
1. Zu beachten ist, daß z außerhalb des Deutschen ein stimmhaftes s bezeichnet. Wo y als Konsonantenzeichen verwendet wird (z.B. ai.) entspricht es einem deutschen j; als Vokalzeichen ist es normalerweise ein ü.
2. Indogermanisch, voreinzelsprachlich, erschlossene Formen:
F Murmelvokal, wie unbetontes e im Deutschen r,l,m,n _ silbentragende Sonoranten
XXXVII Transkription fremder Alphabete — Lautzeichen
K,g palatale Laute qu, gu labiovelare Laute (Velare mit gleichzeitiger Lippenrundung)
3. Germanische Sprachen
b stimmloser dentaler Reibelaut (wie e. th in thin) e,@ offenes e (ä) iv (gt.) h (oder ch) + w (Labiovelar)
q (gt.) k + w (Labiovelar wie d. gu—, aber ohne u geschrieben)
es sn sg eln Le Kun
0 (nordische Sprachen) geschlossenes ö
(nordische Sprachen) offenes ö
(nordische Sprachen) offenes o
(nordische Sprachen) offenes o
(z. B. ä) bedeutet anord. isl. und in anderen nordischen Sprachen Vokal-
länge
b öd sind im Altenglischen teilweise auch im Altnordischen gleichwertig (stimm- loser dentaler Reibelaut, der zwischen Vokalen stimmhaft gesprochen wird)
b,ö (as.) stimmhafte Reibelaute
HS 8
4. Altindisch
Be silbentragendes r, /
€ tsch
J dsch (wie in e. joy)
t,d,n,s _ zerebrale (retroflexe) Laute
A velarer Nasal
n palataler Nasal
S sch
m m oder Nasalierung des vorausgehenden Vokals h schwacher Hauchlaut (für auslautendes s oder r) 5. Avestisch (Persisch ist wie Arabisch umschrieben)
F) Murmelvokal
d offenes o
a nasaliertes a
3 sch
zZ stimmhaftes sch (wie in frz. jour)
C isch
vi dsch (wie in e. joy)
N) velarer Nasal
3,6 stimmloser und stimmhafter dentaler Reibelaut Yy stimmloser und stimmhafter velarer Reibelaut
6. Hethitisch $ sch
7. Tocharısch
Die Schreibung entspricht der altindischen. Ein Bogen über mehrere Zeichen bedeutet verschmolzene Ausprache der bezeichneten Laute.
8. Slavische Sprachen
a,g,0 nasalierte Vokale
@ langes e (mit palataler Qualität des vorausgehenden Konsonanten) y langes zentrales i
Besonderheiten in den Einzelsprachen XXXIX
De reduzierte Kurzvokale
Der Akut bezeichnet, den Wortton, im Cechischen und Slovakischen aber die Vokallänge
fr hartes, in bilabiales w übergehendes / % (poln. sz) sch
3 (poln. 2 und rz) stimmhaftes sch (wie ın frz. jour) ( ts
zZ dz (wie in e. reads)
& (poln. cz) tsch
9. Baltische Sprachen
a,e.i nasalierte Vokale
y langes i
E langes e
E (lett.) offenes e
ausk, (lett.) palatale Laute
Ss sch
a stimmhaftes sch (wie in frz. jour)
€ tsch
10. Armenisch
e halboffenes e
F) Murmelvokal
Ss sch
zZ stimmhaftes sch (wie in frz. jour) @ £S
” dz (wie in e. reads)
@ isch
J dsch (wie in e. joy)
5£ ach— Laut
3 z. B. {* bezeichnet die Aspiration (F besonderes, vermutlich retroflexes / F verstärktes r
11. Europäische (ig.) Sprachen £ (frz.) s vor dunklen Vokalen
12. Semitisch (Arabisch, Hebräisch)
DI Ba
1,k, b, d, > spirantische Aussprache
8/8 (hebr.) | Be:
1,d,n,s,h „emphatische” Laute (A im Hebräischen: stimmloser Laryngal) $,$ - 2,2 stimmlose und stimmhafte sch — Laute
ä tsch
dsch (wie in e. joy)
ach — Laut
stimmhafte Entsprechung zu h
(hebr. stimmloser Glottal) KehlkopfverschluBlaut (hebr. stimmhafter Reibelaut) stimmhafter Kehlpreßlaut
nr m
13. Türkisch
$ sch J stimmhaftes sch (wie in frz. jour)
SQL Transkription fremder Alphabete — Lautzeichen
£ isch ® stimmhaftes dsch (wie in e. joy)
14. Sonstiges
? Kehlkopfverschlußlaut in phonetischer Schreibung E offenes e (ä) in phonetischer Schreibung [a (alb.) offenes e
15. Nicht — phonetische Zeichen
“ bezeichnet eine erschlossene Form
+ bei Verweisen gibt an, daß unter der angegebenen Stelle weitere Verwandte zu finden sind.
Abkürzungen und allgemeine Literaturangaben
Inter).
ıntrans.
Jh: jınd. Kon). m.
n
Nom. Num. o.ä. o. dgl. Part. PFut. BR poet.
aägypt.
abret. ae. afr. afrik.
n Chr.
Allgemeine Abkürzungen
Adjektiv Adverb Akkusativ Anmerkung archaisch Artikel Auflage Band dasselbe Dativ
das heißt dialektal eventuell femininum Festschrift Genitiv Herausgeber Instrumental Interjektion intransitiv Jahrhundert jemand Konjunktion maskulinum neutrum nach Christus Nominativ Numerale oder ähnlich oder dergleichen Partikel Partizip Futur Plural poetisch
leere elle ll
Bee
Postp. PPerf. PPR: PPräs. PPrät. Präp. Prät.-Präs. Pron. Pron.-Ad). refl.
reg.
5. s.d. Se. So: stV. s.u. Subst. Ss. V.
swV. trans. u.a. u.ä. u. dgl. ugs. unr. V. vacht vgl. vs. vulg. ZB ZN
Postposition Partizip Perfekt Partizip Perfekt Passiv Partizip Präsens Partizip Präteritum Präposition Präterito-Präsens Pronomen Pronominal-Adjektiv reflexiv
regional
siehe
siehe dort
Singular
siehe oben
starkes Verb
siehe unten Substantiv
sub voce (‚unter dem Stichwort‘) schwaches Verb transitiv
unter anderem
und ähnlich
und dergleichen umgangssprachlich unregelmäßiges Verb vor Christus vergleiche
versus
vulgär
zum Beispiel
zum Teil
Abkürzungen der Sprachbezeichnungen
altägyptisch altbretonisch altenglisch altfriesisch afrıkanisch
"mW NN
afrk. ag. agutn. ahd. all
u
altfränkisch altgermanisch altgutnisch althochdeutsch altindisch
am.-span. andd. andfrk. andl. angl. anglo-i.
anglo-norm.
anord. äol. aondtrk. aonord. apers. apreuß. arab. aram. arm.
as. aschw. avest.
baır. bair.-Österr. balto-slav. bask. berlin. bibel-gr. bret.
bulg. burgund.
cech. chin.
d. dn. dor.
fär. finn. finno-ugr.
Abkürzungen und allgemeine Literaturangaben
altisländisch altkirchenslavisch altlateinisch albanıisch albanisch-toskisch alemannisch amerikanisch-englisch amerikanisch-spanisch altniederdeutsch altniederfränkisch altniederländisch anglisch angloindisch anglo-normannisch altnordisch
äolisch altostniederfränkisch altostnordisch altpersisch altpreußisch
arabisch
aramäisch
armenisch altsächsisch
= altschwedisch
avestisch
bairisch bairisch-österreichisch balto-slavisch baskisch
berlinisch bibelgriechisch bretonisch
bulgarisch burgundisch
Cechisch
= chinesisch
deutsch dänisch dorisch
englisch elsässisch eskimoisch estnisch europäisch- indogermanisch
färöısch finnisch
= finno-ugrisch
fkslav. fläm. fnhd. fnndl. m friaul. frk. frz. fslav.
Ra gall. gallo-rom. gaskogn. gotl.
gr.
gt.
hd. hebr. hess. heth. hom. hunn.
je i.-iran. ig.
ıll. indian. Ir. iran. isl.
it. it.-trent. ital. IvT.
Jap. javan.
kat.
kelt. khotan. kirchen-l. korn. krimgt. kslav. kurd. kymr.
j langobard. latino-fal.
frühkirchenslavisch flämisch frühneuhochdeutsch frühneuniederländisch friesisch
friaulisch
fränkisch
französisch frühslavisch
germanisch gallisch gallo-romanisch gaskognisch gotländisch griechisch gotisch
hochdeutsch hebräisch hessisch hethitisch homerisch hunnisch
indisch indo-iranisch indogermanisch illyrisch
indianisch
irisch
iranisch
ısländisch italienisch italienisch-trentinisch ıtalisch
ivrit (neuhebräisch)
japanısch javanisch
= katalanisch
keltisch khotansakisch kirchenlateinisch kornisch
= krimgotisch
kirchenslavisch kurdisch
= kymrisch (walisisch)
Il
lateinisch langobardisch latino-faliskisch
letz
lit. lombard. luv. lux.-lothr.
Iyd. lyK.
naked. mal. malay. md. me. messap. mex.
mhd. mi.
ml. mndd. mndl. mrhein. myk.
nassau.
ndd.
ndl.
ndn.
ndrhein.
ndsorb.
ne.
neo-l.
nfr.
nhd.
nisl.
nndl.
nnorw. (bokmäl)
nnorw. (nynorsk)
nordd.
nordfr.
nordg.
nordh.
nord-it.
nordod.
nordwd.
norw.
nschw.
ntl.-gr.
Abkürzungen der Sprachbezeichnungen
lettisch litauisch lombardisch luvisch luxemburgisch- lothringisch lydisch
lykisch
makedonisch malajisch malayalamisch mitteldeutsch mittelenglisch messapisch mexikanisch (-spanisch) mittelhochdeutsch mittelindisch mittellateinisch mittelniederdeutsch mittelniederländisch mittelrheinisch mykenisch
nassauisch niederdeutsch niederländisch neudänisch niederrheinisch niedersorbisch neuenglisch neolateinisch neufriesisch neuhochdeutsch neuisländisch neuniederländisch bokmäl-(riksmäl) neunorwegisch nynorsk-(landsmäl-) neunorwegisch norddeutsch nordfriesisch nordgermanisch nordhumbrisch norditalienisch nordostdeutsch nordwestdeutsch norwegisch (dialektal) neuschwedisch neutestamentlich grie- chisch
obd. obit. obrhein. obsächs. obsorb.
osK. osk.-umbr. osm.-türk. osset. österr.
pfälz.-frk. phön. phryg. pikard. poln. polyn. port. pränestin. prov.
räto-rom. rheinfrk. rom.
rotw.
rum. runen-nord. russ. russ.-kslav.
sächs. sard. schles.
schlesw.-holst.
schott.-e. schott.-gäl. schw. schwäb. schwz. semit. serb.-kslav.
serbo-kr.
I
XLIl
oberdeutsch oberitalienisch oberrheinisch obersächsisch obersorbisch ostdeutsch osteuropäisch- indogermanisch ostfriesisch ostfränkisch ostfranzösisch ostgermanisch ostjiddisch ostmitteldeutsch oskisch oskisch-umbrisch osmanisch-türkisch ossetisch österreichisch
pfälzisch-fränkisch phönizisch phrygisch pikardisch polnisch polynesisch portugiesisch pränestinisch provenzalisch
räto-romanisch rheinfränkisch romanisch rotwelsch rumänisch runennordisch russisch russisch- kirchenslavisch
sächsisch
sardisch
schlesisch schleswig-holsteinisch schottisch-englisch schottisch-gälisch schwedisch schwäbisch schweizerisch semitisch
serbisch- kirchenslavisch serbokroatisch
XLIV
sınghal. sizil. skr. slav. slovak. sloven. sogd. sorb. spae. span. spl. spmhd.
steir. südd. sudod. sudwd. sumer.
syr.
talmud-hebr.
tamıl. tarent. tat. thrak. tirol.
AA AAL AANL
AASF AAWG AAWLM
AB ABÄG ABAW ABNG ABS ADA AGMN
AGP ÄHVL
AION-G
Abkürzungen und allgemeine Literaturangaben
= sınghalesisch toch. (A./B.) = tocharisch (A./B.)
= sizilianisch türk. = türkisch .
= sanskrit
= slavisch ukr. = ukrainisch
= slovakisch umbr. = umbrisch
= slovenisch ung. = ungarisch (magyarisch)
= sogdisch
= sorbisch ved. = vedisch
= spätaltenglisch venet. = venetisch
= spanisch venez. = venezianisch
— spätlateinisch
= spätmittelhoch- wallon. = wallonisch deutsch wd. = westdeutsch
= steirisch westfäl. = westfälisch
= süddeutsch weur. = westeuropäisch-
= südostdeutsch indogermanisch
= südwestdeutsch wfr. = westfriesisch
= sumerisch we. = westgermanisch
= syrisch wind. = westindisch
wjidd. = westjiddisch
= talmud-hebräisch wınd. = westmitteldeutsch
= tamilisch wogul. = wogulisch
= tarentinisch wruss. = westrussisch
= tatarisch ws. = westsächsisch
= thrakisch
= tirolisch zigeuner. = zigeunerisch
Abkürzungen der Zeitschriften und Reihen
Anzeiger für Altertumswissenschaft
Annual of Armenian Liguistics
Atti della Accademia Nazionale dei Lincei. Rendi conti della classe di scienze morali, storiche e filologiche, Serie VIII
Suomalaisen Tiedeakatemian Toimituksia. Annales Academiae Scientia- rum Fennicae
Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, phil.- hist. Klasse
Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz, geisteswissenschaftliche Klasse
Archiv für Begriffsgeschichte
Amsterdamer Beiträge zur älteren Germanistik
Abhandlungen der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
Amsterdamer Beiträge zur neueren Germanistik
Acta Baltico-Slavica
Anzeiger für deutsches Altertum und deutsche Literatur
(Sudhoffs) Archiv für Geschichte der Medizin und der Naturwissen- schaft
Archiv für die gesamte Psychologie
Ärsberättelse Humanistiska Vetenskapssamfundet i Lund. Bulletin de la societ& des lettres de Lund
Annali, Istituto Orientale di Napoli, sezione germanica, filologia germa- nica
Abkürzungen der Zeitschriften und Reihen XLV
Annalı, Istituto Orientale di Napoli, sezione linguistica
Annali, Istituto Orientale di Napoli, sezione germanica, studi nederlan- desı, studi nordici
Annali, Istituto Orientale di Napoli, sezione germanica, studi tedeschi
Anzeiger für indogermanische Sprach- und Altertumskunde. Beiblatt zu den Indogermanischen Forschungen
American Journal of Philology
Archiv für Kulturgeschichte
Archivum Linguisticum
Acta Linguistica Academiae Scientiarum Hungaricae
Acta Linguistica Hafniensia
Archiv für lateinische Lexikographie und Grammatik
Almanach der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Archiv für Literatur und Volksdichtung
Archiv für Musikwissenschaft
American Speech
Arkiv för nordisk filologi
Analecta Linguistica
Anthropological Linguistics
Anzeiger der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Philoso- phisch-historische Klasse
Abhandlungen der Preußischen Akademie der Wissenschaften
Acta Philologica Scandinavica
Archiv für Religionswissenschaft
Archivum Romanicum
Arbeiten zur romanischen Philologie
Amerikastudien
Anzeiger für indogermanische Sprach- und Altertumskunde
Abhandlungen der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig
Anglo-Saxon England
Archiv für das Studium der neueren Sprachen und Literaturen
Asia maior. A British Journal of Far Eastern Studies
Archiv für slavische Philologie
Antike und Abendland
Archiv für vergleichende Phonetik
Bibliotheca dell’Archivum Romanicum
Bunte Blätter
Bulletin of the Bord of Celtic Studies
Bayerische Blätter für das Gymnasial-Schulwesen
Bulletin de la Comission Royale de Toponymie et de Dialectologie
Blätter für deutsche Landesgeschichte
Beiträge zur Erforschung der deutschen Sprache
Beiträge zur Flurnamenforschung
Bulletin de la Faculte des lettres de Mulhouse
Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur, Halle (1 [1874] 76 [1955, recte: 1954])
Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur, Halle (77 [1955] — 100 [1979])
Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur, Tübingen (ab 77 [1955])
Beiträge zur Geschichte der Naturwissenschaft und Technik
Bayerische Hefte für Volkskunde
Abkürzungen und allgemeine Literaturangaben
Bonner Jahrbücher des rheinischen Landesmuseums
Beiträge zur Kunde der indogermanischen Sprachen (= ‚Bezzenbergers Beiträge‘)
Beiträge zur Namenforschung
Beiträge zur neueren Literaturgeschichte
Blätter für oberdeutsche Namenforschung
Beiträge zur romanischen Philologie
Bulletin de la Societ& Linguistique de Paris
Bulletin of the School of Oriental (and African) Studies
Bijdragen tot de Taal-, Land- en Volkenkunde
Bündnerisches Monatsblatt
Bündnerisches Wochenblatt
Berichte über die Verhandlungen der sächsischen Akademie der Wissen- schaften zu Leipzig, phil.-hist. Klasse
Cahiers Ferdinand de Saussure Colloquia Germanica
Cahiers de lexicologie
Classica et Mediaevalıa
Cambridge Medieval Celtic Studies Classical Philology
The Classical Quarterly
The Classical Review
Deutsches Archiv für die Erforschung des Mittelalters
Danske studier
Deutsch als Fremdsprache
Deutsches Jahrbuch für Volkskunde
Deutsche Lebensmittelrundschau
Deutsche Literaturzeitung
Deutsche Medizinische Wochenschrift
Deutsche Sprache
Der Deutschunterricht
Dutch Studies
Deutsche Vierteljahresschrifti für Literaturwissenschaft und Geistesge- schichte
Deutsche Wortforschung in Europäischen Bezügen
Deutsche Zeitschrift für Philosophie
Etudes celtiques
Les etudes classiques Etudes germaniques Elbostfälische Studien English Studies
Filologiskt arkiv
Forschungen und Fortschritte Folia Linguistica
Folia linguistica historica Frühmittelalterliche Studien Finnisch-ugrische Forschungen Finnisch-ugrische Mitteilungen
Geistige Arbeit General Linguistics
GGA GL GLL GLSt Gordian
Abkürzungen der Zeitschriften und Reihen XLVIl
Göttingische Gelehrte Anzeigen
Germanistische Linguistik
German life and letters
Grazer Linguistische Studien
Gordian. Zeitschrift für Nährmittel und Genußmittel The Germanic Review
Germanisch-Romanische Monatsschrift Germano-Slavica
Germanische Studien
Hessische Blätter für Volkskunde
Hanseatische Geschichtsblätter
Historiographica Linguistica
Historische Sprachforschung (Historical Linguistics) Heimat und Volkstum
Historische Zeitschrift
Innsbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft
Indogermanische Forschungen
Indo-Iranıan Journal
Indogermanisches Jahrbuch
Innsbrucker Jahrbuch für Völkerkunde und Sprachwissenschaft Incontri linguistici
IIbergs Neue Jahrbücher
Iberoromanica
Internationale Zeitschrift für allgemeine Sprachwissenschaft
Jahrbuch für Antike und Christentum
Jahrbuch der Augustin Wibbelt-Gesellschaft
Jahrbuch der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
Jahrbuch Deutsch als Fremdsprache
Jahrbuch der deutschen Sprache
Journal of English and Germanic Philology
Jahrbuch des freien deutschen Hochstifts
Jahrbuch für fränkische Landesforschung
Jahrbuch für Geschichte
Jahrbuch der Gesellschaft für die Geschichte und Bibliographie des Brauwesens e. V.
Journal of the History of Ideas
Jahrbuch des Instituts für deutsche Sprache
The Journal of Indo-European Studies
Jahrbuch für National-Ökonomie
Jahrbuch für ostdeutsche Volkskunde
Jahrbuch des Österreichischen Volksliederwerks
Jahrbuch des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung
Jahrbuch des Vereins zum Schutze der Alpenpflanzen und -tiere
Kopenhagener Beiträge zur Germanistischen Linguistik Klagenfurter Beiträge zur Sprachwissenschaft
Kwartalnik neofilologiczny
Korrespondenzblatt des Vereins für Niederdeutsche Sprachforschung
Leuvense Bijdragen Linguistique balcanique
XLVIl
MoM Monatshefte Monatshefte
Abkürzungen und allgemeine Literaturangaben
Listy filologicke
Literaturblatt für Germanische und Romanische Philologie Linguistische Berichte
Lingua Posnaniensis
Lingua e stile
Leeds Studies in English
Medium ZEvum
Mitteilungen der Akademie zur wissenschaftlichen Erforschung und Pflege des Deutschtums
Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft
Meijerbergs Arkiv för Svensk Ordforskning
Mitteldeutsche Blätter für Volkskunde
Mitteilungen aus der Deutschen Bibliothek
Medieval Studies
Michigan Germanic Studies
Museum Helveticum
Medizinisch-historisches Journal
Mededelingen van de Koninklijke Nederlandse Akademie van Wetten- schappen
Modern Languages
Modern Language Notes
Modern Language Quarterly
Modern Language Review
Münchener Museum für Philologie des Mittelalters und der Renaissance
Münchner Medizinische Wochenschrift
Maal og Minne
Monatshefte für den deutschen Unterricht
Monatshefte. A journal devoted to the study of German language and literature (University of Wisconsin)
Moderna Spräk
Moderne Sprachen
Modern Philology
Muttersprache
Mitteilungen der schlesischen Gesellschaft für Volkskunde
Münchner Studien zur Sprachwissenschaft
Mitteilungen des Universitätsbundes Marburg
Mitteilungen des Vereins für Geschichte Berlins
Mitteilungen des Vereins für Sächsische Volkskunde
Nachrichten von der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, phil.- hist. Klasse. Nachrichten aus der neueren Philologie und Literaturge- schichte
Namn och Bygd
Neue deutsche Hefte
Nordeuropa
Nordfriesisches Jahrbuch
Nachrichten der Gelehrten Gesellschaft Göttingen, phil.-hist. Klasse Nachrichten der Gießener Hochschulgesellschaft
New German Studies
Namenkundliche Informationen
Niederdeutsches Jahrbuch
Neue Jahrbücher für das klassische Altertum
Niederdeutsches Korrespondenzblatt
Abkürzungen der Zeitschriften und Reihen XLIX
Niederdeutsche Mitteilungen
Neophilologus
Neuphilologische Mitteilungen
Neuphilologische Monatsschrift
Neuphilologische Zeitschrift
Nysvenska Studier
Nietzsche-Studien
Norsk Tidsskrift for Sprogvidenskap
Natur und Volk
Nachrichten-Blatt für rheinische Heimatpflege (Nachrichten-Blatt des Verbandes der rheinischen Heimatmuseen)
Niederdeutsches Wort
North-Western European Language Evolution
Niederdeutsche Zeitschrift für Volkskunde
Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie Österreich in Geschichte und Literatur Orientalische Literaturzeitung Oberdeutsche Zeitschrift für Volkskunde
Papiere zur Linguistik
Pfälzer Heimatkunde
Philosophisches Jahrbuch
Philological Quarterly
Philologische Wochenschrift
Papers in Linguistics
Publications of the Modern Language Association of America
Revue belge de philologie et d’histoire. Belgisch tijdschrift voor filologie en geschiedenis
Rivista critica dı storia della Filosofia
Revue des £tudes anciennes
Revue des &tudes indo-europ£ennes
The Review of English Studies
Romanische Forschungen
Rivista di filologia e di istruzione classica
Recherches germaniques
Revue internationale d’onomastique
Romanistisches Jahrbuch
Rheinisches Jahrbuch für Volkskunde
Ricerche linguistiche
Revue linguistique romane
Russia Mediaevalia
Rheinisches Museum für Philologie
Rheinische Vierteljahresblätter
Schweizerisches Archiv für Volkskunde
Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften der DDR
Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften zu Mainz, geistes- wissenschaftliche Klasse
Sitzungsberichte der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, phil.- hist. Klasse
Sitzungsberichte der Berliner Akademie
YVWP
WBZDS WeB
Wisst
Abkürzungen und allgemeine Literaturangaben
Studia Celtica
Studii si Cercetäri Lingvistice
Sprachdienst
Studium Generale
Studia Germanica Gandensia
Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, phil- hist. Klasse
Schiller Jahrbuch
Studia Linguistica
Schweizer Monatshefte
Studier i Modern Spräkvetenskap
Studia Neophilologica
Sitzungsberichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Sitzungsberichte der Preußischen Akademie der Wissenschaften, phil.- hist. Klasse
Sprachspiegel
Sitzungsberichte der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig
Studi Germanici
Sprache im Technischen Zeitalter
Sprachwissenschaft
Taalkundige Bijdragen
Travaux du cercle linguistique de Copenhague
Travaux du cercle linguistique de Prague
Therapeutische Berichte
Travaux de linguistique indo-europ&enne
Travaux de linguistique et de litterature
Tijdschrift voor Nederlandse Taal- en Letterkunde Iransactions of the Philological Society Thüringisch-Sächsische Zeitschrift für Geschichte und Kunst Taal en Tongval
Us Wurk
Uppsala Universitets Ärsskrift (Filosofi, Spräkvetenskap och Historiska Vetenskaper)
Die Umschau in Wissenschaft und Technik,
Veröffentlichungen der Deutschen Akademie der Wissenschaften Berlin
Veröffentlichungen des Instituts für Deutsche Sprache und Literatur (Deutsche Akademie der Wissenschaften Berlin)
Vie et langage
Verslagen en mededeelingen der koninklijke oraanische academie voor taal en letterkunde
Vox Romanica
Vierteljahrsschrift für wisscnschaftliche Pädagogik
Wort und Brauch
Wissenschaftliche Beihcfte zur Zeitschrift des Deutschen Sprachvereins Weimarer Beiträge
Westfälische Forschungen
Wiener Studien
Württembergisches Jahrbuch für Volkskunde
ZPhAS ZPhSK
ZRG
ZRPh
2
ZSsEı ZSSR-GA
ZSK ZSW ZV ZAUNL, ZVPh
Abkürzungen der Zeitschriften und Reihen LI
Wort und Wahrheit
Wörter und Sachen
Wiener Sprachblätter
Wiener Studien
Wirkendes Wort
Wissenschaftliche Zeitschrift der Humboldt-Universität Berlin
Wissenschaftliche Zeitschrift der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Wissenschaftliche Zeitschrift der Universität Halle
Wissenschaftliche Zeitschrift der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Wissenschaftliche Zeitschrift der Karl-Marx-Universität Leipzig
Wissenschaftliche Zeitschrift der Wilhelm-Pieck-Universität Rostock
The Yearbook of English Studies
The Year’s Work in Modern Language Studies Zeitschrift für Anglistik und Amerikanistik Zeitschrift für Agrargeschichte und Agrarsoziologie Zeitschrift des allgemeinen deutschen Sprachvereins
Zeitschrift für celtische Philologie
Zeitschrift für Deutschkunde
Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur
Zeitschrift für deutsche Bildung
Zeitschrift der deutschen geologischen Gesellschaft
Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik
Zeitschrift für deutsche Mundarten
Zeitschrift für deutsche Philologie
Zeitschrift für deutsche Sprache
Zeitschrift für den deutschen Unterricht
Zeitschrift für deutsche Wortforschung
Zeitschrift für französische Sprache
Zeitschrift für Germanistik
Zeitschrift für germanistische Linguistik
Zeitschrift für hochdeutsche Mundarten
Zeitschrift für Kulturgeschichte
Zeitschrift für katholische Theologie
Zeitschrift für Mundartforschung
Zeitschrift für Namenforschung
Zeitschrift für Ortsnamenforschung
Zeitschrift für Phonetik und Allgemeine Sprachwissenschaft
Zeitschrift für Phonetik, Sprachwissenschaft und Kommunikationsfor- schung
Zeitschrift für Religion und Geistesgeschichte
Zeitschrift für romanische Philologie
Zeitschrift für Slawistik
Zeitsehrift für slavische Philologie
Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, Germanistische Abteilung
Zeitschrift des Sprachvereins
Zeitschrift für Süßwaren
Zeitschrift für Volkskunde
Zeitschrift für die Untersuchung der Lebensmittel
Zeitschrift für vergleichende Phonetik
Lil Abkürzungen und allgemeine Literaturangaben
ZVS Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung (auf dem Gebiete der indogermanischen Sprachen)
ZVV Zeitschrift des Vereins für Volkskunde
ZWL Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte
Abgekürzt zitierte Literatur — Wörterbücher und Nachschlagewerke
Ader, D.: Studien zur Sippe von ‚schlagen‘. Diss. Münster 1953.
Adelung, J. Ch.: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der Oberdeutschen. 2. vermehrte und verbesserte Ausgabe. Bd. I—IV. Leipzig 1793— 1801. Nachdruck: Hildesheim 1970.
Althochdeutsches Wörterbuch. Auf Grund der von E. Steinmeyer hinterlassenen Samm- lungen im Auftrag der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig bearbei- tet und hrsg. von E. Karg-Gasterstädt, Th. Frings u.a. Bd. I: Berlin 1952 — 1968. Bd. III: Berlin 1971-1985. Bd. IV, Lieferung 1ff. Berlin 1986 ff.
Angstmann, E.: Der Henker in der Volksmeinung. Bonn 1928.
Bachmann, K.: Der Einfluß von Luthers Wortschatz auf die schweizerische Literatur des 16. und 17. Jahrhunderts. Freiburg/Br. 1909.
Bächtold-Stäubli, H. (Hrsg.): Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Bd. I—X. Berlin, Leipzig 1927/42. Nachdruck: Berlin, New York 1987.
Badisches Wörterbuch. Bearbeitet von E. Ochs, K. F. Müller und G. W. Baur. Bd. I ff. Lahr 1925 ff.
Baetke, W.: Das Heilige im Germanischen. Tübingen 1942.
Bahder, K.v.: Zur Wortwahl in der frühneuhochdeutschen Schriftsprache. Heidelberg 1925,
Bammesberger, A.: Beiträge zu einem etymologischen Wörterbuch des Altenglischen. Berichtigungen und Nachträge zum Altenglischen etymologischen Wörterbuch von F. Holthausen. Heidelberg 1979.
Bartholmes, H.: Bruder, Bürger, Freund, Genosse (Göteborg 1970).
Bartholomae, Ch.: Altiranisches Wörterbuch. Berlin 1904. Verbesserter Nachdruck: Berlin, New York 1979.
Beck, H. / Denecke, D. / Jankuhn, H. (Hrsg.): Untersuchungen zur eiszeitlichen und frühmittelalterlichen Flur in Mitteleuropa und ihrer Nutzung. Teil II. Göttingen 1980.
Behaghel, O.: Deutsche Syntax. Bd. I—IV. Heidelberg 1923/32.
Benecke, G. F. / Müller, W. / Zarncke, F.: Mittelhochdeutsches Wörterbuch. Bd. I— III. Leipzig 1854 — 1861.
Berthold, L. / Friebertshäuser, H.: Hessen-Nassauisches Volkswörterbuch. Bd. IIff. Marburg 1943 ff.
Beumann, H. / Schröder, W. (Hrsg.): Frühmittelalterliche Ethnogenese im Alpenraum. Sigmaringen 1985.
Bielfeldt, H.H.: Die Entlehnungen aus den verschiedenen slavischen Sprachen im Wortschatz der nhd. Schriftsprache. Berlin 1965.
Bloch, ©. / Wartburg, W.v.: Dietionnaire etymologique de la langue frangaise. 6. Aufl. Paris 1975.
Bosworth, J. / Toller, T.N.: An Anglo-Saxon Dictionary. Oxford 1898. Supplement by T.N. Toller. With revised and enlarged Addenda by A. Campbell. Oxford 1921. Nachdruck: Oxford 1972 — 1980.
Abgekürzt zitierte Literatur — Wörterbücher und Nachschlagewerke LI
Brandenburg-Berlinisches Wörterbuch. Bearbeitet unter der Leitung von G. Ising und J. Wiese. Bd. Iff. Berlin, Neumünster 1976 ff.
Braune, W. B.: Reim und Vers. Eine wortgeschichtliche Untersuchung. Heidelberg 1916.
Brogyanyi, B. / Krömmelbein, Th. (Hrsg.): Germanic Dialects. Linguistic and Philologi- cal Investigations. Amsterdam 1986.
Brüggemann, G. A.: Wortschatz und Sprachform. Leipzig 1925.
Brunt, R.J.: The Influence of the French Language on the German Vocabulary. (1649 — 1735). Berlin, New York 1983.
Buchholz, O. / Fiedler, W. / Uhlisch, G.: Wörterbuch albanisch-deutsch. Leipzig 1977.
Büchmann, K.: Geflügelte Worte. 36. Aufl. Berlin 1986.
Buck, C. D.: A Dictionary of Selected Synonyms in the Principal Indoeuropean Langua- ges. A Contribution to the History of Ideas. Chicago 1949.
Campe, J. H.: Wörterbuch der deutschen Sprache. Bd. I—V. Braunschweig 1807 — 1811. Nachdruck: Hildesheim 1969.
Chantraine, P.: Dictionnaire e&tymologique de la langue grecque. Histoire des mots. Bd. I—IV. Paris 1968 — 1980.
Christie, W. M. (Hrsg.): Current Progress in Historical Linguistics. Amterdam 1976.
Cleasby, R. / Vigfusson, G.: An Icelandic-English Dictionary. 2nd edition with a Supplement by A Craigie. Oxford 1957.
Cox, H.L.: Die Bezeichnungen des Sarges im Kontinental-Westgermanischen. Eine wortgeographisch-volkskundliche Untersuchung. Marburg 1967.
Darms, G.: Schwäher und Schwager, Hahn und Huhn. Die Vrddhi-Ableitungen im Germanischen. München 1978.
Devlamminck, B. / Jucquois, G.: Complements aux dictionnaires etymologiques du gotique. Louvain 1977 ff.
Dictionary of the Irish Language. Baised mainly on Old and Middle Irish Materials. Ed. by the Royal Irish Academy. Dublin 1913 —1976. Compact edition: Dublin 1983.
Diedrichs, E.: Die Schlüsselblume. Gießen 1952.
Diefenbach, L.: Glossarium latino-germanicum mediae et infimae aetatis. Frankfurt/ M. 1857. Nachdruck: Darmstadt 1968.
Diefenbach, L.: Novum glossarium latino-germanicum. Frankfurt/M. 1867.
Diefenbach, L. / Wülcker, E.: Hoch- und niederdeutsches Wörterbuch der mittleren und neueren Zeit. Basel 1885. Nachdruck: Hildesheim 1965.
Dietz, Ph.: Wörterbuch zu Dr. Martin Luthers deutschen Schriften. Bd. I (A — Hals). Leipzig 1870— 1872. Nachdruck: Hildesheim 1973.
Diez, F.: Etymologisches Wörterbuch der romanischen Sprachen. 5. Aufl. Bonn 1887.
Dizionari Sansoni. Sansoni Wörterbücher. Tedesco-Italiano. Italiano-Tedesco. 2. Aufl. Florenz 1984. Nachdruck: Florenz 1986.
Doornkaat Koolman, J. ten: Wörterbuch der ostfriesischen Sprache. Bd. II. Norden 1879-1884. Nachdruck: Wiesbaden 1965.
Dornseiff, F.: Der deutsche Wortschatz nach Sachgruppen. 7. unveränderte Aufl. Berlin, New York 1970.
DRW: Deutsches Rechtswörterbuch. Wörterbuch der älteren deutschen Rechtssprache. Bd. Iff. Weimar 1914 ff.
Du Cange, Ch. du Fresne Sieur: Glossarium mediae et infimae aetatis. Bd. I-X. Paris 1883 — 1887. Nachdruck: Graz 1954.
Duden. Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. Hrsg. von G. Drosdowski. Bd. I—- VI. Mannheim, Wien, Zürich 1976 — 1981.
Duden. Deutsches Universalwörterbuch. Hrsg. und bearbeitet von G. Drosdowski. Mannheim, Wien, Zürich 1983.
LIV Abkürzungen und allgemeine Literaturangaben
Duden. Etymologie. Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache. Bearbeitet von G. Drosdowski, P. Grebe u.a. Mannheim, Wien, Zürich 1963.
Dückert, J.: Zur Ausbildung der Norm der deutschen Literatursprache. 1470— 1730. II. Auf der lexikalischen Ebene. Unter Leitung von J. Dückert. Berlin 1976.
DWB: Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Bd. I-XVI. Leipzig 1854 — 1960. Quellenverzeichnis 1971. Nachdruck: München 1984. Neubearbeitung: Bd. Iff. Leipzig 1965 ff.
Eggebrecht, H. H.: Studien zur musikalischen Terminologie. Wiesbaden 1955.
Eichhoff, J.: Wortatlas der deutschen Umgangssprache. Bd. I—-II. Bern, München 1977 — 1978.
Eichler, E.: Etymologisches Wörterbuch der slawischen Elemente im Ostmitteldeut- schen. Bautzen 1965.
Endzelin, J. / Hausenberg, E.: Ergänzungen und Berichtigungen zu K. Mühlenbachs Lettisch-deutschem Wörterbuch. Bd. I— II. Chicago 1956.
Ernout, A. / Meillet, A.: Dietionnaire &tymologique de la langue latine. Histoire des mots. 4. Aufl. Paris 1959. Nachdruck: Paris 1985.
Falk, H.S. / Torp, A.: Norwegisch-dänisches etymologisches Wörterbuch. Bd. I- II. 2. Aufl. Heidelberg 1960.
Feist, S.: Vergleichendes Wörterbuch der gotischen Sprache. Mit Einschluß der krimgo- tischen und sonstiger zerstreuter Überreste des Gotischen. 3. neubearbeitete und vermehrte Aufl. Leiden 1939.
FEW: Wartburg, W.v.: Französisches Etymologisches Wörterbuch. Eine Darstellung des galloromanischen Sprachschatzes. Bonn, Leipzig, Basel 1928 ff.
Fick, A.: Vergleichendes Wörterbuch der Indogermanischen Sprachen. Teil II: Wort- schatz der germanischen Spracheinheit. Unter Mitwirkung von H. Falk gänzlich umgearbeitet von A. Torp. 4. Aufl. Göttingen 1909.5. Aufl. = Nachdruck: Göttingen 1979
Fink, H.: Tiroler Wortschatz an Eisack, Rienz und Etsch. Nachlese zu J. Schatz: Wörterbuch der Tiroler Mundarten. Zum Druck vorbereitet von K. Finsterwalder. Innsbruck 1972.
Fischer, H.: Schwäbisches Wörterbuch. Zu Ende geführt von W. Pfleiderer. Bd. I-VI. Tübingen 1904/36.
Flasdieck, H.: Zinn und Zink. Tübingen 1952.
Follmann. M.F.: Wörterbuch der deutsch-lothringischen Mundarten. Leipzig 1909. Nachdruck: Hildesheim, New York 1971. i
Förster, M.: Der Flußname ‚Themse‘ und seine Sippe. München 1941. (= SBAW 1941, I).
Fraenkel, E.: Litauisches etymologisches Wörterbuch. Bd. I- II. Heidelberg, Göttingen 1962 — 1965.
Franck / van Wijk: Franck’s Etymologisch Woordenboek der Nederlandse Taal. Tweede Druk door N. van Wijk. Leiden 1912. Supplement door C. C. van Haeringen. Leiden 1936. Nachdruck: Leiden 1980 — 1984.
Frankfurter Wörterbuch. Hrsg. von W. Brückner. Bd. I-VI. Frankfurt/M. 1971 — 1985.
Friedrich, J.: Hethitisches Wörterbuch. Kurzgefaßte kritische Sammlung der Deutungen hethitischer Wörter. Heidelberg 1952— 1954. Ergänzungshefte I—-III. Heidelberg 1957 — 1966.
Friedrich, J. / Kammenhuber, A.: Hethitisches Wörterbuch. 2. völlig neu bearbeitete Aufl. auf der Grundlage der edierten hethitischen Texte. Bd. Iff. Heidelberg 1975ff.
Frings, Th.: Germania Romana. Halle/S. 1932.
Frisk, H.: Griechisches etymologisches Wörterbuch, Bd. I-III. 2. unveränderte Aufl. Heidelberg 1973 — 1979.
Abgekürzt zitierte Literatur — Wörterbücher und Nachschlagewerke LV
Frisk, H.: Kleine Schriften zur Indogermanistik und zur griechischen Wortkunde. Göteborg 1966.
Fritzner, J.: Ordbog over det gamle norske sprog. Bd. I—-III. 2. verbesserte Aufl. Kristiania 1886— 1896. Bd. IV: Nachträge von F. Hodnebe. Oslo 1972.
Frühneuhochdeutsches Wörterbuch. Hrsg. von R.R. Anderson, U. Goebel und O. Reichmann. Bd. I, Lieferung 1 ff. Berlin, New York 1986 ff.
FS Arnold: Festschrift der Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein- Westfalen zu Ehre des Herrn Ministerpräsidenten K. Arnold anläßlich des fünfhun- dertjährigen Bestehens der Arbeitsgemeinschaft für Forschung am 4. Mai 1955. Köln, Opladen 1955.
FS Baetke: Festschrift für W. Baetke. Dargebracht zu seinem 80. Geburtstag. Hrsg. von K. Rudolph, R. Heller und E. Walter. Weimar 1966.
FS Behaghel. Beiträge zur germanischen Sprachwissenschaft. Festschrift für O. Beha- ghel. Hrsg. von W. Horn. Heidelberg 1924.
FS Bianchi: Studi in onore di L. Bianchi. Bologna 1960.
FS Bonfante: Scritti in onore di G. Bonfante. Brescia 1976.
FS Borchling: Niederdeutsche Studien. C. Borchling zum 20. März 1932 dargebracht von Freunden und Mitarbeitern. Neumünster 1932.
FS Brekle: Neuere Forschung zur Wortbildung und Historiographie der Linguistik. Festschrift für H. E. Brekle. Hrsg. von B. Asbach-Schnitker und J. Roggenhofer. Tübingen 1987.
FS Cordes: Festschrift für G. Cordes. Hrsg. von F. Debus und J. Hartig. Bd. II: Sprachwissenschaft. Neumünster 1976.
FS Dam: Altgermanistische Beiträge. Festschrift für J. van Dam. Hrsg. von F. Maurer und C. Minis. Amsterdam 1977.
FS Debrunner: Sprachgeschichte und Wortbedeutung. F. A. Debrunner gewidmet von Schülern, Freunden und Kollegen. Bern 1954.
FS Dünninger: Volkskultur und Geschichte. Festschrift für J. Dünninger. Hrsg. von D. Harmening u.a. Berlin 1970.
FS Frings: Fragen und Forschungen im Bereich und Umkreis der germanischen Philolo- gie. Festgabe für Th. Frings zum 70. Geburtstag. Berlin 1956.
ES Foerste: Gedenkschrift für W. Foerste. Hrsg. von D. Hofmann. Köln, Wien 1970.
FS Hammerich: Festgabe für L.L. Hammerich aus Anlaß seines 70. Geburtstages. Kopenhagen 1962.
FS Heinzel: Abhandlungen zur Germanischen Philologie. Festgabe für R. Heinzel. Halle 1898.
FS Helm: Erbe der Vergangenheit. Germanistische Beiträge. Festgabe für K. Helm zum 80. Geburtstag. Tübingen 1951.
FS Hrozny: Symbolae ad studia orientis pertinentes. F. Hrozny dedicatae. Teil I—V. Prag 1949/50.
FS Jagic: Jagic-Festschrift. Zbornik u slavu Vatroslava Jagica. Berlin 1908.
FS Kluge: Festschrift für F. Kluge zum 70. Geburtstag. Dargebracht von O. Behaghel u.a. Tübingen 1926.
FS Knobloch: Sprachwissenschaftliche Forschungen. Festschrift für J. Knobloch. Hrsg. von H.M. Ölberg, G. Schmidt unter Mitarbeit von H. Bothien. Innsbruck 1985. FS Kralik: Festschrift für D. Kralik. Dargebracht von Freunden, Kollegen und Schü-
lern. Horn /N.-Ö. 1954.
FS Krause: Indogermanica. Festschrift für W. Krause zum 65. Geburtstag. Heidelberg 1960.
FS Largiader: Archivalia et historica. Arbeiten aus dem Gebiet der Geschichte und des Archivwesens. Festschrift für A. Largiader. Hrsg. von D. Schwarz und W. Schnyder.
Zürich 1958.
LVI Abkürzungen und allgemeine Literaturangaben
FS Martin: Sprache und Brauchtum. Festschrift für B. Martin. Hrsg. von R. Hilde- brandt und H. Friebertshäuser. Marburg 1980.
FS Matzel: Studia Linguistica et Philologica. Festschrift für K. Matzel. Hrsg. von H.- W. Eroms, B. Gajek und H. Kolb. Heidelberg 1984.
FS Maurer: Die Wissenschaft von der deutschen Sprache. Festschrift für F. Maurer. Hrsg. von S. Gutenbrunner u.a. Stuttgart 1963.
FS Maurer: Deutsche Sprache. Geschichte und Gegenwart. Festschrift für F. Mäurer. Hrsg. von H. Moser u. a. Bern, München 1978.
FS Mayer: Verfassungsgeschichte. Aus Verfassungs- und Landesgeschichte. Festschrift zum 70. Geburtstag von Th. Mayer. Dargebracht von seinen Freunden und Schülern. Lindau, Konstanz 1954.
FS Mogk: Festschrift für E. Mogk zum 70. Geburtstag. Halle/S. 1924.
FS Mohr: ‚Getempert und gemischet‘. Festschrift für W. Mohr. Hrsg. von F. Hundsnur- scher und U. Müller. Göppingen 1972.
FS Mortensen: Ergebnisse und Probleme moderner geographischer Forschung. H. Mortensen zu seinem 60. Geburtstag. Gewidmet von Schülern, Freunden und Kolle- gen. Bremen 1954.
FS Öhmann: E. Öhmann zu seinem 60. Geburtstag. Helsinki 1954.
FS Ölberg: Sprache, Sprachen, Sprechen. Festschrift für H. M. Ölberg. Hrsg. von M. Kienpointner und H. Schmeja. Innsbruck 1987.
FS Pokorny: Beiträge zur Indogermanistik und Keltologie. J. Pokorny zum 80. Geburts- tag. Hrsg. von W. Meid. Innsbruck 1967.
FS Pretzel: Festgabe für U. Pretzel. Hrsg. von W. Simon, W. Bachofer und W. Dittmann. Berlin 1963.
FS Ouint: Festschrift für J. Quint. Anläßlich seines 65. Geburtstages überreicht. Hrsg. von H. Moser, R. Schützeichel und K. Stackmann. Bonn 1964.
FS Risch: o-o-pe-ro-si. Festschrift für E. Risch. Hrsg. von A. Eitter. Berlin, New York 1986.
FS Schmidt-Wiegand: Sprache und Recht. Beiträge zur Kulturgeschichte des Mittelal- ters. Festschrift für R. Schmidt-Wiegand zum 60. Geburtstag. Hrsg. von K. Hauck u.a. Bd. I—II. Berlin 1986.
FS Schmitt: Deutscher Wortschatz. Lexikologische Studien. L. E. Schmitt zum 80. Geburtstag von seinen Marburger Schülern. Hrsg. von H.-H. Munske u.a. Berlin, New York 1988.
FS Schröder: Festschrift für F. R. Schröder zu seinem 65. Geburtstage. Hrsg. von W. Rasch. Heidelberg 1959.
FS Schuchardt: Miscellanea linguistica dedicata a H. Schuchardt. Geneve 1922.
FS Schützeichel: Althochdeutsch. (Festschrift R. Schützeichel). Hrsg. von R. Bergmann, H. Tiefenbach und L. Voetz. Bd. I—II. Heidelberg 1987.
FS de Smet: Wortes anst. Verbi gratia. Donum natalicum G. A. R. de Smet. Hrsg. von H.L. Cox, V. F. Vanacker und E. Verhofstadt. Leuven 1986.
FS Spanner: Beiträge zur sprachlichen Volksüberlieferung. (Festschrift A. Spanner). Hrsg. von I. Weber-Kellermann und W. Steinitz. Berlin 1953.
FS Steinbach: Aus Geschichte und Landeskunde. Forschung und Darstellungen. Fest- schrift für F. Steinbach. Bonn 1960.
FS Trier: Festschrift für J. Trier zu seinem 60. Geburtstag. Hrsg. von B.v. Wiese und K.-H. Borck. Meisenheim/Glan 1954.
FS Trier: Festschrift für J. Trier zum 70. Geburtstag. Hrsg. von W. Foerste und K.-H. Borck. Köln, Graz 1964.
FS Tschirch: Zeiten und Formen in Sprache und Dichtung. Festschrift für F. Tschirch zum 70. Geburtstag. Hrsg. von K.-H. Schirmer und B. Sowinski. Köln, Wien 1972.
FS Wartburg: Etymologica. W.v. Wartburg zum 70. Geburtstag. Tübingen 1958.
Abgekürzt zitierte Literatur — Wörterbücher und Nachschlagewerke LVII
FS Wartburg: Festschrift für W.v. Wartburg. Hrsg. von K. Baldinger. Bd. I-I. Tübingen 1968.
Galle, J. H.: Vorstudien zu einem altniederdeutschen Wörterbuch. Leiden 1903.
Gamillscheg, E.: Etymologisches Wörterbuch der französischen Sprache. 2. vollständig neu bearbeitete Aufl. Heidelberg 1969.
Ganz, P. F.: Der Einfluß des Englischen auf den deutschen Wortschatz. Berlin 1957.
an Prifysgol Cymru. A dictionary of the Welsh language. Bd. Iff. Caerdydd
“ us Mawr. Hrsg. von H. M. Evans und W. O. Thomas. Llandybie, Aberystwyth
Gemoll, W.: Griechisch-deutsches Schul- und Handwörterbuch. 9. durchgesehene und erweiterte Aufl. von K. Vretska. München, Wien 1954. Nachdruck: München, Wien 1985.
Georges, K.E.: Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch. Bd. I—Il. 8. ver- besserte und vermehrte Aufl. von H. Georges. Hannover, Leipzig 1913— 1918. Nach- druck: Darmstadt 1985.
Gesenius, W.: Hebräisches und aramäisches Handwörterbuch über das alte Testament. Unveränderter Neudruck der 1915 erschienenen 17. Aufl. Berlin, Göttingen, Heidel- berg 1962.
Goedel, G.: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seeemannssprache. Kiel 1902.
Goethe-Wörterbuch. Hrsg. von der Akademie der Wissenschaften der DDR, der Akade- mie der Wissenschaften in Göttingen und der Heidelberger Akademie der Wissen- schaften. Bd. Iff. Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz 1978 ff.
Götze, A.: Volkskundliches bei Luther. Weimar 1909.
Götze, A.: Nomina ante res. Heidelberg 1917.
Götze, A.: Wege des Geistes in der Sprache. Prag, Leipzig, Wien 1918.
Götze, A.: Anfänge einer mathematischen Fachsprache in Keplers Deutsch. Berlin 1919.
Götze, A.: Akademische Fachsprache. Heidelberg 1929.
Graff. E.G.: Althochdeutscher Sprachschatz oder Wörterbuch der althochdeutschen Sprache. Bd. I—- VI. Bd. VII: Vollständiger alphabetischer Index, ausgearbeitet von H.F. Massmann. Berlin 1834— 1846. Nachdruck: Hildesheim 1963.
Güntert, H.: Labyrinth. Eine sprachwissenschaftliche Untersuchung. Heidelberg 1932.
Günther, H.: Freiheit, Herrschaft und Geschichte. Semantik der historisch-politischen Welt. Frankfurt/M. 1979.
Günther, L.: Die deutsche Gaunersprache und verwandte Geheim- und Berufssprachen. Leipzig 1919.
Gusmani, R.: Lydisches Wörterbuch. Mit grammatischer Skizze und Inschriftensamm- lung. Heidelberg 1964. Ergänzungsbd. Heidelberg 1980 — 1986.
Hamburgisches Wörterbuch. Hrsg. von H. Kuhn, U. Pretzel u.a. Bd. Iff. Neumünster 1985 ff.
Haugen, E. 1.: Norwegian-Englisch Dictionary. A Pronouncing and Translating Dictio- nary of Modern Norwegian Bokmäl and Nynorsk. Oslo, Madison 1961.
Heinertz, N. O.: Etymologische Studien. Lund 1927.
Heintz, G.: Geschehen. Wortgeschichtliche, etymologische und onamasiologische Stu- dien aus dem Sinnbezirk des ‚Sich — Ereignens‘. Diss. Münster 1968.
Hellquist, E.: Svensk etymologisk ordbok. 4. Aufl. Bd. I—Il. Lund 1980.
Helten, W.L. van: Zur Lexicologie des Altwestfriesischen. Amsterdam 1896.
Helten, W.L. van: Zur Lexikologie des Altostfriesischen. Amsterdam 1907.
LVIII Abkürzungen und allgemeine Literaturangaben
Henne, H. / Objartel, G. (Hrsg.): Bibliothek zur historischen deutschen Studenten- und Schülersprache. Bd. I— VI. Berlin, New York. 1984.
Henzen, W.: Die Bezeichung von Richtung und Gegenrichtung im Deutschen. Studien zu Umfang und Ausnützung der mit Adverbien der Richtung zusammmengesetzten Wortbildungsgruppen. Tübingen 1969.
Herbermann, C.-P.: Etymologie und Wortgeschichte. Die idg. Sippe des Verbums strotzen. Marburg 1974.
Heyne, M.: Das deutsche Wohnungswesen, von den ältesten geschichtlichen Zeiten bis zum 16. Jahrhundert. Leipzig 1899.
Heyne, M.: Fünf Bücher deutscher Hausaltertümer von den ältesten geschichtlichen Zeiten bis zum 16. Jahrhundert. Leipzig 1899/1903.
Heyne, M.: Deutsches Wörterbuch. Bd. I— III. 2. Aufl. Leipzig 1905 — 1906. Nachdruck: Hildesheim 1970.
Hiersche, R.: Deutsches etymologisches Wörterbuch. Lieferung 1 ff. Heidelberg 1986 ff.
Hoffmann, W. H.: Schmerz, Pein und Weh. Gießen 1956.
Holthausen, F.: Altenglisches etymologisches Wörterbuch. 2. unveränderte Aufl. Heidel- berg 1963.
Holthausen, F.: Altfriesisches Wörterbuch. 2. verbesserte Aufl. von D. Hofmann. Heidelberg 1985. ,
Hoops, J.: Waldblume und Kulturpflanzen. Straßburg 1905.
Hoops: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Unter Mitwirkung zahlreicher Fachgelehrten hrsg. von J. Hoops. Bd. I—IV. Straßburg 1911/19.
Hoops: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. 2. völlig neu bearbeitete und stark erweiterte Aufl. unter Mitwirkung zahlreicher Fachgelehrter. Bd. Iff. Berlin, New York 1973 ff.
Horn, P.: Die deutsche Soldatensprache. Gießen 1899.
Hübschmann, H.: Armenische Grammatik. Theil I: Armenische Etymologie. Leipzig 1897.
Hüpper-Dröge, D.: Schild und Speer. Waffen und ihre Bezeichnungen im frühen Mittelalter. Frankfurt/M., Bern, New York 1983.
Hustad, T.: Stor Norsk-Tysk ordbok. Großes Norwegisch-Deutsches Wörterbuch. Oslo, Bergen, Tromse 1979.
Islensk oröabök. Handa skölum og almenningi. 2. vermehrte und verbesserte Aufl. Reykjavik 1983. Nachdruck: Reykjavik 1988.
Jöhannesson, A.: Isländisches etymologisches Wörterbuch. Bern 1956.
Johannisson, T. J.: Verbal ock postverbal partikelkomposition. Diss. Lund 1939.
Jones, W. J.: A Lexicon of French Borrowings in the German Vocabulary. (1575 — 1648). Berlin, New York 1976.
Jutz, L.: Vorarlbergisches Wörterbuch mit Einschluß des Fürstentums Lichtenstein. Bd. I—-II. Wien 1960 — 1965.
Kammenhuber, A.: Materialien zu einem hethitischen Thesaurus. Lieferung 1 ff. Heidel- berg 1973 ff.
Klappenbach, R. / Steinitz, W. (Hrsg.): Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. 10. bearbeitete Aufl. Bd. I- VI. Berlin 1980 — 1982.
Klein, E.: A Comprehensive Etymological Dictionary of the English Language. Bd. I— II. Amsterdam, London, New York 1966 — 1967. Nachdruck in einem Bd.: Am- sterdam, London, New York 1977.
Klenz, H.: Die deutsche Druckersprache. Straßburg 1900.
Kluge, F.: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 1. Aufl. Straßburg 1883. 21. Aufl. Berlin, New York 1975 = Nachdruck der 20. Aufl. Berlin 1967.
Abgekürzt zitierte Literatur — Wörterbücher und Nachschlagewerke LIX
Kluge, F.: Deutsche Studentensprache. Straßburg 1895. Kluge, F.: Rotwelsch. Quellen und Wortschatz der Gaunersprache und der verwandten
Geheimsprachen. I. Rotwelsches Quellenbuch. Straßburg 1901. Nachdruck: Berlin, New York 1987.
Kluge, F.: Bunte Blätter. Freiburg/Br. 1908.
Kluge, F.: Seemannssprache. Wortgeschichtliches Handbuch deutscher Schifferaus- drücke älterer und neuerer Zeit. Halle/S. 1911. Nachdruck: Kassel 1973.
Kluge, F.: Wortforschung und Wortgeschichte. Aufsätze zum deutschen Sprachschatz. Leipzig 1912.
Kluge, F.: Abriß der deutschen Wortbildungslehre. Halle/S. 1913.
Kluge, F.: Von Luther bis Lessing. 5. Aufl. Leipzig 1918.
Kluge, F.: Nominale Stammbildungslehre der altgermanischen Dialekte. 3. Aufl. bear- beitet von L. Sütterlin und E. Ochs. Halle/S. 1926.
Köbler, G.: Altfriesisch-neuhochdeutsches und neuhochdeutsch-altfriesisches Wörter- buch. Gießen 1983.
Kranemann, N.: Über den Gebrauch des Wortes Krippe im Sachbereich der Uferbefesti- gung. Münster 1958.
Kranzmayer, E.: Die Namen der Wochentage in den Mundarten von Bayern und Österreich. Wien, München 1929.
Kratz, B.: Zur Bezeichnung von Pflugmesser und Messerpflug in Germania und Roma- nia. Gießen 1966.
Krause, W. / Thomas, W.: Tocharisches Elementarbuch. Bd. I: Grammatik. Bd. II: Texte und Glossar. Heidelberg 1960 — 1964.
Kretschmer, P.: Wortgeographie der hochdeutschen Umgangssprache. 2. durchgesehene und ergänzte Aufl. 1969.
Kuhberg, W.: Verschollenes Sprachgut und seine Wiederbelebung in nhd. Zeit. Frank- furt/M. 1933.
Künzle, B.O.: Das altarmenische Evangelium. Teil I: Edition zweier altarmenischer Handschriften. Teil II: Lexikon. Bern, Nancy, Frankfurt/M., New York 1984.
Küpper, H.: Wörterbuch der deutschen Umgangssprache. Bd. I VI. Hamburg 1955/ 70.
Küpper, H.: Illustriertes Lexikon der deutschen Umgangssprache. Bd. I— VIII. Stuttgart 1982/84.
Küpper, H.: Wörterbuch der deutschen Umgangssprache. Stuttgart 1987.
Kurath, H. / Kuhn, Sh.M. (Hrsg.): Middle English Dictionary. Bd. Iff. Ann Arbor/ Mich. 1956 ff.
Kurschat, A.: Litauisch-deutsches Wörterbuch. Bd. I-IV. Göttingen 1968 — 1973.
Kyes, R. L.: Dictionary of the Old Low and Central Franconian Psalms and Glosses. Tübingen 1983.
Ladendorf, O.: Historisches Schlagwörterbuch. Straßburg 1906. Nachdruck: Hildesheim 1968.
Lasch, A.: Berlinisch. Eine berlinische Sprachgeschichte. Berlin 1928.
Lasch, A. / Borchling €C.: Mittelniederdeutsches Handwörterbuch. Fortgeführt von G. Cordes. Bd. Iff. Neumünster 1956 ff.
Latein und Griechisch im deutschen Wortschatz. Lehn- und Fremdwörter altsprach- licher Herkunft. 4. Aufl. Berlin 1988.
Lehmann: A Gothic Etymological Dictionary. Based on the third edition of Vergleichen- des Wörterbuch der Gotischen Sprache by Sigmund Feist. Leiden 1986.
Lewis, Ch. T. / Short, Ch.: A Latın Dictionary. Founded on Andrews’ Edition of Freund’s Latin Dictionary. Oxford 1879. Nachdruck: Oxford 1975.
Lexer, M.: Kärntnisches Wörterbuch. Leipzig 1862. Nachdruck: Wiesbaden 1965.
LX Abkürzungen und allgemeine Literaturangaben
Lexer, M.: Mittelhochdeutsches Handwörterbuch. Zugleich als Supplement und alpha- betischer Index zum Mittelhochdeutschen Wörterbuch von Benecke-Müller-Zarncke. Bd. I—-11I. Leipzig 1872-1878. Nachdruck: Stuttgart 1979.
Lexer, M.: Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch. 37. Aufl. mit Nachträgen von U. Pretzel. Stuttgart 1983.
Liddell, H.G. / Scott, R.: A Greek-English Lexicon. 9. Aufl. von H.S. Jones. Mit Supplement. Oxford 1968. Nachdruck: Oxford 1985.
Lindquist, A.: Deutsches Kultur- und Gesellschaftsleben im Spiegel der Sprache. Wies- baden 1955.
Lindquist, A.: Satzwörter. Göteborg 1961.
Littmann, E.: Morgenländische Wörter im Deutschen. 2. Aufl. Tübingen 1924.
Lloyd, A.L. / Springer, O.: Etymologisches Wörterbuch des Althochdeutschen. Bd. Lff. Göttingen, Zürich 1988 ff.
Loewe, R.: Bemerkungen zu deutschen Pflanzennamen. Fortsetzung der Arbeit in BGDSL 59 —62 (1935 — 1938). Privatdruck 1939.
Lokotsch, K.: Etymologisches Wörterbuch der amerikanischen (indianischen) Wörter im Deutschen. Heidelberg 1926.
Lokotsch, K.: Etymologisches Wörterbuch der europäischen (germanischen, romani- schen und slavischen) Wörter orientalischen Ursprungs. 2. unveränderte Aufl. Heidel- berg 1975.
Lühr, R.: Expressivität und Lautgesetz im Germanischen. Heidelberg 1988.
Lüschen, H.: Die Namen der Steine. Das Mineralreich im Spiegel der Sprache. Thun, München 1968.
Luxemburger Wörterbuch. Bd. I— V. Luxemburg 1950 — 1977.
Mann, S. E.: An Historical Albanian-English Dictionary. London, New York, Toronto 1948.
Mann, S. E.: An Indo-European Comparative Dictionary. Hamburg 1984 — 1987.
Martin, E. / Lienhart, H.: Wörterbuch der elsässischen Mundart. Bd. I-II. Straßburg 1899 — 1907. Nachdruck: Berlin, New York 1974.
Marzell, H.: Wörterbuch der deutschen Pflanzennamen. Bd. I—V. Leipzig, Stuttgart, Wiesbaden 1943/79.
Masser, A.: Die Bezeichnungen für das christliche Gotteshaus in der deutschen Sprache des Mittelalters. Berlin 1966.
Maurer, F. / Stroh, F. (Hrsg.): Deutsche Wortgeschichte. Bd. I-III. Berlin 1943.
Maurer, F. / Stroh, F. (Hrsg.): Deutsche Wortgeschichte. 2. neubearbeitete Aufl. Bd. I— III. Berlin 1959/69. j
Maurer, F. / Rupp, H. (Hrsg.): Deutsche Wortgeschichte. 3. neubearbeitete Aufl. Bd. T—-IIl. Berlin, New York 1974/78.
Mayrhofer, M.: Kurzgefaßtes etymologisches Wörterbuch des Altindischen. A Concise Etymological Sanskrit Dictionary. Bd. I-IV. Heidelberg 1956 — 1980.
Mayrhofer, M.: Etymologisches Wörterbuch des Altindoarischen. Bd. I, Lieferung 1 ff. Heidelberg 1986 ff.
Mayrhofer, M. / Peters, M. / Pfeiffer, ©. (Hrsg.) (1980): Lautgeschichte und Etymologie. Akten der VI. Fachtagung der Indogermanischen Gesellschaft, Wien, 24.-29. Sept. 1978. Wiesbaden 1980.
McCormack, W. / Wurm, St. A. (Hrsg.): Approaches to Language. Anthropological Issues. The Hague, Paris 1978.
Meid, W. (Hrsg.): Studien zum indogermanischen Wortschatz. Innsbruck 1987.
Meineke, E. M.: Bernstein im Althochdeutschen. Göttingen 1984.
Meisinger, O.: Hinz und Kunz. Deutsche Vornamen in erweiterter Bedeutung. Dort- mund 1924.
Abgekürzt zitierte Literatur — Wörterbücher und Nachschlagewerke LXI
Mensing, O. (Hrsg.): Schleswig-Holsteinisches Wörterbuch (Volksausgabe). Bd. I— \. Neumünster 1927 — 1935.
Meyer-Lübke, W.: Romanisches etymologisches Wörterbuch. 3. vollständig neubearbei- tete Aufl. Heidelberg 1935.
Miettinen, E.: Zum mundartlichen Fortleben mhd.-mndd. Lehnwortgutes romanischer Herkunft. Helsinki 1962.
Miklosich, F.: Lexicon palaeoslovenico-graeco-latinum. Wien 1862 — 1865.
Mitzka, W.: Schlesisches Wörterbuch. Bd. I—Ill. Berlin 1963 — 1965.
Mitzka, W. / Schmitt, L. E.: Deutscher Wortatlas. Bd. I-XXIl. Gießen 1951 — 1980.
Mühlenbach, K. / Endzelin, J.: Lettisch-deutsches Wörterbuch. Bd. I—-IV. Riga 1923 — 1932.
Müller, E. E.: Großvater, Enkel, Schwiegersohn. Untersuchungen zur Geschichte der Verwandtschaftsbezeichnungen im Deutschen. Heidelberg 1979.
Müller-Fraureuth, K.: Wörterbuch der obersächsischen und erzgebirgischen Mundar- ten. Bd. I-1I. Dresden 1911 — 1914. Nachdruck: Leipzig 1968.
Nance, R.M.: A Cornish — English Dictionary. Marazion 1955.
Nichtenhauser, D.: Rückbildungen im Neuhochdeutschen. Diss. Freiburg /Br. 1920.
Niedersächsisches Wörterbuch. Hrsg. von W. Jungandreas, H. Wesche u.a. Bd. Iff. Neumünster 1965 ff.
Nielsen, N.Ä.: Dansk etymologisk ordbok. Ordenes historie. 3. verbesserte Aufl. Kopen- hagen 1976.4. Aufl. = Nachdruck: Kopenhagen 1985.
Niermeyer, J. F.: Mediae Latinitatis Lexicon Minus, Lexique Latin Medieval-Frangais/ Anglais. A Medieval Latin-French-English Dictionary. Leiden 1976.
Nussbaum, A.J.N.: Head and Horn in Indo-European. Berlin, New York 1986.
Nyström. S.: Die deutsche Schulterminologie in der Periode 1300 — 1740. Helsinki 1915.
Obst, K.: Der Wandel in den Bezeichnungen für gewerbliche Zusammenschlüsse des Mittelalters. Eine rechtsgeographische Analyse. Frankfurt/M., Bern, New York 1983.
Öhmann, E.: Studien über die französischen Worte im Deutschen. Helsinki 1918.
Ordbok over det danske sprog. Udgivet af det danske sprog- og litteraturselskab. Bd. I- XXVIIl. Kopenhagen 1919— 1956.
Ordbok öfver Svenska Spräket. Utgifven af Svenska Akademien. Bd. Iff. Lund 1898 ff.
The Oxford Dictionary of English Etymology. Hrsg. von C. T. Onions. Oxford 1966.
The Concise Oxford Dictionary of English Etymology. Hrsg. von T. F. Hoad. Oxford 1986.
The Oxford English Dictionary. Bd. I-XIl + Supplement. Oxford 1933. Nachdruck: Oxford 1978. Supplement Bd. I-IV. Oxford 1972— 1985.
Palander, H.: Die althochdeutschen Tiernamen. 1. Die Namen der Säugetiere. Darm- stadt 1899.
Palmer, Ph. M.: Neuweltwörter im Deutschen. Heidelberg 1939.
Palmer, Ph. M.: The Influence of English on the German Vocabulary to 1700. Berkeley, Los Angeles 1950.
Palmer, Ph.M.: The Influence of English on the German Vocabulary to 1800. A Supplement. Berkeley, Los Angeles 1960.
Paul, H.: Deutsches Wörterbuch. 7. Aufl. Bearbeitet von W. Betz. Tübingen 1976. 8. Aufl. = Nachdruck: Tübingen 1981.
Pfaff, W.: Zum Kampf um deutsche Ersatzwörter. Gießen 1933.
Pfälzisches Wörterbuch. Begründet von E. Christmann. Bearbeitet von J. Krämer und R. Post. Bd. Iff. Wiesbaden 1965 ff.
Pfister, M.: Lessico etimologico italiano. Bd. Iff. Wiesbaden 1979 ff.
Pfuhl, K. B.: Lausitzisch-wendisches Wörterbuch. Bautzen 1866.
LXII Abkürzungen und allgemeine Literaturangaben
Pokorny, J.: Indogermanisches etymologisches Wörterbuch. Bd. I- II. Bern, München 1959/69.
Preußisches Wörterbuch. Deutsche Mundarten Ost- und Westpreußens. Begründet und hrsg. von E. Riemann. Bd. I ff. Neumünster 1974 ff.
Puhvel, J.: Hittite Etymological Dictionary. Bd. Iff. Berlin, New York 1984 ff.
Relleke, W.: Ein Instrument spielen. Instrumentenbezeichnungen und Tonerzeugungs- verben im Ahd., Mhd. und Nhd. Heidelberg 1980.
Reuter, E.: Neuhochdeutsche Beiträge zur westgermanischen Konsonantengemination. Diss. Freiburg 1906.
Rheinisches Wörterbuch. Bearbeitet und hrsg. von J. Müller u.a. Bd. I-IX. Bonn, Berlin 1928 — 1971.
Richthofen, K. Frhr. v.: Altfriesisches Wörterbuch. Göttingen 1840.
Röhrich, L.: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. Bd. I- Il. Freiburg/Br., Basel, Wien 1973.
Rooth, E.: Nordseegermanische Studien. Bd. I. Stockholm 1979.
Rooth, E.: Nordseegermanische Studien. Bd. II. Stockholm 1981.
Rooth, E.: Nordseegermanische Studien. Bd. III. Stockholm 1983.
Ruiperez, G.: Die strukturelle Umschichtung der Verwandtschaftsbezeichnungen im Deutschen. Ein Beitrag zur historischen Lexikologie, diachronen Semantik und Ethnolinguistik. Marburg 1984.
Ruppel, H.: Rückbildung deutscher Substantive aus Adjektiven. Diss. Freiburg./Br. 197
Sadnik, L. / Aitzetmüller, R.: Handwörterbuch zu den altkirchenslavischen Texten. Heidelberg 1955.
Sadnik, L. / Aitzetmüller, R.: Vergleichendes Wörterbuch der slavischen Sprachen. Bd. I. Wiesbaden 1975.
Schalk, F.: Exempla romanischer Wortgeschichte. Frankfurt 1966.
Schatz, J.: Wörterbuch der Tiroler Mundarten. Für den Druck vorbereitet von K. Finsterwalder. Bd. I- II. Innsbruck 1955 — 1956.
Scheller, M.: Vedisch priya- und die Wortsippe frei, freien, Freund. Eine bedeutungsge- schichtliche Studie. Göttingen 1959.
Schiller, K. / Lübben, A.: Mittelniederdeutsches Wörterbuch. Bd. I-VI. Bremen 1875—1881. Nachdruck: Schaan 1983.
Schirmer, A.: Wörterbuch der deutschen Kaufmannssprache. Auf geschichtlichen Grundlagen mit einer systematischen Einleitung. Straßbürg 1911.
Schirmer, A.: Der Wortschatz der Mathematik nach Alter und Herkunft untersucht. Straßburg 1912.
Schmeller, J. A.: Bayerisches Wörterbuch. 2. Aufl. bearbeitet von G. K. Frommann. Bd. I— II. München 1872/77. Nachdruck: München, Wien, Aalen 1983 und München 1985.
Schmidt, G.: Stammbildung und Flexion der indogermanischen Personalpronomina. Wiesbaden 1978.
Schmidt-Wiegand, R.: Studien zur historischen Rechtswortgeographie. Der Strohwisch als Bann- und Verbotszeichen. München 1978.
Schmidt-Wiegand, R. (Hrsg.): Wörter und Sachen im Lichte der Bezeichnungsfor- schung. Berlin, New York 1981.
Schrader/Nehring: Reallexikon der indogermanischen Altertumskunde von ©. Schrader. 2. vermehrte und umgearbeitete Aufl. Hrsg. von A. Nehring. Berlin, Leipzig 1917/ 27
Schramm, F.: Schlagworte der Alamodezeit. Straßburg 1914.
Abgekürzt zitierte Literatur — Wörterbücher und Nachschlagewerke LXIII
Schröder, E.: Deutsche Namenkunde. Gesammelte Aufsätze zur Kunde deutscher Personen- und Ortsnamen. Festgabe seiner Freunde und Schüler zum 80. Geburtstag. Göttingen 1938.
Schröder, H.: Beiträge zur germanischen Sprach- und Kulturgeschichte. I. Streckfor- men. Heidelberg 1906.
Schulz, H. / Basler, O.: Deutsches Fremdwörterbuch. Begonnen von H. Schulz, fortge- führt von O. Basler, weitergeführt im Institut für deutsche Sprache. Bd. I—- VI. Straßburg, Berlin, New York 1913 — 1988.
Schulze, W.: Kleine Schriften. Göttingen 1933.
Schütte, L.: WIK. Eine Siedlungsbezeichnung in historischen und sprachlichen Bezügen. Köln, Wien 1976.
Schützeichel, R.: Studien zur deutschen Literatur des Mittelalters. Bonn 1979.
Schützeichel, R.: Althochdeutsches Wörterbuch. 3. Aufl. Tübingen 1981.
Schweizerisches Idiotikon. Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache. Bearbeitet von F. Staub, L. Tobler u. a. Bd. Iff. Frauenfeld 1881 ff.
Schwentner, E.: Farbenbezeichnungen. Münster 1915.
Schwentner, E.: Die primären Interjektionen in den indogermanischen Sprachen. Mit besonderer Berücksichtigung des Griechischen, Lateinischen und Germanischen. Heidelberg 1924.
Seebold, E.: Vergleichendes und etymologisches Wörterbuch der germanischen starken Verben. Den Haag 1970.
Seebold, E.: Etymologie. Eine Einführung am Beispiel der deutschen Sprache. München 1981.
Seebold, E.: Das System der Personalpronomina in den frühgermanischen Sprachen. Göttingen 1984.
Sehrt, E.H.: Vollständiges Wörterbuch zum Heliand und zur altsächsischen Genesis. 2. durchgesehene Aufl. Göttingen 1966.
Siebenbürgisch-Sächsisches Wörterbuch. Bd. Iff. Berlin, Leipzig, Bukarest 1924ff.
Silfwerbrand, R. B.: Vlees, bloed en been. Synoniemvergelijkend onderzoek van drie germaanse woordformaties. Proefschrift Rijksuniversiteit Utrecht 1958.
Skeat, W. W.: An Etymological Dictionary of the English Language. 2. Aufl. Oxford 1956.
Sommer, F.: Schriften aus dem Nachlaß. Hrsg. von B. Forssman. München 1977.
Spalding, K.: A Historical Dictionary of German Figurative Usage. With the assistance of K. Brooke. Bd. Iff. Oxford 1952 ff.
Seitz, T. E.: Die Katze in der Sprache. Diss. München 1976.
Stammler, W.: Kleine Schriften zur Sprachgeschichte. Berlin 1954.
Starck, T. / Wells, J. C.: Althochdeutsches Glossenwörterbuch. Lieferung 1 ff. Heidel- berg 1972 ff.
Steinhauser, W.: Slawisches im Wienerischen. Wien 1962.
Stiven, A. B.: Englands Einfluß auf den deutschen Wortschatz. Diss. Marburg. Zeulen- roda 1936.
Strasser, I.: Bedeutungswandel und strukturelle Semantik. ‚Marotte, Laune, Tick‘ ım literarischen Deutsch der Gegenwart und der frühen Goethezeit. Wien 1976.
Steudel, J.: Altes Erbgut in der ärztlichen Sprache der Gegenwart. Bonn 1944.
Sudetendeutsches Wörterbuch. Wörterbuch der deutschen Mundarten in Böhmen und Mähren-Schlesien. Hrsg. von H. Engels. Bd. Iff. München 1982 ff.
Südhesssisches Wörterbuch. Begründet von F. Maurer. Bearbeitet von R. Mulch. Bd. Lff. Marburg 1965 ff.
Suolahti, H.: Die deutschen Vogelnamen. Straßburg 1909.
Suolahti, H.: Der französische Einfluß auf die deutsche Sprache im dreizehnten Jahr- hundert. Teil I. Helsinki 1929.
LXIV Abkürzungen und allgemeine Literaturangaben
Suolahti, H.: Der französische Einfluß auf die deutsche Sprache im dreizehnten Jahr- hundert. Teil II. Helsinki 1933.
Svenska akademiens ordbok över svenska spräket. Bd. I-XXVII Stockholm 1898 — 1973.
Szemerenyi, : Studies in the Indo-Europcan System of Numerals. Heidelberg 1960.
Teuchert, H.: Die Sprachreste der niederländischen Siedlungen des 12. Jahrhunderts. Neumünster 1944.
Thesaurus linguae latinae. Bd. Iff. Leipzig 1900 ff.
Thüringisches Wörterbuch. Bearbeitet unter der Leitung von K. Spangenberg. Bd. IV ff. Berlin 1966 ff.
Tiefenbach, H.: Studien zu Wörtern volkssprachiger Herkunft. München 1973.
Tischler, J.: Hethitisch-deutsches Wörterverzeichnis. Mit einem semasiologischen Index. Innsbruck 1982.
Tischler, J.: Hethitisches Etymologisches Glossar. Mit Beiträgen von G. Neumann. Teil IL ff. Innsbruck 1983 ff.
Trautmann, R.: Die altpreußischen Sprachdenkmäler. Einleitung, Texte, Grammatik, Wörterbuch. Göttingen 1910. 2. Aufl. = Nachdruck: Göttingen 1970.
Trautmann, R.: Baltisch-Slavisches Wörterbuch. Göttingen 1923. 2. Aufl. = Nach- druck: Göttingen 1970.
Trier, J.: Lehm. Etymologien zum Fachwerk. Marburg 1951.
Trier, J.: Holz. Etymologien aus dem Niederwald. Münster, Köln 1952.
Trier, J.: Venus. Etymologien um das Futterlaub. Köln, Graz 1963.
Trier, J.: J. Grimm als Etymologe. Münster 1964.
Trier, J.: Wege der Etymologie. Nach der hinterlassenen Druckvorlage mit einem Nachwort hrsg. von H. Schwarz. Berlin 1981.
Trübners Deutsches Wörterbuch. Hrsg. von A. Götze und W. Mitzka. Bd. I- VII. Berlin 1939 — 1957.
Tschinkel, W.: Wörterbuch der Gottscheer Mundart. Bd. I-II. Wien 1973— 1976.
Unger, Th. / Khull, F.: Steirischer Wortschatz als Ergänzung zu Schmellers Bayerischem Wörterbuch. Graz 1903. Nachdruck: Wiesbaden 1968.
Valtavuo, T.: Der Wandel der Wortstämme in der Synonymik für ‚Hügel‘. Helsinki 19522
Vasmer, M.: Russisches etymologisches Wörterbuch. Bd. I- III. Heidelberg 1953 — 1958. 2. Aufl. = Nachdruck: Heidelberg 1976 — 1980.
Vendryes, J.: Lexique &tymologique de l’irlandais ancien. Lieferung 1 ff. Dublin, Paris 195977.
Verwijs, E. / Verdam, J.: Middelnederlandsch woordenboek. Bd. I-XI. 's-Gravenhage 1885— 1941. Nachdruck: ’s-Gravenhage 1969.
Vortisch, R.: Grammatikalische Termini im Frühneuhochdeutschen 1500 — 1663. Diss. Freiburg/Br. 1910.
Vries, J. de: Altnordisches etymologisches Wörterbuch. 2. verbesserte Aufl. Leiden 1962.
Vries, J. de: Nederlands etymologisch woordenboek. Leiden 1971.
Wadstein, E. (Hrsg.): Kleinere altsächsische Sprachdenkmäler mit Anmerkungen und Glossar. Norden, Leipzig 1899.
Walde, A. / Hofmann, J. B.: Lateinisches etymologisches Wörterbuch. 3. neu bearbeitete Aufl. Bd. I—- III. Heidelberg 1938 — 1956. 4./5. Aufl. = Nachdruck: Heidelberg 1965/ 82.
Walde, A. / Pokorny, J.: Vergleichendes Wörterbuch der indogermanischen Sprachen. Bd. 1— 111. Berlin, Leipzig 1927-1932. Nachdruck: Berlin 1973.
Abgekürzt zitierte Literatur — Wörterbücher und Nachschlagewerke LXV
Weigand, F.L.K. / Hirt, H.: Deutsches Wörterbuch. Bd. I-II. 5. Aufl. Gießen 1909— 1910. Nachdruck: Berlin 1968.
Westfälisches Wörterbuch. Hrsg. von J. Goossens. Bd. Iff. Neumünster 1973 ff.
Wick, Ph.: Die slavischen Lehnwörter in der neuhochdeutschen Schriftsprache. Diss. Marburg 1939.
Wis, K.: Ricerche sopra gli italianismi nella lingua tedesca. Dalla metä del secolo XIV alla fine del secolo XVI. Helsinki 1955.
Wißmann, W.: Nomina postverbalia in den altgermanischen Sprachen. Teil I: Deverba- tive ö-Verba. Göttingen 1932.
Woeste, F.: Wörterbuch der Westfälischen Mundart. Neu bearbeitet und hrsg. von E. Nörrenberg. Norden 1930. Nachdruck: Wiesbaden 1966.
Wolf, H.: Studien zur deutschen Bergmannssprache. Tübingen 1958.
Wolf, S. A.: Wörterbuch des Rotwelschen. Deutsche Gaunersprache. 2. durchgesehene Aufl. Hamburg 1985.
Wolf, S. A.: Jiddisches Wörterbuch. Mit Leseproben. Wortschatz des deutschen Grund- bestandes der jiddischen (jüdischdeutschen) Sprache. 2. durchgesehene Aufl. Ham- burg 1986.
Wolf, S. A.: Großes Wörterbuch der Zigeunersprache (romani t$iw). Wortschatz deut- scher und anderer europäischer Zigeunerdialekte. 2. durchgesehene Aufl. Hamburg 1987.
Woordenboek der nederlandsche taal. Hrsg. von M. de Vries, L. A. te Winkel u. a. Bd. I ff. "s-Gravenhage, Leiden 1882 ff.
Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich. Bearbeitet von V. Dollmayr, E. Kranzmayer u.a. Bd. Iff. Wien 1963 ff.
Wörterbuch der litauischen Schriftsprache. Litauisch-Deutsch. Bearbeitet von M. Nie- dermann, F. Brender, A. Senn und A. Salys. Bd. I—V. Heidelberg 1932 — 1968.
Wörterbuch der mittelhochdeutschen Urkundensprache. Auf der Grundlage des Corpus der altdeutschen Originalurkunden bis zum Jahre 1300. Bd. I, Lieferung 1 ff. Berlin 1986 ff.
Wossidlo-Teuchert. Mecklenburgisches Wörterbuch. Hrsg. von der Sächsischen Akade- mie zu Leipzig aus den Sammlungen R. Wossidlos und aus den Ergänzungen und nach der Anlage H. Teucherts. Bd. I-ff. Berlin, Neumünster 1942 ff.
Wrede, A.: Neuer Kölnischer Sprachschatz. Bd. I—IIl. 6. Aufl. 1976.
Wünschmann, D.: Die Tageszeiten. Ihre Bezeichnung im Deutschen. Marburg 1966.
Wurdenboek fan de Fryske taal. Woordenboek der Friese taal. Hrsg. von der Fryske Akademy. Bd. Iff. Ljouwert (Leeuwarden) 1984 ff.
Ziesemer, W.: Preußisches Wörterbuch. Sprache und Volkstum Norddeutschlands. Bd. I—-1I. Königsberg 1939 — 1940. Nachdruck: Hildesheim, New York 1975.
a-! Präfix. Dient zur Präfigierung von Adjek- tiven (und von diesen abgeleiteten Substanti- ven), wobei die Bedeutung des zugrundeliegen- den Wortes verneint (ins Gegenteil gewandelt oder Fehlen bzw. Nichtbetroffensein ausge- drückt) wird. Das Präfix stammt aus dem Grie- chischen (alpha privativum); cs wurde ur- sprünglich nur bei Verbaladjektiven und Ba- huvrihibildungen (z. B. gr. amorphos "gestaltlos’ zu gr. morphe “Gestalt’) gebraucht, dann aber allgemein zur Negierung von Adjektiven ver- wendet (z. B. gr. dsophos "unklug’ zu gr. sophös ‘klug‘). Das Präfix wurde zunächst in griechi- schen Wörtern in die europäischen Sprachen entlehnt und dann abgelöst: heute wird es vor- wiegend in neoklassischen hybriden Bildungen mit lateinischen Grundwörtern verwendet (z. B. asozial zu sozial, das aus dem Lateinischen stammt). Vor Vokalen und vor /h/ erscheint das Präfix in der Form an- (anorganisch, anhy- drisch). Gelegentlich wird es mit ab- (s. d.) ver- wechselt, etwa bei anomal (zu gr. nömos "Sitte, Gesetz’) gegenüber abnormal (zu l. nörma “Maß, Regel’). Etymologisch ist es verwandt mit un- (s. d.) und dem aus dem Lateinischen stammen- den in- (s.d.).
a-2 (als Verbalpräfix), s. ad-.
Aal m. Mhd. ahd. as. a/ aus g. *@la- m. “Aal”, auch in anord. äll, ae. @. Außergermanisch (wie viele Fischnamen) nicht vergleichbar, doch scheint 1. anguilla f. "Aal? in den anderen indo- germanischen Sprachen Europas Entsprechun- gen zu haben, so daß das Germanische wohl geneuert hat. Herkunft unklar. Vielleicht als “Streifen zu dem unter Aalstrich angeführten Wort, doch kann dieses auch umgekehrt ur- sprünglich "Aal’ bedeutet haben. Die Verkleine- rungsform Älchen auch in der Bedeutung 'klei- ner Fadenwurm, Aaltierchen’.
Nndl. aal, ne. eel, nschw. äl, nisl. all. Vgl. Rutte, Ouappe “Aalraupe’. S. auch aalen. — Hoops (1973ff.), I, 4f.; Lloyd/Springer (1988ff.), I, 133—135.
aalen swV. refl., ugs., nordd., od. Bezeugt seit dem 19. Jh. Vermutlich wie sich rekeln (zu Rekel ‘großer Hund’) zu Aal (s.d.) als ‘sich wohlig dehnen, winden’ nach den Bewegungen des Aals.
Aalstrich m. "dunkler Streifen auf dem
Rücken von Säugetieren’, fachsprachl. Aus 8. *@la- m. "Rückenstreifen’, auch in anord. all
(hauptsächlich als Bestandteil von Pferdena- men); -strich wohl als Verdeutlichung. Weitere Herkunft unklar.
S. Aal.
Aar m., arch. Mhd. are, arn, ahd. as. aro, arn aus g. *ar-n- m. "Adler, großer Raubvogel’, auch in gt. ara, anord. ern, (poet.) ari, ae. earn, (n-Stamm, teilweise erweitert). Mit ähnlicher morphologischer Unregelmäßigkeit heth. haras (Gen. haranas); mit verallgemeinerter Bedeu- tung gr. örnis Vogel’; vorauszusetzen ist ig. *hor-n- m. "Adler, großer Raubvogel’. Vermut- lich aus der gleichen Bildung, aber mit Dissimi- lationen und zum Teil (wohl sekundär) e-Voka- lismus, stammen air. ilar, kymr. eryr; lit. erelis, akslav. orili, und mit abweichender Bedeutung arm. oror "Möwe, Weihe’. Herkunft dunkel. Das Wort wird seit dem 12. Jh. verdrängt durch die Verdeutlichung adel-are ‘edler Aar’ (s. Adler) und stirbt spätestens im 17. Jh. aus (z. T. noch erhalten in Zusammensetzungen wie Mausaar und Fischaar). Im 18. Jh. wird es in dichteri- scher Sprache wiederbelebt, wobei cs zunächst noch durch Adler verdeutlicht werden muß. Mit gr. örnis vgl. Ornithologie "Vogelkunde’. Nndl. arend, ne. erne, nschw. nisl. örn (f.). S. Sperber und Bussard. — Suolahti (1909), 345—352; Kuhberg (1933), 32; Lloyd/Springer (1988ff.), I, 341 — 344.
Aasn. Mhd. as, ahd. as. -as aus wg. *@sa- n. “"Aas (als Fraß, vor allem der Raubvögel), Kö- der’, auch in ae. #s. In der heutigen Bedeutung geht das Wort zurück auf eine Zugehörigkeits- bildung voreinzelsprachl. *2dso- “als Fraß die- nend’ zu cinem (wohl dehnstufigen) s-Stamm voreinzelsprachl. *@dos “Essen, Fraß’ zu der Wurzel ig. *ed- ‘essen, fressen’, vgl. lit. Edesis m. "Fressen, Köder’, russ. jasa f. ‘Speise’ und (aus *eds-ka) 1. esca, lit. eska f. “Futter”. Wohl ein unmittelbarer Nachfolger dieses s-Stammes ist zu sehen in anord. dt, ae. @t, afr. et, as. ät, ahd. az ‘Speise’ (ahd. auch “Aas’, wohl durch Vermischung mit der Weiterbildung). Die bei- den Bildungen ahd. as und ahd. az mußten im Spätmittelhochdeutschen lautlich zusammen- fallen, wobei sich die Bedeutung “Aas’ durch- setzte (da bei Homonymcen in der Regel die anstößigere Bedeutung stärker ist); die Bedeu- tung “Speise” ist aber noch im 17. Jh. bezeugt. Das schwache Verb äsen (älter -ss-, schwz. ätzen) ‘weiden’ (älter "etwas abweiden’) ist zu ahd.
ab-
äz gebildet; älter ist atzen, ahd. (alem.) dzzen “füttern, jmd. speisen’, das aber auch mit ande- rer Lautung bezeugt ist, so daß dic Vorform nicht sicher beurteilt werden kann. Vgl. mndd. mndl. asen “füttern, fressen’. Umgangssprach- lich aasen "vergeuden’ geht von der Bedeutung “Aas’ aus, ist aber im einzelnen unklar (Sprache der Gerber: “Fleisch vom Fell abschaben’ oder vom Verhalten aasfressender Tiere?). 1) Nndl. aas. 2) Schw. (dial.) dı. S. essen und die Weiterbildung Obst. — Lloyd/Springer (1988ff.), I, 406 — 408.
ab- Präfix. Dient der Präfigierung von Ver- ben und erscheint auch in deverbalen Substanti- ven und Adjektiven, wobei ein Wegnchmen/ Weggehen bzw. Nicht-Vorhandensein zum Aus- druck gebracht wird (z. B. absolvieren “freispre- chen’, abstrakt, Abszeß, Absenz, Aversion). Das Präfix wird in lateinischen Wörtern (z. T. über romanische Vermittlung) entlehnt und in neo- klassischen Bildungen produktiv. Vor /k,t/ er- scheint es als abs- (z. B. 1. abscessus, abstractus usw.) und vor /p,m,v/ als a- (z. B. |. äversio). Zum Etymon s. ab (Präp.| Adv.).
ab Präp./Adv. Mhd. ab(e), ahd. aba, as. af
aus g. *aba Präp. mit Dat., Adv., Präfix ‘von — weg’ (mit Betonung der Trennung), auch in gt. af (ab-u), anord. af, ae. of, afr. af, of (der Auslautvokal im Althochdeutschen ist sekun- där). Dieses aus ig. *apo ‘von — weg’ in l. ab, gr. apö, ai. äpa u.a. Herkunft dunkel. Zum Ausdruck von "von — her’ (mit Betonung der Richtung) diente gt. ae. fram, anord. fra (laut- lich unregelmäßig) aus g. */frama(n) und ahd. fan(a), fon(a), as. fan(a), afr. fan aus g. *fa- ne (mit sekundären Erweiterungen), aus ig. *po- ne (einer Variante von ig. *apo mit einem Suffix zur Bezeichnung der Herkunft). In der weiteren Entwicklung ist ab im Deutschen durch von in der Funktion als Präposition weitgehend ver- drängt worden (noch erhalten regional schwei- zerisch und in Relikten wie abhanden ‘von den Händen weg’, s. d.), während es als Adverb und Präfix erhalten blieb (in dieser Funktion fehlt dafür von). Als Präfix entwickelt ab- aus der Grundbedeutung von — weg’ Nebenbedeutun- gen wie "miß-, -los, wider-"; s. abgeschmackt, Abgott, Abgrund, abhold, abschätzig. Nndl. af, ne. of, nschw. av, nisl. af. S. ab-, aber (+), Abend, Offsetdruck. — Henzen (1969), 218—273; Lloyd/Springer (1988ff.), I, 5-8. Anders (zu von, ver- einfacht aus /rom): D. R. McLintock in: FS Schützei- chel (1987), 1099 — 1106.
Abakus ın. “Rechenbrett’, fachsprachl. Im Mittelhochdeutschen entlehnt aus gleichbedeu- tend 1. abacus, dieses aus gr. äbax (-akos) (dass.; wörtlich: "Breit, Tafel”).
Abbild n., s. Konterfei.
Abbiß ın., als Pflanzenname eigentlich Teufels Abbiß, fachsprachl. Bezeugt seit frühneuhoch-
Abele
deutscher Zeit. Der Wurzelstock sieht im Herbst wie abgebissen aus, was offenbar dem Teufel zugeschrieben wurde.
abblitzen swV., ugs. (meist in Verbindungen wic er ist abgeblitzt oder sie hat ihn abblitzen lassen). Ursprünglich vom Schießpulver, das zündet, ohne den Schuß auszulösen. Die über- tragene Bedeutung ist früher (seit Ende des 18. Jhs.) bezeugt. Ein ähnliches Bild bei der Schuß ist nach hinten losgegangen.
Abe n., Abece n. "Buchstabenreihe’. Die drei ersten Elemente stehen stellvertretend für das Ganze; bezeugt seit dem 12. Jh.; schon früher (9. Jh.) das sonst seltenere abecede mit Abece- darium “Fibel; Gedicht, in dem jeder Vers mit einem neuen Buchstaben des Alphabets be- ginnt”. Auch kürzer (vor allem norddeutsch) Abe mit Abebuch, auch A-Buch (vgl. Fibel). Der ältere und allgemeinere Ausdruck ist Alphabet (s.d.). 5 S. Abc-Schütz(e).
Abec-Schütz(e) m. Zuerst im 16. Jh. in dem Diminutiv ABC-Schützigen. Zusammensetzung von Abc (s. d.) und Schütze im Sinn von "Anfän- ger, Neuling’. Dieser seit dem 15. Jh. belegte Ausdruck ist eine Bedeutungsentlehnung aus |. tiro "Rekrut, Anfänger’, wobei wohl der etymo- logische Anschluß an it. firare, frz. tirer "schie- Ben’ zur Wahl der Übersetzung Schütze geführt hat.
abdanken swV. "zurücktreten’. So seit dem 16. Jh. Älter jemanden abdanken, d.h. "mit Dank verabschieden’. Der Konstruktionswechsel konnte leicht eintreten, da das Wort überwiegend in dem Partizip abgedankt verwendet wurde.
Abdecker m. "Schinder’, arch. Seit dem 16. Jh. Eigentlich “derjenige, der die Decke (= Haut) von eincm cingegangenen Ticr abzicht'.
Abee m./n. "Abort', ugs., alem. Verhüllende Abkürzung (= AB).
-abel Suffix. Dient der Ableitung von Adjek- tiven aus Verben (vornehmlich solcher auf -ie- ren), wobei ein Möglichsein zum Ausdruck ge- bracht wird (z.B. akzeptabel „kann akzeptiert werden”). Das Suffix wird in romanischen (bzw. romanischstämmigen) Wörtern entlehnt (z. T. als frz. -able, -ible) und geht auf funktional entsprechendes 1. -abilis zurück. Die Variante -ibel iriti meist auf, wenn das Basisverb nicht auf -äre ausgeht (z. B. 1. dispönere — d. disponi- bel, aber I. acceptäre — d. akzeptabel). Heute in neoklassischen Bildungen frei verfügbar. Die deutsche Entsprechnung ist -bar (s. d.).
Abele f. "Weißpappel’, arch., fachsprachl., reg. Mit mndl. nndl. abeel, mndd. abele, ne. abele, ndn. abel entlehnt aus gleichbedeutend afrz.
Abend
aubel. Dies setzt ein *albellus voraus, Diminutiv zu 1. albnlus “weißlich’. S. Alber, Album (+).
Abend nı. Mhd. äbent, ahd. as. äband aus wg. *@band(a)- m. ‘Abend’, auch in afr. avend; ähnlich ae. “fen, das wohl aus der gleichen Grundform umgestaltet worden ist; stärker ab- weichend anord. aptann aus *aftanp(a)-. Zu- mindest im Nordischen bezeichnete das Wort ursprünglich die Zeit zwischen 3 und 9 Uhr; die Zeit des Sonnenuntergangs war kveld (s. Kilt). In den neueren Sprachen wurde im Nordischen kveld, sonst Abend verallgemeinert (nndl. avond, ne. evening, nschw. kväll, nisl. kvöld). Mit Rück- sicht auf die Herkunft von frz. soir, it. sera f. “Abend’ aus |. serus ‘spät’ und ntl.-gr. opsia f. “Abend” aus gr. opse “spät” ist für die germani- schen Wörter wohl von einer sonst nicht be- zeugten nt-Bildung zu einem Wort für ‘spät(er)’ auszugehen, das unter aber behandelt wird (s. d.). Bildungen auf -nr- treten auch sonst bei Wörtern für Zeitstufen auf, vgl. ai. lemanta- “Winter’, ai. vasanta- Frühling’. Das -t- in anord. aptann beruht wohl auf dem Einfluß von Bildungen wie aptr “zurück, wieder’ und aptan ‘hinten’; das @ der westgermanischen Formen ist unerklärt. — Die Bedeutung “Vorabend’ (eines Festes) hängt daran, daß nach alter Auf- fassung der Tag mit dem vorangehenden Abend beginnt; vgl. für die Auffassung der Bibel 3. Mose 23,32 und für das Germanische Tacıtus Germania 11 und allgemein Wünschmann (s.u). S. aber (+), ab, Sonnabend. — T. Johannison MASO 5 (1943), 50-75; Wünschmann (1966), 105-111; T. Johannison MASO 14.1975), 24f.; Darms (1978), 77-80; Lloyd/Springer (1988ff.), I, 9—13.
Abenteuer n. Mhd. äventiure f. Dies ist als
ritterliches Modewort im 12. Jh. aus frz. aven- ture f. entlehnt worden. Zugrunde liegt ein ml. * adventura Ereignis’ zu |. advenire "herankom- men, sich ereignen”. Nndl. avontuur, nschw. äventyr, nisl. efintyr. S. Advent (+). — C. Müller ZDW 3 (1902), 251; Mietti- nen (1962), 20-63; E. Öhmann NPhM 64 (1963), 76; M. Nerlich WeB 24 (1977), 160-171.
aber Adv./Konj. Mhd. aber, ahd. abur (auch afur, auch r-lose Formen) aus g. *afar- 'nach (u.a.)’, auch in gt. afar ‘nach’ und substanti- viert in ae. eafora, as. abaro "Nachkomme'. Das b in den deutschen Formen ist wohl durch den Tiefton bedingt. Aus der Kontrastbildung ig. *spero- “hinterer, späterer’, auch in ai. dpara- gleicher Bedeutung; zu ig. *op- “hinter, spät’, das am deutlichsten in gr. öpi(s)the(n) hinten’ und heth. appa "hinter, zurück’ bezeugt ist. Im Germanischen (und teilweise auch außerhalb) Vermischung mit der letztlich wohl verwandten Sippe ig. *ap- (s. ab) wegen des lautlichen Zu-
Abgott
sammenfalls. Aus “danach” entwickelt sich die Funktion des Gegensatzes, in Zusammensct- zungen auch der Wiederholung (etwa in aber- hundert, abermals, vgl. einer nach dem andern u.ä.). Eine besondere Bedeutung 'miß-’ findet sich in Aberglaube (s. d.) und anderem.
S. einerseits ab und andererseits Abend, achter, After und Ebbe. — Lioyd/Springer (1988ff.), I, 401 — 403.
Aberesche f., s. Eberesche.
Aberglaube m. Spmhd. (13. Jh.) abergloube; neben spätercem Mißglaube, Afterglaube u.a. Wohl eine Zusammensetzung mit aber (s.d.), das aus ‘nach, wieder, hinter’ zu “Neben-’ und dann zu der abschätzigen Bedeutung kommen konnte. Ein Zusammenhang mit über- und |. superstitio f. Aberglaube’ ist aber nicht eindeu- tig auszuschließen.
S. auch Aberwitz. — E. Öhmann in: RS Krause (1960), 166 — 169.
Aberwitz m., arch. Spmhd. aberwitz f. “Irre- sein’. Zusammensetzung aus Witz (s.d.) in der alten Bedeutung “Verstand’ und aber in der un- ter Aberglaube behandelten besonderen Funk- tion.
abgebrannt Adj. (PPrät.), ugs. Das Partizip wird in der Bedeutung ‘jmd., dessen Haus durch Feuersbrunst zerstört wurde’ lexikalisiert und bekommt im 30-jährigen Krieg die Bedeutung ‘verarmt’. Es wird im 18. Jh. in die Studenten- sprache aufgenommen und kommt von dort in die niedere Umgangssprache; gelegentlich lite- rarisch (Goethe).
abgebrüht Adj. (P-Prät.). Hcute verwendet wie “hartgesotten’ (in übertragener Bedeutung). Frühe Belege (16. Jh.) weisen auf einen Zusam- menhang mit ndd. brüen (eigentlich bräuten, zu Braut, s.d.) “beschlafen’; der Zusammenhang mit dem modernen Wort (s. brühen) ist aber nicht lückenlos nachweisbar.
abgefeimt Adj. (PPrät.). Zu dem veralteten Feim “Schaum’ (s. d.) gehört das swV. abfeimen ‘den Schaum von etwas wegnehmen, reinigen’. Zur Bedeutungsentwieklung des Partizips vgl. raffiniert und mit allen Wassern gewaschen. Be- zeugt seit dem 15. Jh.
abgekartet Adj. (PPrät.), s. abkarten.
abgeschieden Adj. (PPrät.), s. Abschied.
abgeschmackt Adj. (P’Prät.). Seit dem 17. Jh. Aus etwas älterem abgeschmack (seit dem 16. Jh.) der Form eines Partizips angepaßt. Zusam- mensetzung aus geschmack Adj. "geschmack- voll’ und ab in der Bedeutung ‘-los, wider-" wie in abhold.
Abgott ın. "Götze’, arch., heute meist im über- tragenen Sinn (wie Idol). Mhd. abgot, ahd. ab- got, abguti n./m., as. afr. afgod. Zusammenset-
Abgrund
zung mit ab- in der Bedeutung "miß-, verkehrt’, (s. ab). Zu beachten ist die Annahme von Lloyd/Springer (s. u.), daß eine Lchnüberset- zung von gt. afgupbs "gottlos, frevelhaft’ vorliegt, da mit ab- sonst keine Konkreta gebildet werden.
Nndl. afgod. — E. Karg-Gasterstädt BGDSL 67 (1944), 420-433; Lloyd/Springer (1988ff.), I, 24.
Abgrund m. Mhd. ahd. abgrunt sind umge- formt aus älterem mhd. abgründe, ahd. ab- grunti, as. afgrundi;, dieses ist wie gleichbedeu- tendes gt. afgrundiba f. Abstraktum zu einem vorauszusetzenden Adjektiv *af-grund-(u)- “grundlos’; vielleicht Lehnübersetzung von gr. äbyssos.
Nndl. afgrond; aus dem Mittelniederdeutschen ent- lehnt nschw. avgrund. S. ab.
abhanden Adv. Wie zuhanden, vorhanden Zu- sammenrückung von ab (s.d.) und dem alten, umlautlosen Plural von Hand (s.d.). Die zu- grundeliegende Fügung ist schon althoch- deutsch, die Zusammenrückung etwa seit dem 14. Jh.
abhold Adj., arch. Bezeugt seit dem 14. Jh. aus hold (s.d.) und ab ‘-los, wider-’ wie in abgeschmackt (s.d.).
Abitur n. “Reifeprüfung, Abgangsexamen’.
Neubildung des 19. Jhs. zu einem im Schullatein üblichen abitürire “abgehen wollen’, zu 1. abitü- rus ‘einer, der weggehen wird’, dem PFut. von l. abire "weggehen’, zu |. ire (itum) “gehen? (s. auch ab-). Zunächst in der Form Abiturium; gebildet in Analogie zu Physikum (aus 1. examen physicum); schon früher Abiturientenexamen. Also eigentlich “Prüfung für den, der (von der Schule) abgehen will”. Morphologisch zugehörig: Abiturient; etymologisch verwandt: Arnbiente, Ambition, Exitus, Initialen, Initia- tive (usw.), Koitus, Komteß, Präteritum, Repertoire (usw.), Trance, Transit (usw.), [transitiv]; zu ig. *ei- ‘gehen’, das im Deutschen nur in unsicheren Erweite- rungen vertreten ist (s. Jahn, Jahr).
abkarten swV., ugs. (in abgekartetes Spiel u. ä.). Ursprünglich niederdeutsch neben afka- tern. Dieses wohl zu ndd. köddern ‘sprechen, plaudern’, Intensivum zu g. *kwep-a- “sprechen” (ahd. quedan, as. aondfrk. quethan, heutc ausge- storben), als ‘sich absprechen, verabreden’, dann Angleichung an Karten (spielen).
W. Niekerken in: F$ Pretzel (1963), 369f.
Abklatsch nı. “Nachbildung ohne eigenen Wert’. In der Druckersprache: ‘von Hand herge- stellter Bürstenabzug’, auch ‘Kopie einer In- schrift durch Anpressen von nassem Papicr’. Zu klatschen (s. klatsch) im Sinne von “geräuschvoll andrücken’. Bezeugt seit dem 19. Jh.
abkratzen swV. sterben’, vulg. Eigentlich
‘sich mit einem Kratzfuß (s. d.) verabschieden’. Bezeugt seit dem 19. Jh.
abmurksen
Ablaß m., fachsprachl. Mhd. abelaz, ahd. ab- laz, mndd. aflat n., mndl. afläte. Das Verbalab- straktum zu ablassen kann neben konkreten Bedeutungen auch die Vergebung im christli- chen Sinne meinen. Seit dem 11. Jh. bezeichnet es als Bedeutungsentlehnung aus kirchen-l. in- dulgentia f. den Nachlaß der zeitlichen Sünden- strafen. Bei Luther ist das Wort nach nieder- deutschem Sprachgebrauch ein Neutrum. Nndl. aflaat.
Ablativ m. (= 6. Kasus der Deklination), fachsprachl. Im Mittelhochdeutschen entlehnt aus gleichbedeutend 1. (cäasus) ablätivus “der die Trennung ausdrückende Fall’, zu 1. ablatus “weggetragen, weggebracht’, dem PPP. von |. auferre "wegtragen, wegbringen’, zu |. ferre “tragen.
Etymologisch verwandt: s. Differenz. — E. Leser ZDW 15 (1914), 53.
Ablaut m., fachsprachl. Im 17. Jh. gebildet, um den unregelmäßigen Vokalismus der starken Verben zu kennzeichnen. Dabei ist ab- im Sinne von "abweichend vom Regelmäßigen’ zu verste- hen. Von J. Grimm 1819 als grammatischer Terminus festgelegt.
G. Schoppe GRM 11 (1923), 184.
abluchsen swV. "(mit List) wegnehmen, ab- schwatzen’, ugs. Ursprünglich niederdeutsch. Intensivum zu mndd. /uken “ziehen, zupfen’, dieses aus wg. *leuk-a- 'rupfen’, aus ig. *leug- in ai. rujati “zerbricht, zerschmettert, zertrüm- mert’, lit. /auZti "brechen, aufbrechen’. Zur Be- deutungsentwicklung vgl. jemanden rupfen, zur Form ndd. (Hildesheim) /uckßen "saugen (vom Kleinkind)”. W. Niekerken in: FS Pretzel (1963), 369f.
abmarachen (sich) swV. ‘sich abquälen’, arch., reg. (nordd.). Bezeugt seit dem 18. Jh. Herkunft dunkel. . Versuche einer Erklärung aus dem Westjiddischen bei E. Weißbrodt ZDPh 64 (1939), 308 und Wolf (1985), Sit.
abmergeln swFV., s. ausgemergelt.
abmurksen swV. "umbringen’, vulg. Seit dem 18. Jh. gelegentlich literarisch. Expressive s-Bil- dung zu ndd. murken "töten’, zumndd. morken “zerdrücken’. Vgl. zum Bcedeutungsübergang mhd. zerrmürsen, zermüschen “zerdrücken, ein Tier zertreten’. Vermutlich zu ig. *mera- ‘zer- drücken’ in (spät-)anord. merja "zerquetschen’, l. mortärium “Mörscr’, gr. nıarainö “ich reibe auf, vernichte’, ai. mrnäti “zermalmt’ (lautlich mehrdeutig). Vielleicht als Lautvariante ge- nauer zu vergleichen mit ai. marcäyati “beschä- digt, versehrt’ (ai. markä- m. “Vernichtung, Tod’), 1. murcus "verstümmelt’. S. auch Murkel.
abnorm
abnorm Adj., s. Norm und ab-. abnormal Adj., s. a-!, ab- und Norm.
abonnieren sıwV. “eine regelmäßige Leistung für eine befristete Zeit vereinbaren’. Im 18. Jh. entlehnt aus gleichbedeutend frz. s’abonner bzw. abonner (eigentlich: “ausbedingen, festset- zen’), aus afız. abosner “abgrenzen, zu afrz. bosne "Grenzstein’. Entlehnt im Rahmen des Journal- und Zeitungswesens.
Morphologisch zugehörig: Abonnent, Abonnement: etymologisch verwandt: borniert. — W. Feldmann ZDW 8 (1906/07), 50; Schirmer (1911), 4.
Abort m., ugs., reg. Hüllwort seit dem 18. Jh. für älteres Abrritt (s.d.), aus ab und Ort als “abgelegener Ort’; schon mndd. afort in dieser Bedeutung. Mit Betonung des zweiten Gliedes unter dem Einfluß von I. abortus “Fehlgeburt’, das als medizinisches Fachwort entlehnt wird (dieses zu I. aboriri "dahinschwinden, eine Fehl- geburt haben’).
Hoops (1973ff.), 1, 15— 18. Anders zur Betonung (nach Klosett, Toilette): Hiersche (1986ff.), 13. abrackern sır V., s. Racker.
Abrakadabra n. Ein in mehreren Sprachen bezeugtes Zauberwort, im Lateinischen seit dem 3. Jh., im Deutschen seit dem 16. Jh. nachgewie- sen. Über die Herkunft sind nur Spekulationen möglich.
W. Buchholz ZRG 8 (1956), 257 —259. Herleitung aus dem Thrakischen (‘Schaum und Asche’, vielleicht auch “Nebel und Rauch’) bei W. Brandenstein in: Studies presented to J. Whatmough (s’'Gravenhage 1957), 26f.
Abriß m. In der Bedeutung "kurze Zusam- menfassung’ bezeugt seit dem 19. Jh. Ursprüng- lich (16. Jh.) ein nur in den Umrissen entworfe- nes Bild, zu (ab-)Jreißen (s. d.) in der Bedeutung ‘zeichnen’.
abrupt Adj. “plötzlich, jäh’. Im 18. Jh. ent- lehnt aus gleichbedeutend |. abruptus, dem PPP. von l. abrumpere “abreißen, losreißen’, zu |. rumpere (ruptum) “reißen, zerbrechen’ (s. auch ab-). Etymologisch verwandt: Bankrott, Eruption, korrupt (usw.), Raub (usw.), Rotte, Route.
abs- Präfix, s. ab-.
absacken swV., s. sacken und ab.
Abschaum m. Bezeugt seit dem 15. Jh. Ur- sprünglich der sich beim Sieden und Schmelzen bildende unreine Schaum, der weggeräumt wird. Rückgebildet aus abschäumen den Schaum entfernen’ (wie köpfen zu Kopf, abrah- men zu Rahm). Vor allem übertragen gebraucht und in übertragener Bedeutung auch früher be- zeugt.
abschätzig Adj. Seit dem 15. Jh. zu abschätzen in der fachsprachlichen Bedeutung “etwas als
absolut
minderwertig einstufen und deshalb aus dem Verkchr zichen (Münzen, Brot u.ä.). S. ab.
Abschied 1. Fnhd. (15. Jh.) abscheid zu fnhd. abscheiden "weggehen’. Der Vokal ist der Verän- derung im Partizip gefolgt (im Gegensatz zu Bescheid). Vom Verbum ist noch das erstarrte Partizip abgeschieden “zurückgezogen” erhalten; vgl. auch die Abgeschiedenen “die Toten’ (fnhd. abscheid häufig = "Tod’).
Nndl. afscheid.
Abschlag m. In den kaufmännischen Bedeu- tungen “Rechnungsabzug, Teilzahlung’ seit dem 16. Jh. bezeugt. Zu abschlagen, das schon mittelhochdeutsch übertragen für “verringern’ in verschiedenen Anwendungsbereiehen ge- braucht wird.
Absehen n., s. Absicht.
Abseite f. "Seitenschiff (einer Kirche)’, fach- sprachl. "Nebenraum unter der Dachschräge’, ndd. Mhd. absite, ahd. (12. Jh.) absida, mndd. afside ‘Seitengewölbe’, entlehnt aus kirchen-l. absida "Wölbung, Chorkapelle’ zu gr. apsis. Die Lautform ist angelehnt an ab und Seite; auch die niederdeutsche Bedeutung steht wohl unter dem Einfluß dieses sekundären Anschlusses. Lloyd/Springer (1988ff.), I, 30— 32.
abseits Adv. Seit dem 17. Jh. neben diesseits, Jenseits und wie diese ursprünglich ohne -s. Viel- leicht in Anlehnung an das äitere seitab, sonst unklar. Als Fachausdruck im Fußballsport im 20. Jh. übersetzt aus ne. off side.
Absenz f. “Abwesenheit”, auch ‘Geistesabwe- senheit’, sondersprachl. Im 15. Jh. entlehnt aus gleichbedeutend 1. absentia, einem Abstraktum zu l. absens (-entis) "abwesend, dem PPräs. von l. abesse "abwesend sein’, zu 1. esse "sein’ (s.
auch ab-). Morphologisch zugehörig: absent, sich absentieren; ety- mologisch verwandt: s. Essenz, Präsens. — Jones (1976), 77.
Absicht f. Seit dem 17. Jh. für älteres Absehen, bei dem sich die Bedeutung “Bestreben, Augen- merk’ aus konkretem “Ziel, Visier” entwickelte. Zu absehen “eine Schußwaffe auf jmd. richten’ (vgl. es auf jemanden oder etwas abgesehen haben).
Absinth m. “Wermutbranntwein’, fachsprachl. Im 19. Jh. entlehnt aus gleichbedeutendem frz. absinthe f., dieses aus 1. absinthium n., aus gr. apsinthion n. “Wermut’. Die weitere Herkunft ist nicht sicher geklärt.
absolut Adj. “uneingeschränkt, unbedingt’. Im 17. Jh. entlehnt aus gleichbedeutend |. absolu- tus, dem PPP. von |. absolvere “loslösen, freispre- chen (u. a.)’, zu |. solvere (solütum,) “lösen? (s. auch ab-), das mit gleichbedeutend gr. /yein
absolvieren
verwandt ist. Die staatsrechtliche Bedcutung vor allem nach frz. absolu "unumschränkt'. Morphologisch zugehörig: Absolution, Absolutismus; etymologisch verwandt: absolvieren (usw.), Analyse (usw.), Katalysator, Paralyse, resolut, Resolution; zum Etymon s. verlieren. — W. Feldmann ZDW 8 (1906/ 07), 50; K.-H. Weinmann DWEB 2 (1963), 385.
absolvieren swV. "beenden, zum Abschluß bringen’, sondersprachl. Im 16. Jh. entlehnt aus gleichbedeutend 1. absolvere (auch: “loslösen, freisprechen’), zu 1. solvere (solütum,) lösen’ (s. auch ab-). Der Bedeutungsübergang von lösen’ zu "zum Abschluß bringen’ geht wohl über "erlö- sen, abfertigen”. Morphologisch zugehörig: Absolvent; etymologisch verwandt: s. absolut. — W. Feldmann ZDW 8 (1906/ 07), 50.
absorbieren swYV. "aufsaugen', sondersprachl. Im 17. Jh. entlehnt aus gleichbedeutend 1. absor- bere, zu l. sorbere "schlucken, aufsaugen’ (s. auch ab-). Zunächst ın die medizinische Fach- sprache entlehnt. Die Verallgemeinerung der Bedeutung erst im 18. Jh. Heute auch übertra- gen ‘ganz in Anspruch nehmen’. Morphologisch zugehörig: Absorber, Absorption.
abspenstig Adj. (in jemandem jemanden ab- spenstig machen). Seit dem 16. Jh. für älteres abspännig zu abspanen (abspenen) "weglocken’ aus ahd. as. spanan “locken’, spmhd. abspenen (abspanen) "weglocken’, formal zum ri-Ab- straktum (ahd.) spanst "Lockung’ gehörig. Das Verbum aus wg. *span-a- swV. ‘locken’, auch in ae. spanan, afr. spona, (anord. spenja swV.), ohne klare Vergleichsmöglichkeit. Als Grund- wort wird heute abspannen “ausspannen’ ver- standen, doch beruht dies auf sekundärer An- lehnung. S. Gespenst.
Abstand m. Bezeugt seit dem 15. Jh. In der eigentlichen Bedeutung ‘Entfernung’ und der übertragenen Bedeutung ‘Verzicht’ Verbalab- straktum zu mhd. abestän “abstehen, entfernt sein; überlassen, verzichten’. Dieses zu ab und stehen (s.d.).
Abstecher ‚n. In der niederländischen Sec- mannssprache gibt es zu nndl. afsteken “(ein kleines Bciboot mit Hilfe des Bootshakens vom Schiff) abstoßen’ den Ausdruck een afsteker maken "einc kurze Fahrt mit dem Beiboot ma- chen’ (nndl. steken im Sinn von ‘stechen, sto- Ben, stochern’). Beides im 18. Jh. ins Deutsche entlehnt, wo das Substantiv mit allgemeinerer Bedeutung in dic Gcmeinsprache gelangt. Eine entsprechende Bedeutung von stechen liegt vor ın in See stechen.
Abstinenz f. "Enthaltsamkeit (besonders in be- zug auf Alkohol)’. Im Mittelhochdeutschen ent- lehnt aus gleichbedeutend 1. abstinentia, einem
Abszisse
Abstraktum zu 1. abstinens (-entis) "enthalt- sam’, dem PPräs. von |. abstinere "sich enthal- ten’, zu 1. fenere “halten, festhalten’ (s. auch ab-). Die Bedeutungsverengung auf alkoholi- sche Getränke erfolgt Mitte des 19. Jhs. unter Einfluß von ne. abstinence.
Morphologisch zugehörig: abstinent; etymologisch ver- wandt: s. Tenor. — K.-H. Weinmann DWEB 2 (1963), 385.
abstrahieren swV., s. abstrakt.
abstrakt Adj. "begrifflich, wenig konkret’. Im 15. Jh. entlehnt aus gleichbedeutend 1. abstrac- tus (eigentlich: "abgezogen), dem PPP. von |. abstrahere "abziehen, wegziehen', zu |. trahere (tractum) "ziehen, herleiten’ (s. auch ab-). Die im 16. Jh. in Philosophie und Rhetorik entstan- dene Bezeichnung geht aus von "vom Gegen- stand absehen, vom Gegenständlichen ab- ziehen‘.
Morphologisch zugehörig: abstrahieren, Abstraktion, Abstraktum, etymolögisch verwandt: Attraktion (usw.), Extrakt (usw.), kontrahieren, Kontrakt, malträ- tieren, Porträt (usw.), subtrahieren (usw.), trainieren (usw.), Trakt, Traktat (usw.), Trasse, Tratte, zum Ety- mon S. tragen. — W. Feldmann ZDW 8 (1906/07), 50.
abstrus Adj. "eigenartig, verworren’. Im 17. Jh. entlehnt aus |. abstrüsus "verborgen’, dem PPP. von 1. abstrüdere "verstecken, verbergen’, zul. trüdere (trüsum) "stoßen, drängen’ (s. auch ab-). Die Bedeutungsverschlechterung von 'ver- borgen’ zu “absonderlich’ erst im Deutschen. Etymologisch verwandt: s. verdrießen.
absurd Adj. "widersinnig’. Im 17. Jh. entlehnt aus gleichbedeutend 1. absurdus (eigentlich “mißtönend’), das allgemein auf ein lautmaleri- sches |. susurrus "Zischen’ zurückgeführt wird. Früher vor allem üblich in der Sprache von Philosophie und Logik (vgl. ad absurdum führen).
Morphologisch zugehörig: Absurdität; zum Etymon s. schwirren. — W.J: Jones SN 51 (1979), 247f.
Abszeß m. “eitriges Geschwür’, fachsprachl.
Im 18. Jh. entlehnt aus gleichbedeutend I. abs- cessus (eigentlich: "Weggang, Absonderung’), zu l. abscedere "weggehen, entweichen, sich entfer- nen‘, zu l. cedere (cessum) weichen’ (s. auch ab-). Das Benennungsmotiv bezieht sich auf die Absonderung der Eiterflüssigkeit. Etymologisch verwandt: Accessoires, Exzeß (usw.), Konzession (usw.), Präzedenzfall, Prozedur, Prozeß (usw.), Prozession, Rezession, Sezession, sukzessiv (usw.).
Abszisse f. "Achsenabschnitt im Koordinaten- system’, fachsprachl. Entlehnt aus neo-l. (Imea) abscissa "die Abgeschnittene (Linie)', zu 1. ab- scindere "abspalten, trennen’, zul. scindere (seis- sum) "zerreißen, spalten’ (s. auch ab-).
Zum Etymon s. scheiden. — Schirmer (1912), 1.
Abt
Abt m. Aus kirchen-l. abbas, Akk. abbätens; dieses aus ntl.-gr. abbä; ursprünglich nur als Anrede; aus aram. abba “Vater” (zunächst ent- lehnt als Anrede für Gott im Gebet). Frühe Entlehnung in ahd. abbat, mhd. abbet, nndl. apt, abt; afr. abbed, ebbede; ae. abbad, ne. abbot. Aus dem Altenglischen weiterentlehnt nschw. abbot und nisl. (anord.) aböti (umgedeutet zu “Verbesserer,' zu der Sippe von büßen). Hierzu Abtei, mhd. abbeteie, ahd. abbateia aus kirchen- l. abbatia (ahd. abbateia ist eine frühe Entleh- nungsform des Suffixes, später an das aus dem Französischen kommende -ie angeglichen); und Abtissin, mhd. eppetisse, ahd. abbatissa aus kir- chen-l. abbatissa. Die Erweiterung mit -in seit dem 15. Jh.
Lloyd/Springer (1988ff.), 1, 19— 23.
Abteil r. Im 19. Jh. als Ersatzwort für Coupe vorgeschlagen, und zwar als Maskulinum, nachdem ein solches Wort ın anderen Bedeu- tungen schon früher aufgetreten war. Das Wort wird durch den offiziellen Gebrauch in Deutschland durchgesetzt, übernimmt aber von Coupe das neutrale Genus (und gelegentlich die Betonung auf der zweiten Silbe).
abträglich Adj. ‘schädlich’. Bezeugt seit dem 16. Jh. Zu Abtrag “Beeinträchtigung, Schädi- gung’; dieses zu abtragen. Die Art der bildlichen Verwendung ist zwar klar, doch ist nicht ersicht- lich, in welchem Sachbereich oder welcher Si- tuation die spezielle Bedeutung "Schaden, schädlich’ entstanden ist.
Abtritt m. "Klosett’, arch. Seit dem 16. Jh. Eigentlich “Weggang, abgelegener Ort’ zu abtre- ten in der Bedeutung "weggehen’. Neuer austre- ten (s. d.).
S. Abort.
abtrünnig Adj. Mhd. abetrünnec, ahd. ab(a)trunnig, neben mhd. abtrünne, ahd. ab- trunni. Vermutlich Adjektiv-Bildung oder No- men agentis mit der Bedeutung "Weggelaufener, Überläufer”. Bildungstyp unklar. Das Grund- wort wird unter entrinnen behandelt.
A-Buch n., s. Abc, Abece. abwärts Adv., s. -wärts.
abwegig Adj. Bezeugt seit dem 15. Jh. Zu Abweg “Irrweg’ (auch “Seitenweg’), also rrig' (auch "abliegend, umständlich’). Zu Weg (8. d.) und ab (s.d.).
abwesend Adj. (PPräs.), Abwesenheit f. Schon Notker (um 1000) übersetzt 1. abesse "fern sein, fehlen’ mit ahd. abawesen. Während die finiten Formen keine große Rolle spielen, werden im Laufe der Zeit die Nominalformen wichtig: Seit dem 14. Jh. abewesen, im 16. Jh. zu abwesenheit verdeutlicht (vgl. zur Bildung Unwissenheit, Wohlhabenheit); seit dem 15. Jh. zunächst nda.
Achse
afwesend, im 16. Jh. auch oberdeutsch. Parallel sind anwesend und anwesen, später Anwesenheit; ursprünglich zu I. adesse “dabci scin’, dann vor allem Entsprechungen zu 1. praesens und |. praesentia.
S. Wesen (+) und Anwesen.
ac- Präfix, S. ad-.
Accessoires Pl. "modisches Zubehör’, sonder- sprachl. Im Neuhochdeutschen entlehnt aus gleichbedeutend frz. accessoires, zu frz. acces- soire 'ncbensächlich’, dieses aus ml. accessorius “zusätzlich”, aus |. accessus, dem PPP. von |. accedere 'hinzukommen’, zu |. cedere (cessum) “kommen; zuteil werden’ (s. auch ad-). Etymologisch verwandt: s. Abszeß.
-ach in Bach-, Fluß- und Ortsnamen, s. Au(e).
ach /Interj. Mhd. mndd. mndl. nndl. ach, ahd. alı “"ach’; auch nschw. ack, ndn. ak. Unklar ist der Zusammenhang mit ähnlichen Interjektio- nen außergermanischer Sprachen, vor allem lit. äk “ach” und air. uch, och, ach “ach, weh’ und mit dem starken Verb ae. acan "schmerzen’ (ne. ache "Schmerz, schmerzen’). Schon in frühmit- telhochdeutscher Zeit auch substantiviert, heute noch in Ach und Krach u.ä. Weiter hierzu äch- zen (spmhd. achzen, echzen), eigentlich “ach sa- gen, stöhnen”.
Schwentner (1924), 17C.; Lloyd/Springer (1988ff.), T, I8L.
Achat m. (= ein Halbedelstein), fachsprachl. Im 12. Jh. entlehnt aus gleichbedeutend |. achä- tes, dieses aus gr. achätes (dass.). Die weitere Herkunft ist nicht sicher geklärt.
Lüschen (1968), 167f.; Lloyd/Springer (1988ff.), I, 87.
Achel f., s. Ähre.
acheln swV. ‘essen’, ugs., reg. Aus rotw. acheln, bezeugt seit dem 16. Jh., zu wjidd. achlen ‘essen’, dieses aus hebr. ’akal “essen’. Küpper (1955/70), I, 37; Wolf (1985), 32.
Achillesferse f. "wunder Punkt‘, sonder- sprachl. Nach einem griechischen Sagenmotiv, demzufolge der Held Achill nur an einer Stelle seines Körpers, der Fersc, verwundbar war. Zu Achill: Littmann (1924), 50.
Achiss ın., s. Essig.
Achse f. Mhd. alıse, ahd. as. ahsa aus wg. * hısö f. “Achse’, auch in ae. eax; neben der I-Bildung *ahsula- (o.ä.) in anord. gxull,; im Gotischen ist die Bedeutung nicht bezeugt. Außergermanisch ist das Wort gut vergleichbar, zeigt aber auch dort keinen einheitlichen mor- phologischen Bau. Am weitesten verbreitet ist *sksi- in |. axis m., lit. aSis, aruss. osi in gleicher Bedeutung (lit. auch “Klafter”); daneben *äkso- in ai. aksa-, *aksön in gr. dxön, myk. a-ko- so-ne; eine (morphologisch nicht ausreichend
Achsel
klare) /-Bildung auch in kymr. echel. Lautlich und semantisch verwandt sind die Wörter für “Achsel” (s. d.). Die Bildungverschiedenheit der Wörter weist zurück auf ein konsonantisches ** aks, das eine endungslose (etwa lokativische) Bildung zu einem s-Stamm **ages- "Drehung, Schwingung’ zu ig. *ag- “treiben, lenken’ (I. agere usw.) sein kann, wenn eine ursprüng- lichere Bedeutung “drehen, schwingen’ voraus- gesetzt wird. In diesem Fall wäre **aks "wo die Drehung stattfindet” und die verschiedenen Stammbildungen wären verschiedene Versuche, die beschränkt verwendbare (Kasus-?) Form zu einem vollen Substantiv umzugestalten. Bereits alte Anwendungsbereiche sind “Radachse’, “Achsel’ und wohl auch “Zentrum des Sternen- himmels, Erdachse’. Nndl. as, nschw. axel, nisl. öxull; ne. axle ist aus dem Nordischen entlehnt. S. Achsel, Agenda (+), Antagonismus(+). — H. Reichelt WS 12 (1929), 112-114; Darms (1978), 143—157; E. Hamp ZVS 95 (1981), 81 —83; Lloyd/Springer (1988ff.), I, 113. Achsel f. Mhd. ahsel, ahd. ahsala, as. ahsla aus g. *ahslö f. "Achsel’, auf das auch anord. ex! (femininer i-Stamm) und ae. eaxe/ zurück- führen können; im Gotischen ist die Bedeutung nicht bezeugt (nur amsa “Schulter’). Zugehörig- keitsbildungen mit Virddhi gehen von einer Form ohne / aus: ahd. uohasa (u.a.), mhd. uohse; ae. Öcusta (u.a.), anord. öst “Achsel- höhle, selten auch “Fittich’, anord. “Halsgrube’. Die ig. Form **aks "wo die Drehung stattfindet’ (s. Achse) bekam im Germanischen und Lateini- schen eine /-Bildung, die auf die Bezeichnung der Achsel spezialisiert wurde: neben dem ange- führten g. *ahslö, 1. ala “Flügel” (aus *aksla), Diminutiv I. axilla "Achselhöhle’; die einfache Bildung wurde dabei durch Polarisierung auf die Bedeutung “Radachse’ beschränkt — nur die Virddhibildung weist noch zurück auf die alte Bedeutungsgleichheit. Umgekehrt hat im Nordischen die /-Bildung das Grundwort in der Bedeutung “Achse” verdrängt; der Unterschied zwischen oxull und 0x/ dürfte darauf beruhen, daß die Körperteilbezeichnung auf eine Dual- form zurückgeht (so würde sich auch das femi- nine Genus erklären lassen). Entsprechende Körperteilbezeichnungen außerhalb des Ger- manischen und Lateinischen sind ai. aksa-, das außer “Achse” auch "Schlüsselbein’ (gewisserma- Ben die Fortsetzung des Achselgelenks) bedeu- tet, entsprechend auch das avest. Hapax asa- (das kaum “Achsel bedeutet, wie aus etymologi- schen Erwägungen angesetzt wird); und arm. anowt‘ "Achselgrube’ (morphologisch unklare Zugehörigkeitsbildung); vielleicht auch air. ais Rücken’ (wenn urspünglich “Achsel’). Nschw. axel, nisl. öxl; nndl. oksel “Achselgrube?’ ist lautlich von außerhalb beeinflußt. S. Achse. — H.
Acht
Reichelt WS 12(1929), 112—114; Darms (1978), 143 — 157; Lloyd/Springer (1988ff.), I, 114— 116.
acht Num. Mhd. aht, ahd. as. ahto aus g.
*ahtau, auch in gt. ahtau, anord. ätta, ae. eahta, afr. achta; dieses aus ig. *oktöu “acht? in ai. astäu, lit. astuon!, gr. oktö, |. octö, air. ocht; akslav. osmi ist sekundär umgeformt. Der auf- fällige Wortausgang läßt sich als Dualform er- klären; das zugrundeliegende Wort müßte dann eine Bedeutung wie gr. palast@ "(Handfläche), Breite von vier Fingern’, avest. asta- “kleines Längenmaß’, (avest. uz-asta- "Länge von 8 Fingerbreiten’) gehabt haben. Ein solches Grundwort kann in avcst. astaii- und eventuell einem zweiten Bestandteil von gr. palasıd ge- sucht werden; andere knüpfen an das Zahlwort für 4 (*quetwör) an oder an eine Wurzel *ok- ‘spitzig’ (mit einer Bedeutung “Spitzenreihe’, nämlich der 4 Finger der ausgestreckten Hand). S. zu dieser Wurzel aber unter Ecke. — Die Ordnungszahl (der) achte zeigt ursprünglich eine Silbe mehr: mhd. ahtede, ahd. as. ahtodo vgl. gt. ahtuda. Diese dreisilbige Form ist seit mittelhochdeutscher Zeit verkürzt worden; die Langform stirbt im 16. Jh. aus. Nndl. acht, ne. eight, nschw. ätta, nisl. atta. S. Oktober. Zu Achtel s. Teil, zu achtzig s. -zig. — F. Muller /F 44 (1926), 137f., H. Güntert WS 11 (1928), 142; W. B. Henning TPhS (1948), 69; E. A. Ebbinghaus BGDSL 72 (1950), 319f.; H.-F. Rosenfeld WZUG 45 (1956/57), 208; H. W. Bailey AsM 7 (1959), 23; Szemerenyi (1961), 173; Lloyd/Springer (1988ff.), I, 121-124.
Acht! f. “Friedlosigkeit’, arch. Mhd. äht, ehte,
ahd. ähta aus wg. *ähtö f. (älter *anhrö) ‘Fried- losigkeit" auch in ae. öht, afr. acht(e). Dazu das Verbum ächten, mhd. ahten, @hten ahd. ähten, as. ähtian, ae. @htan, afr. achta, echta. Die Acht (Friedlosigkeit) wurde von einem weltlichen Gericht verhängt. Der so Verurteilte konnte straflos getötet werden. Im Mittelalter steht die weltliche Acht neben dem kirchlichen Bann (vgl. in Acht und Bann tun). Außergerma- nisch kann das Wort mit einer Reihe von laut- lich und semantisch ähnlichen Wörtern vergli- chen werden, doch ist sowohl der Zusammen- hang wie auch die Zugehörigkeit in allen Einzel- fällen unklar. Vgl. einerseits air. dcht (aus *anktu-) “Mord, Totschlag’; heth. henkan ‘Seu- che, Tod’ (*henk-), andererseits gr. ananke “Notwendigkeit”. E. Polome RBPhH 30 (1952), 462£.: E. Öhmann NPhM 66 (1965), 517— 519; Lloyd/Springer (1983ff.), 1, 118-120. Zur Sache: E. v. Künßberg: Acht (Weimar 1910) und DRW I, 361-370.
Acht? f., arch. (in sich in acht nehmen usw.). Mhd. aht(e), ahd. ahta aus wg. *ahtö f. "Beach- tung (u. ä.)', auch in ae. eaht. Hierzu das Ver- bum achten ‘beachten’, mhd. ahten, ahd. as. ahtön, afr. achtia, ae. eahtian. Ohne Dentaler-
Achtel
weiterung etwa gt. alıa ‘Sinn, Verstand’, gt. ah- jan meinen’. Weitere Herkunft unklar; viel- leicht zu ig. *ak- "scharf, spitzig’ (s. Ecke) mit übertragener Bedeutung. Nndl. acht. S. Achtung, Obacht. — E. Öhmann NPhM 66 (1965), 517—519; Lioyd/Springer (1988ff.), T, 116-118.
Achtel m./n., s. aclıt und Teil.
achten swV., s. Acht?.
ächten swV., s. Acht!.
achter Adv. hinter’. Niederdeutsch für after. S. aber und After.
Achtung f. Mhd. alıtunge, ahd. alıtunga. Ver- balabstraktum zu achten (s. Acht), das dessen Grundwort Acht abgelöst hat.
achtzig Num., s. acht und -zig. ächzen swV., s. ach.
Acker m. Mhd. acker, ahd. as. ackar aus g.
*akraz "Acker, auch in gt. akrs, anord. akr, ae. «cer, afr. ekker, dieses aus ig. *agros (m.) “Feld’ in ai. äjra- "Fläche, Ebene’, gr. agrös “Feld, Land’, 1. ager “Feld, flaches Land’. Das Wort wird normalerweise als ro-Ableitung zu *ag- “treiben, lenken’ gestellt, unter der Vorausset- zung, daß die Ausgangsbedeutung “Weide” war (vel. Trift zu treiben), die sich dann zu “Acker’ entwickelte. Sachlich und semantisch ist diese Annahme unbefriedigend. Der Versuch von ]. Trier (s. u.) von einem r/n-Stamm *ager/n- "um- hegter Platz’ (in gr. agön "gehegter Kampfplatz’ und gr. agorä f. "Versammlungsort’) auszuge- hen, liegt semantisch näher, ist aber nicht aus- reichend gesichert. S. Agronom (+). Nndl. akker, ne. acre (Flächenmaß), nschw. äker, nisl. akur. — H. Reichelt ZVS 46 (1914), 309— 311; H. Fränkel Gnomon 4 (1928), 566f.; A. Un- gnad Language 13 (1937), 142—145; J. Trier BGDSL 67 (1944), 126; P. Chantraine: Erudes sur le vocabulaire grec (Paris 1956), 33—40; E. Mehl MS 71 (1961), 375f.; R. Anttila SUSA 80 (1986), 15—27; Lloyd/Springer (1988 FF.), 1, 40-42.
Ackermännchen n. "Bachstelze’, reg. Bezeugt seit dem 16. Jh. Der Vogel heißt danach, daß er im Frühjahr dem Pflug folgt, um Nahrung zu finden.
Ackermennig m., s. Odermennig.
ad- Präfix. Dient der Präfigierung von Ver- ben, wobei ein (intensivierendes) Hinzukom- men zum Ausdruck gebracht wird; sekundär erscheint es in deverbalen Adjektiven und Sub- stantiven. Das Präfix wird in romanischen Wör- tern ins Deutsche entlehnt; es geht auf funktio- nal entsprechendes 1. ad- zurück, bei dem es sich ursprünglich um eine Präposition handelt. Es erscheint in unterschiedlicher lautlicher Um- gebung in verschiedenen Assimilationsformen: Als a- vor allem vor /sk,sp,st/ (z. B. Aspiration),
addieren
als ac- vor /k/ (<c*) (vgl. Accessoires), als af- vor /f/ (z. B. Affix), als ag- vor /g/ (z. B. Aggluti- nation), alsak- vor /k/, /ts/(<c*, <z*)(z. B.ukku- rat, akzeptieren), als al- vor /l/ (z.B. Allianz), als an- vor /n/ (z. B. Annonce), als ap- vor /p/ (z. B. Appell), als ar- vor /r/ (z. B. Arrest), als as- vor /s/ (z. B. assoziieren), und als at- vor /t/ (z.B. Attraktion).
Adam m., sondersprachl. In der Bibel Name des ersten Menschen, zugleich hebräisches Wort für “Mensch, Mann’ (’ädäm). Verschiedene Wortverwendungen, die meist unmittelbar von Bibelstellen abhängen: der alte Adam nach Röm. 6,6; den alten Adam ausziehen nach Kol. 3.9 u.a. Geläufig seit Luther. Zu Adamsapfel (s.d.).
Adamsapfel m. Wie nndl. Adamsappel, ne. Adanı's apple, nschw. adamsäpple, frz. pomme d’Adam, kymr. afal Adda usw. Die Bezeichnung tritt zuerst im 15. Jh. im Gebiet der romani- schen Sprachen auf. Älter (und entsprechend weit verbreitet) ist die Bedeutung “Granatapfel', auch Bezeichnung bestimmter Apfelsorten (hier hat das Kompositionsglied Adam- eine ähnliche Funktion wie Paradies- und soll nur die Vorzüg- lichkeit der Frucht hervorheben). Da in arabi- schen medizinischen Schriften der Schildknor- pel als “Granatapfel” bezeichnet wird (pömum gränätum n. in der lateinischen Übersetzung) übernahm Adamsapfel auf dem Wege der Lehn- bedeutung auch die heutige Bedeutung. Daran knüpft sich die Legende, daß diese Erhöhung der dem Adam im Hals stecken gebliebene Bis- sen des verbotenen Apfels im Paradies sei. Das seit dem 19. Jh. als Quelle angegebene hebr. tappü°h ha’ädaäm (eigentlich "Erhöhung beim Mann’ umgedeutet zu ‘Apfel des Adam’) ist im Hebräischen selbst nicht nachweisbar. Erst modern unter Einfluß der europäischen Spra- chen tappü°h ha’adam rısön "Apfel des ersten Menschen’.
S. Adam.
adaptieren swV. "anpassen, fachsprachl. Ent- lehnt aus gleichbedeutend 1. udaptäre, zu 1. ap- täre (dass.) (s. auch ad-), einem Intensivum zu l. apere (aptus) (dass.). Morphologisch zugehörig: Adaptation, Adapter, Adap- tion, adaptiv.
adäquat Adj. "angemessen’, sondersprachl. Im 18. Jh. entlehnt aus gleichbedeutend 1. adaequä- tus (eigentlich: angeglichen’), dem PPP. von |. adaequäre (-ätum) “angleichen’, zu 1. aequus “gleich”. Etymologisch verwandt: s. Aquator.
addieren swV. "zusammenzählen, hinzufügen”. Im 15. Jh. entlehnt aus gleichbedeutend Il. ad-
adc
dere, zu |. dare (datum) 'geben’ (s. auch ad-), also “hinzutun’. Morphologisch zugehörig: Addition; etymologisch ver- wandt: s. Datum. — Schirmer (1912), 2.
ade Part., s. adieu.
Adebar mı., arch. Ein vor allem niederdeut- sches, aber auch in angrenzenden Gebieten be- zeugtes Wort für “Storch’; vgl. nndl. ooievaar (dial. euver), mndl. mndd. odevare, and. odo- boro, odobero. Das offenbar schon früh un- durchsichtig gewordene Wort wurde verschiede- nen lautlichen Umgestaltungen und Umdeutun- gen ausgesetzt. Sicher von Einfluß war die Deu- tung als “Glücksbringer’ (zu g. *auda- “Heil, Glück’ und *ber-a- “tragen, bringen’, s. gebä- ren); vgl. zu dieser auch die Verdeutlichung mit Heil- in ndl. dial. heil-uiver; doch scheint dies bereits eine Umdeutung zu sein. Das Hinter- glied kann zu *ber-a- "tragen, bringen’ oder (mit niederdeutscher Inlautsentwicklung des f) zu *far-a- "fahren’ gehören; das Vorderglied ist un- klar — ein Wort für “Sumpf” (Adebar also als “Sumpfgänger’, was sachlich nahe liegen würde) läßt sich nicht ausreichend sichern.
W. Krogmann Anglia 60 (1936), 35—38 und KVNS 51 (1938), 71 —73.
Adel m. Mhd. ade! m./n., ahd. adal aus g.
*apala- n., das sonst nur in anord. adal n. be- zeugt ist, als Vorderglied auch im Altsächsi- schen und vielleicht in gotischen Namen (Artha- laricus) auftritt, aber durch seine Ableitungen überall außer im Gotischen vorausgesetzt wird. Die Bedeutung fällt auseinander, läßt sich aber einerseits auf “Geschlecht, Herkunft’, anderer- seits auf ‘Art, Wesen, natürliche Beschaffenheit’ zurückführen. Zu der Ableitung *apalja- s. un- ter edel; eine Virddhi-Bildung liegt offensicht- lich vor in *opala- (n.) "Odal, Erbbesitz, Her- kunftsort’ in ahd. uodil, as. oöil, afr. Ethel, ae. @del, anord. ödal. Dieses Wort ist auch in Na- men häufig (Ulrich); seine Abgrenzung von der Verwandtschaft des gt. haimopli “Landbesitz, Heimat’, das semantisch zu Heimat (s.d.) ge- hört, ist unklar. Die verschiedenen Versuchc einer Etymologie können nicht voll überzeugen; am besten Szemerenyi (s.u.), der von einem Kompositum **ar-al- ausgeht zu *at(i) “weg, über-“ hinaus’ und *al-a- 'nähren, wachsen’, wobei zu vergleichen wäre 1. ind-oles "angebo- renc Anlage’, I. pröles “"Sprößling, Nachkomme’ und 1. sub-oles “"Sproß, Nachkommenschaft’, evtl. auch toch. A. aräl “Mann”. Nndl. adel. — O. Behaghel: Odal (München 1935); O. Szemerenyi Word 8 (1952), 42; H. Zutt: Adel und Edel (Mannheim 1956); W. Betz in: FS Hammerich (1962), 9f.; Hoops (1973ff.), I, 58-77; Darms (1978), 192-207; Lloyd/Springer (1988ff.), I, 44— 48.
Adept m. "Eingeweihter, Schüler, Jünger’, sondersprachl. Entlehnt aus 1. adeptus “erlangt,
Adjektiv
erreicht, dem PPP. von |]. adipiscr "erlangen, erreichen’, zu 1. apisci "erfassen, sich aneignen”. Zunächst “jmd., der sich auf einem Gebiet viel Wissen angeeignet hat, Eingweihter’; heute scherzhaft meist junger Adept für einen Schüler oder Neuling.
Ader f. Mhd. äder, ahd. adra aus einem wohl gemein-g. *@d(a)rö f. "Eingeweide, Ader, Sehne” (die Einengung der Bedeutung ist erst neuhochdeutsch), auch in ae. @dre; anord. @ör zeigt eine Form ohne r (-r ist nur Nominativ- Zeichen), doch dürfte dies angesichts der ety- mologischen Zusammenhänge auf sekundärer Umdeutung beruhen. Zugrunde liegt ein wohl schon ig. *et-r- (r- oder r/n-Stamm) mit ver- schiedenen Erweiterungen und morphologi- schen Umdeutungen; vgl. gr. tor n. “Herz’, gr. Etron n. "Bauch, Eingeweide, air. inathar ‘Eingeweide’. Falls avest. ätar- “Feuer” und die Sippe von Atem (s. d.) zugehörig sind, ist von einer Bedeutung “Wärme” auszugehen, die sich einerseits (wie bei den keltischen Wörtern für “Feuer”) zu ‘Feuer’, andererseits zu "Eingeweide’ entwickeln konnte (vgl. zu diesem Bezeich- nungsmotiv etwa Kaldaune, s.d.).
Nndl. ader, nschw. äder, nisl. @ö. — Lloyd/Springer (1988fF.), I, 54 — 57.
Adhortativ m. "Modus des Ermahnens’, fach- sprachl. Entlehnt aus |. (modus) adhortätivus “ermahnend’, dem PPP. von |. adhortarr, zu |. hortärt 'ermuntern, ermahnen’ (s. auch ad.).
adieu Part. (= cin Abschiedsgruß), reg. Im
17. Jh. entlehnt aus frz. adieu “zu Gott, Gott befohlen’, einer Zusammenrückung von frz. ä dieu "zu Gott’, dieses aus gleichbedeutend 1. ad deum. Die Variante ade beruht auf der älteren, schon mittelhochdeutschen Entlehnung (wohl aus nordfrz. ade), die dann, vor allem im Süd- westen, in die Mundarten zurückgedrängt wurde. Aus einer weiteren Variante wallon. ad- Juus (vgl. span. adiös) kommen adjüs, adjes, tjüs, tschüs, letzteres vor allem nord- und mittel- deutsch. Etymologisch verwandt: ade, Diva; zum Etymon s. Dienstag. Ersatzwort ist Lebewohl. — K. Prause: Deut- sche Grußformeln (Breslau 1930); R. Brunner WZUR 5 (1955/56), 205—208; Kretschmer (1969), 75; E. Öh- mann in: FS Foerste (1970), 198-200; B. Paraschke- wow BGDSL-H 93 (1972), 299 — 307; Jones (1976), 84f.; R. A. Wolf ZDL 44 (1977), 81 —84.
Adjektiv n. “Eigenschaftswort’, fachsprachl. Entlehnt aus spl. (nomen) adiectivum “Wort, das hinzugefügt werden kann’, zu I. adiectum, dem PPP. von |. adicere hinzufügen’ (eigentlich “hinzu-werfen’), zu 1. iacere (iactum) "werfen, schleudern’ (s. auch ad-).
Etymologisch verwandt: Injektion (usw.), [ Interjek- tion], [Jet], Jeton, Konjektur (usw.), Objekt (usw.), Projekt (usw.), Projektil, Subjekt (usw.), Sujet, Trich-
Adjunkt
ter. — W. Feldmann ZDW 8 (1906/07), 51; E. Leser ZDW 15 (1914), 45.
Adjunkt n./m. “Hinzufügung, (veraltct:) (Amts-)Gehilfe’, fachsprachl. Entlehnt aus |. adiunctus "eng verbunden’, dem PPP. von I. ad- iungere "anfügen, hinzufügen, verbinden’, zu |. iungere (iunctum) "verbinden, vereinigen’ (s. auch ad-); in der wörtlichen Bedeutung ‘anspan- nen, ins Joch spannen’ (vgl. 1. ingum n. “Joch’). Etymologisch verwandt: s. Konjunktion.
Adjutant ın. "Hilfsoffizier’, fachsprachl. Im 17. Jh. entlehnt aus gleichbedeutend frz. adjudant, dieses aus span. ayudante (eigentlich: “Helfer, Gehilfe’), einem Nomen agentis zu span. ayudar ‘helfen’, aus 1. adiütäre "helfen, unterstützen’, zu |. adiuvare (dass.), zu l. ivvare "unterstützen, helfen’ (s. auch ad-). Das d der neueren französi- schen Form geht auf eine Angleichung an das lateinische Wort zurück.
Adlatus n. “Helfer, Amtsgehilfe’, arch. Gebil- det nach 1. ad latus "zur Seite’ (d. h. im übertra- genen Sinne “zu Hilfe’), zu 1. /atus Seite’. Etymologisch verwandt: s. lateral.
Adler n. Eine seit dem 12. Jh. belegte Ver- deutlichung adel-are ‘edler Aar’ (s. Aar); zu- nächst vermutlich ein technischer Ausdruck der Falknerei. Mindestens gleichzeitig belegt ist gleichbedeutendes afrz. alerion, das (trotz laut- licher Schwierigkeiten) als aus dem Fränkischen entlehnt gilt.
Nndl. adelaar (poet.). — Suolahti (1909), 345— 352; Hoops (1973ff.), I, 79— 81.
Administration f. “Verwaltung', fachsprachl. Entlehnt aus 1. administrätio (-önis) "Verwal- tung, Besorgung? (eigentlich: “Dienstleistung’), zu l. administräre ‘verwalten, besorgen, ausfüh- ren’, zu l. ministräre "bedienen, darreichen, ver- schaffen’ (s. auch ad-), zu 1. minister "Diener, Gehilfe’, dieses wohl zu I. minus “weniger” als ‘der Geringere‘.
Etymologisch verwandt: s. minus. — K.H. Feldmann ZDW 8(1906/07), 51; K.-H. Weinmann DWEB 2 (1963). 385.
Admiral m. (= Titel eines hohen Marineoffi- ziers). Im 16. Jh. entlehnt aus gleichbedeutend frz. admiral, neben älterem amiral, das sich im Französischen später durchsetzt (das d wohl durch Anknüpfung an 1. admirärt bewundern’); dieses aus arab. amir "Befehlshaber’, das seit dem 10. Jh. in der lateinischen Form amiratus u.ä. als Bezeichnung afrikanischer und mor- genländischer Herrscher erscheint. Es wird dann in Italien auch für einheimische Würden- träger gebraucht und dann auf den Befehlsha- ber der Flotte eingeengt. Die verschiedenen Wortausgänge beruhen wohl auf nachträglicher Suffixanpassung. Das Wort wurde bereits im 12. Jh. als amiral, ammiralt, admirät u.ä. in der
adrett
allgemeinen Bedeutung ‘Oberbefehlshaber (der Sarrazenen)’ cntlehnt, wurde aber nach dem 16. Jh. durch die Neuentlehnung verdrängt. Etymologisch verwandt: Emir. — Littmann (1924), 69, 96; Lokotsch (1975), 6., P. Kunitzsch ADA 94 (1983), 108f.
Adoleszenz f. "Alter zwischen Kindheit und Erwachsensein’, fachsprachl. Entlehnt aus gleichbedeutend Il. adolescentia, einem Abstrak- tum zu l. adolescere "heranwachsen’, zu ]. alere “nähren, ernähren; großziehen'.
Etymologisch verwandt: s. Alimente.
Adonis ın. "schöner Mann’, sondersprachl. Im 18. Jh. entlehnt aus gr. Adönis, dem Namen eines Jünglings der griechischen Sagenwelt, der von der Göttin Aphrodite wegen seiner beson- deren Schönheit geliebt wurde. Das Wort wird schon in der Antike als Appelativum verwendet. Littmann (1924), 22f.
adoptieren swV. "an Kindesstatt annehmen”. Im 16. Jh. entlehnt aus gleichbedeutend |. adop- täre (eigentlich: “hinzuwählen‘), zu l. optäre “wählen, wünschen’ (s. auch ad-). Morphologisch zugehörig: Adoption; etymologisch verwandt: s. Option. — W. Feldmann ZDW 8 (1906/ 07), 51; Hoops (1973ff.), I, 83-85.
Adrenalin rn. ‘Hormon des Nebennieren- marks’, fachsprachl. Neubildung zu 1. renälis ‘die Nieren betreffend’ (s. auch ad-), zu |. ren m. “Niere’.
Adresse f. “Anschrift”. Im 18. Jh. entlehnt aus gleichbedeutend frz. adresse (eigentlich: "Rich- tung’), zu frz. adresser "etwas an jmd. richten’, aus spl. *addirectiäre “ausrichten‘, zu 1. directus, dem PPP. von |. dirigere "gerade richten, aus- richten’ (s. auch ad-), zu 1. regere (rectum) ‘leiten’ (s. auch dis-). In der Bedeutung ’an eine hochgestellte Persönlichkeit gerichtetes Schrift- stück’ im 18. Jh. entlehnt aus gleichbedeutend ne. address gleicher Herkunft. Morphologisch zugehörig: Adressat, adressieren;, ety- mologisch verwandt: adrett, alert, arroganı, direkt (usw.), Direktor, dirigieren (usw.), Dreß, dressieren (usw.), Eskorte (usw.), interrogativ, korrekt (usw.), Ma- haradscha, Pergola, Regel, Regie (usw.), regieren (usw.), Regime, Regiment, Region (usw.), regulieren (usw.), Reneklode, Ressourcen, Surrogat (usw.),; zum Etymon s. recht. Ersatzwort ist Anschrift. — W. Feld- mann ZDW 8 (1906/07), 51; Schirmer (1911), 7; Ganz (1957), 28; Jones (1976), 85f.; Brunt (1983), 119.
adrett Adj. ‘nett, ordentlich’. Im 17. Jh. ent- lehnt aus gleichbedeutend frz. adroit, dieses aus spl. *addirectus “ausgerichtet, wohlgeführt’, zu l. directus, dem PPP. von |. dirigere "gerade richten, ausrichten’ (s. auch ad-), zu |. regere (röctum) “leiten’ (s. auch dis-). Deutsche Schrei- bung und Aussprache nach der französischen Aussprache zur Zeit der Entlehnung. Etymologisch verwandt: s. Adresse. — Brunt (1983), aal,
Advent
Advent »rı. "Zeit vor Weihnachten’. Im Mittel- hochdeutschen entlehnt aus gleichbedeutend 1. adventus (cigentlich: “Ankunft [Christi]’), dem Verbalabstraktum zu 1. advenire ‘ankommen’, zu |. venire (ventum) "kommen’ (s. auch ad-). Etymologisch verwandt: Abenteuer, eventuell (usw.), Intervention (usw.), Inventar (usw.), Konvenienz, Kon- vent, Konvention, Parvenü, präventiv (usw.), Prove- nienz, Souvenir, Subvention; zum Etymon s. kommen.
Adverb „. “Umstandswort’, fachsprachl. Im 17. Jh. entlehnt aus gleichbedeutend I. (nomen) adverbium (eigentlich: “das zum Verb gehörende Wort‘), zu I. verbum “Wort, Zeitwort’ (s. auch ad-).
Etymologisch verwandt: s. Verb. — W. Feldmann ZDW 8 (1906/07), 51; E. Leser ZDW 15 (1914), 45.
Advokat m. Anwalt’, arch., reg. Im 15. Jh. entlehnt aus gleichbedeutend 1. advocätus (ei- gentlich: “der Herbeigerufene’), dem substanti- vierten PPP. von |. advocare *herbeirufen’, zu l. vocäre (vocätum) "rufen’ (s. auch ad-), zu l. vox (-öcis) Stimme’. Ursprünglich war der Advokat ein in Rechtssachen zugezogener Beistand, der aus Freundschaft (oder gegen geringes Entgelt) mit seinem Ansehen und juristischen Rat zur Seite stand, aber kein juristischer Vertreter im heutigen Sinne des Wortes. Mit der späteren Professionalisierung der Rechtshilfe dann auch entsprechender Bedeutungswandel. Etymologisch verwandt: s. Vokal, Vogt. Ersatzwort ist Rechtsanwalt. — W. Feldmann ZDW 8 (1906/07), 51.
af- Präfix, s. ad.-.
Affäre f. “Vorfall, Verhältnis’. Im 17. Jh. ent- lehnt aus gleichbedeutend frz. affaire, einer Zu- sammenrückung aus frz. (avoir) 4 faire ‘zu tun (haben)‘. Frz. faire machen, tun’ aus gleichbe- deutend 1. facere (factum).
Etymologisch verwandt: s. Fazit. — Jones (1976), 86f.
Affe m. Mhd. affe, ahd. affo, as. apo aus wohl gemein-g. *apön- m., auch in anord. api, ae. apa. Das Wort kann (zumindest in der Be- deutung 'Affe’) aus sachlichen Gründen nicht alt sein; außergermanische Anschlüsse sind aber unsicher: Die lautlich vergleichbaren slavischen Wörter (russ.-kslav. opica f. usw.) scheinen aus dem Germanischen entlehnt zu sein; das von dem griechischen Lexikographen Hesych als keltische Bezeichnung der Schwanzaffen ange- gebene abränas ist vereinzelt und unklar. Viel- leicht aus cincm weiter verbreiteten Wort für “Affe” mit einem anlautenden k- (ai. kapi-, auch in semitischen Sprachen, im Griechischen und Lateinischen). Der Anlautverlust könnte erklärt werden, wenn das Wort aus dem Arabischen stammt, da im vulgären Arabischen bei diesem Wort ein Kehlkopfverschlußlaut statt des k- erscheint (Littmann [1924], 24f.; Lokotsch [1927], 85f.). — Affe "Rausch’ seit dem 19. Jh.
Affront
wie in anderen curopäischen Sprachen (mit an- deren Wörtern für Affe); es wird zurückgeführt auf eine Homonymie im Cechischen (opice f. “Affe” und opit se ‘sich betrinken’) oder auf verschiedene Wirkungen dcs Alkohols, ausge- drückt durch Vergleich mit Tieren (so R. Riegler s. u.). — Affe "Tornister’ in der Soldatensprache seit 1800. Vielleicht scherzhafte Variation zu älterem Katzbalg "Tornister’ (s. katzbalgen). Nndl. aap, ne. ape, nschw. apa, nisl. api. S. Schlaraffe. — R. Riegler WS 6 (1914/15), 194— 196; Lloyd/Sprin- ger (1988ff.), I, 58f. Zu Affe Rausch’ vgl. Steinhauser (1962), 16.
Affekt m. "Erregung, Gemütsbewegung’. Im 18. Jh. entlehnt aus gleichbedeutend 1. affectus, dem Verbalabstraktum zu 1. afficere "hinzutun, einwirken, anregen’, zu l. facere (factum) "ma- chen, tun’ (s. auch ad-). Das Verbum ist als affizieren entlehnt.
Morphologisch zugehörig: affektiert, etymologisch verwandt: s. Fazit. — W. Feldmann ZDW 8 (1906/07), 51f.; G. Schoppe ZDW 15 (1914), 175.
Affenschande f., ugs. Bezeugt seit dem 19. Jh. Offenbar “etwas, das selbst für die „notorisch schamlosen” Affen eine Schande ist’.
Affirmation f., s. firmen.
Affıx n. "Wortbildungselement’, fachsprachl. Entlehnt aus 1. affıxum “das Angeheftete’, dem substantivierten PPP. von 1. affigere “anheften, an etwas befestigen’, zu 1. figere (fixum) "befe- stigen, heften’ (s. auch ad-).
Morphologisch zugehörig: Kruzifix, Präfix, Suffix; etymologisch verwandt: s. fix.
affizieren swV., s. Affekt.
Affodill m. (= ein lilienartiges Gartenge- wächs mit vielen kleinen Wurzelknollen), fach- sprachl. Im Frühneuhochdeutschen entlehnt aus gleichbedeutend 1. asphodelus, asphodilus, dieses aus gr. asphödelos (dass.). Für die Form- veränderung bei der Entlehnung wird die volks- etymologische Arilehnung an Affe und Dill an- genommen.
Affolter m., s. Apfel.
Affrikate f. “Verschlußlaut mit folgendem Reibelaut’ (z. B. /pf/), fachsprachl. Entlehnt aus l. affricata (wörtlich: “dic Angeriebene’), dem substantivierten PPP. von 1. affricare ‘anreiben', zu |. fricare (frictum) ‘reiben’ (s. auch ad.). Morphologisch zugehörig: Frikativ; etymologisch ver- wandt: s. frottieren.
Affront m. "Schmähung, Beleidigung’, sonder- sprachl. Im 17. Jh. entlchnt aus gleichbedeutend frz. affront, zu frz. affronter ‘auf die Stirn schla- gen, vor den Kopf stoßen, beschimpfen, beleidi- gen’, zu frz. front ‘Stirn’, dieses aus |. Jröns (-ontis) (dass.).
Etymologisch verwandt: s. Front. -— G. Schoppe ZDW 15 (1914), 175; Jones (1976), 87.
After
After m. Mhd. after, ahd. aft(e)ro ist eine nur deutsche Substantivierung des ebenfalls nur deutschen Adjektivs ahd. aft(e)ro, mhd. after “hinter, nachfolgend’, bedeutet also ‘der Hin- tere” (vgl. Hintern), vielleicht Lehnübersetzung von 1. posteriora n. Pl. Das Adjektiv wurde gebildet aus dem g. Adverb *after- in gt. aftaro, anord. eptir, ae. efter, as. ahd. aftar “hinter, hinten’; dieses wiederum gehört zu ig. *op- ‘hin- ten, hinter’, das unter aber behandelt wird. Ad- verb und Adjektiv gehen im Deutschen schon früh zurück, möglicherweise bedingt durch die als anstößig empfundene Bedeutung des Sub- stantivs. Ndd. Form: achter (s.d.).
S. auch ob-. — Lloyd/Springer (1988ff.), I, 63— 67.
Afterglaube nı., s. Aberglaube.
ag- Präfix, s. ad-.
Agave f. (= eine Pflanzengattung), fach- sprachl. Im 18. Jh. entlehnt aus gleichbedeutend frz. agave, agave m., einer gelehrten Bildung zu gr. agauds (agaue f.) “edel, prächtig’; also "die Edle, Prächtige'.
Littmann (1924), 151.
-age Suffix. Dient zur Bildung von Substanti- ven, die eine Handlung (zZ. B. Massage zu mas- sieren) bezeichnen oder eine Sache als Kollekti- vum erfassen (z. B. Trikotage zu Trikot). Man- che Ableitungen weisen beide Bedeutungen auf (z.B. Drainage). Es gelangt seit dem Mittel- hochdeutschen in französischen Lehnwörtern ins Deutsche und geht auf 1. -äticum zurück, ursprünglich die Neutrumform von Adjektiven auf 1. -äticus. Deutsche Bildungen erscheinen besonders in der Studentensprache (z. B. Bla- mage), vor allem auch als Ulkwörter (z. B. Schenkage).
E. Öhmann: NPhM 75 (1974), 513 — 526.
Agenda f. ‘Merkbuch, Liste, Verhandlungs- punkte’, schwz. Entlehnt aus 1. agenda “Dinge, die betrieben werden müssen’, dem Plural von l. agendurm, dem Gerundivum von |. agere (äc- tum) “treiben, führen, in Bewegung setzen’. Das Verbum ist ebenfalls entlehnt als agieren. Morphologisch zugehörig: Agens, Agent, Agentur, agil, Akt, Akıe, Aktion, aktiv (usw.), agieren; etymologisch verwandt: Aktie (usw.), aktuell (usw.), ambig, Axiom, Essay, exakt, Examen (usw.), kaschieren (usw.), Navi- gation, reagieren (usw.), Redaktion (usw.), Transaktion; zum Etymon s. Achse. — Schirmer (1911), 7.
Agens n./m. “treibende Kraft, Träger der Handlung’, fachsprachl. Entlehnt aus dem Par- tizip 1. agens (s. Agent) zu 1. agere "treiben, führen, in Bewegung setzen’ (s. auch Agenda).
Agent m. “Vertreter, Spion’. Im 17. Jh. ent- lehnt aus gleichbedeutend it. agente, dieses aus l. agens (-entis), dem PPräs. von l. agere (äc- tum) “handeln’. Zunächst nur ‘Geschäftsfüh-
Agitation
rer’, dann aber auch ‘im staatlichen Auftrag tätiger Spion’, Morphologisch zugehörig: Agenda, Agens, Agentur, agil, Akt, Akte, Aktion, aktiv (usw.); etymologisch ver- wandt: s. Agenda. — Schirmer (1911), 7; Jones (1976), sek.
Agentur f., s. Agent.
Agglomerat n. "Anhäufung, Zusammenbal- lung’, fachsprachl. Entlehnt aus 1. agglomerätus “zusammengedrängt’, dem PPP. von 1. agglome- räre "dicht aneinanderdrängen’, zu I. glomeräre (-ätum) "zu einem Knäuel ballen’ (s. auch ad-), zu Il. glomus "Knäuel'.
Agglutination f. "Verklebung, Aneinanderfü- gung’, fachsprachl. Entlehnt aus gleichbedeu- tend |. agglätinätio, einem Abstraktum zu |. agglütinäre "anleimen, ankleben’, zu 1. glütinäare “leimen’ (s. auch ad-), zu 1. glüten, glütinum n. “Leim, Kitt’.
Aggregat n. "mehrgliedriges Ganzes’, fach- sprachl. Neolateinische Bildung des 19. Jhs. zu l. aggregäre "anhäufen, hinzuscharen’, zu l. gre- gäre (-ätum) "zu einer Herde scharen’ (s. auch ad-), zu l. grex (-egis) m.“Herde, Schar’. Etymologisch verwandt: Allegorie, Gremium, Katego- rie, Kongregation.
Aggression f. “feindselige Haltung, Angriff”.
Im 19. Jh. entlehnt aus |. aggressio “Angriff”, einem Abstraktum zu ]. aggredi‘heranschreiten, angreifen’, zu Il. gradi (gressus sum) "schreiten, gehen’ (s. auch ad-). Morphologisch zugehörig: aggressiv, Aggressor; ety- mologisch verwandt: degradieren (usw.), Grad, grassie- ren, Ingredienz, Kongreß, progressiv (usw.), Regreß, Regression.
Ägide f. ‘Obhut, Schirmherrschaft’, sonder- sprachl. Im 18. Jh. entlehnt aus 1. aegis (-idis) ‘Schild des Jupiter und der Minerva, Schutz’, aus gr. aigis (-idos) “Ziegenfell, Lederharnisch, Sturmschild des Zeus und der Athena’. Die weitere Herkunft ist umstritten (der Zusammen- hang mit gr. aix (-igös) “Ziege” ist nicht ein- deutig).
agieren swV., s. reagieren.
agil Adj. "beweglich’, sondersprachl. Im 18. Jh. entlehnt aus frz. agile oder 1. agilis gleicher Bedeutung. Dieses zu 1. agere treiben, führen, in Bewegung setzen’ (s. Agenda, Agens).
Agio n. "Betrag über Nennwert’. Entlehnt aus gleichbedeutend it. aggio m., dieses aus gr. (byz.) allägion (gr. allagE f.) "Tausch’. Dazu Disagio für den “Abschlag, um den der Kurs hinter dem Nennwert zurückbleibt’ (s. auch dis-).
Agitation f. "aggressives Handeln zum Beein- flussen anderer’, fachsprachl. Im 19. Jh. entlehnt aus gleichbedeutend ne. agitation, dieses aus |.
Agonie
agitatio (-Onis) "das In-Bewegung-Setzen’, zu |. agitäre "schüren, betreiben, aufhetzen’. Morphologisch zugehörig: agitato, Agitator, agitiert, Agitprop. — Zu Agitator: Ganz (1957), 29f.
Agonie f. "Todeskampf, sehr großc Angst’, sondersprachl. Entlehnt aus gleichbedeutend kirchen-l. agönia, dieses aus gr. agönia "Kampf, Wettkampf, Angst, Beklemmung’, zu gr. agön m. "Kampf, Wettkampf, Versammlung’, zu gr. agein "führen, schreiten, marschieren’. Morphologisch zugehörig: Agon, agonal, Agonist;, ety- mologisch verwandt: s. Antagonismus.
Agraffe f. “Spange’, fachsprachl. Im 17. Jh. entlehnt aus gleichbedeutend frz. agrafe (eigent- lich: “Haken’), zu frz. agrafer “anhaken, einha- ken’, das vermutlich auf ein germanisches Wort zurückgeht.
Brunt (1983), 122.
agrar- Präfixoid "die Landwirtschaft betref- fend’. Entlehnt aus I. agrärius ‘den Acker(bau) betreffend’, zu. 1. ager ‘Acker’. Etymologisch verwandt: s. Agronom.
Agronom m. “Landwirt mit akademischer Ausbildung’, fachsprachl. Entlehnt aus frz. agronome "Ackerbaukundiger’, dieses aus gr. (ep.) agronomos “Aufseher über die Stadtlände- reien‘, wohl einer Substantivierung von gr. (poet.) agrönomos “ländlich, feldbewohnend’, zu gr. agrös "Acker, Feld, Land’ und gr. nömos “Brauch, Sitte, Satzung, Gesetz, (wörtlich:) Zu- geteiltes’, zu gr. nemein “teilen, abteilen, zu- teilen”.
Morphologisch zugehörig: Agronomie; etymologisch verwandt: agrar-; zum Etymon s. Acker.
Agstein m., s. Bernstein.
Ahle f. Mhd. ale, ahd. ala aus wg. *@16 f. “Ahle”, auch in ae. «I; dieses aus ig. *ola gleicher Bedeutung, auch in ai. ära. Daneben Formen mit kurzem a: anord. alr, ahd. alansa u. a. Her- kunft unklar. Unklar ist auch der Zusammen- hang mit ähnlichen Wörtern der finnisch- ugrischen Sprachen (kulturelles Wanderwort oder Entlehnungen aus dem Indischen in dic finnisch-ugrischen Sprachen?).
Nndl. els, ne. aw/ (aus dem Nordischen), nisl. alur. — Lloyd/Springer (1988ff.), I, 135f.
Ahn nı. Mhd. an(e), ahd. ano. In dieser Bc- deutung (“Vorfahr‘) auf das Deutsche be- schränkt. Weiter verbreitet ist ein ig. *han- mit der Bedeutung ‘alte Frau’. Herkunft dunkel, vielleicht Lallwort. In der Bedeutung ‘Großva- ter, Großmuttcr’ fehlt dem Wort zunächst eine Unterscheidungsmöglichkeit zwischen maskuli- num und femininum. Diese wird nachträglich eingeführt (Ahni/Ahne, Alınherr/ Alınfrau usw.),
Ahorn
aber ab 1400 weicht das Wort vor dem klareren Großvater/Großmutter (s. d.) zurück. S. Enkel!, Frauche, Herrche, Urahn. — Kuhberg (1933), 35; Müller (1979), 17-69; Lioyd/Springer (1988ff.), I, 215— 217.
ahnden swV. "strafen’, arch., fachsprachl. Mit unregelmäßiger Vokaldehnung aus mhd. anden, ahd. anton “rächen, strafen, tadeln’, as. andon “eifern’, ae. andian "neidisch, eifersüchtig sein’, also wg. *and-ö-; dieses offenbar zu ahd. anto, as. ando, ae. anda ‘Zorn, Eifer, Neid’, auch (ahd.) ‘Strafe’. Unklar ist das Verhältnis zu ahd. anado, anadon ähnlicher Bedeutung (selten, in Glossen), ae. anoda. Mit Rücksicht auf die Be- deutungsverzweigung von |. animus (Hauch, Mut, Stolz, Leidenschaft usw.) kann an g. *an-a-, ig. *ana- “atmen’ angeknüpft werden, doch reicht diese Annahme allein noch nicht für die Erklärung der Bedeutung aus (hat etwa eine Entsprechung von gr. önomai ‘ich tadle’ eine Rolle gespielt?). Lioyd/Springer (1988ff.), I, 221 — 224.
ahnen swV. Seit dem 12. Jh. (mhd.) ez anet mir (oder mich) aus dem Adverb ane ‘an’ gebil- det (vgl. es kommt mich an). Seit dem 14. Jh. mit persönlicher Konstruktion (ich ahne usw.). In Mundarten, die nach Vokalsynkope zusam- menstoßende Dentale vereinfachen (bint aus bindet), entsteht schon im 13. Jh. die hyperkor- rekte Form anden, später ahnden; sie ist aber wegen des Gleichklangs mit ahnden "strafen’ wieder untergegangen. Stammler (1954), 141 — 144; zu ahnden: V. Moser ZM 14 (1938), 65.
ähnlich Adj. Mhd. anelich, ahd. analih (nur als Abstraktum analihhi n. u.a. belegt), wie in gt. analeiko Adv. Eigentlich “dessen Gestalt (*leika-) nahe daran ist’. Die fnhd. Form ein- lich mit gleicher Bedeutung beruht wohl auf sekundärer Umdeutung. Anders: O. Höfler in: FS Kralik (1954), 39 — 41.
Ahorn nı. Mhd. ahd. as. alıorn neben n-losen Formen in mundartlich Are (usw.), ndn. er. Aus diesen Formen läßt sich ein west-ig. *akr “Ahorn’ erschließen, das auch in I. acer n. (. acernus "aus Ahorn’) und gr. (Hesych) äkastos (vermutlich aus *akr-sto-) bezeugt ist. Falls es sich um ein Erbwort handelt, dürfte es aus ig. * aker- "Spitze’ oder einer damit zusammenhän- genden Bildung abgeleitet sein (das Benen- nungsmotiv wäre also die Form der Blätter). Zu dieser Wurzel s. Ecke. Es gibt aber Hinweise darauf, daß es sich um cin vorindogermanisches Wanderwort handeln könnte; so das daneben- stehende gr. (Hesych) akarna “Lorbeer” und bal- tische und slavische Formen, die in ihrer Her- kunft unklar sind.
S. Ähre, Akrobat, Akronyrn, akut. — 1. Nordstrandh NM 5 (1949), 148-173, W. Mitzka: Der Ahorn (Gies-
Ähre
sen 1950); Hoops (1973ff.), 1, 115; Lloyd/Springer (1988FK.), 1, 110113.
Ahre f. Mhd. elıer n., ahd. ehir, ahar n. führt zusammen mit gt. ahs, anord. ax und ae. ear zurück auf einen g. s-Stamm *ahaz- n., aus weur. *akos- n, auch in |. acus, (aceris) n. “Grannc, Spreu’ und gr. akostö “Gerste (= ‘die Grannige?). Mit anderem Suffix sind gebil- det ahd. ahil und mit grammatischem Wechsel fnhd. agel, nhd. Achel (mit chı als norddeutscher spirantischer Aussprache des g) “Ährenspitze’, ae. egl(e) "Granne‘. Gemeint sind also jeweils die Grannen, so daß die Wörter wohl mit ig. *ak- “Spitze, spitzig’ (etwa in gr. akron n. “das äußerste Ende, Spitze‘) zusammenhängen. Nndl. gar, nschw. nisl. ax. S. Ahorn (+), Ecke, Hachel, HAulst. — Lloyd/Springer (1988ff.), 1, 95— 98.
Ähren m., s. Ern.
ak- Präfix, s. ad-.
Akadcmie f. "Vereinigung von Künstlern oder
Gelehrten, Forschungs- und Lehreinrichtung‘. Im 16. Jh. entlehnt aus gleichbedeutend I. Aca- demia, dieses aus gr. Akademeia (dass.). Im Griechischen ist es zunächst Name eines vor Athen gelegenen Tempelbezirks, der — mögli- cherweise volksetymologisch — auf den Namen des Heros Akademos zurückgeführt wird. Eine von Platon in der Nähe eingerichtete Schule erhält den Namen des Bezirks, den sie auch nach der Verlegung an einen anderen Ort beibe- hält. Dann Übergang des Propriums in ein Ap- pellativum. Die Bedeutung “Vereinigung von Gelehrten’ vor allem unter Einfluß von frz. academie. Morphologisch zugehörig: die neo-l. Bildungen Akade- miker, akademisch. — W. Feldmann ZDW 8 (1906/ 07), 50; O. Immisch: Academia (Freiburg/Br. 1924); K.-H. Weinmann DWEB 2 (1963), 386.
Akazie f. (= eines der Mimosengewächse), auch “Robinie’, fachsprachl. Entlehnt aus gleich- bedeutend 1. acacia, dieses aus gr. akakia (dass.)
Akelei f., fachsprachl. Mhd. ageleie, ahd. aga- leia ist entlehnt aus ml. aquileja u. ä&. unbekann- ter Herkunft (vielleicht zu 1. aquila “Adler” we- gen der krallenförmig gekrümmten Honigblät- ter oder zu spl. aculeus m. “Stachel” wegen des oft stark gebogenen Sporns). Die heutige Laut- form ist vom Niederdeutschen beeinflußt. Echt hd. Aglei.
Nndl. akelei. — Marzell (1943/79), 1, 359f.; Lloyd/ Springer (1988ff.), 1, 76f.
Akklamation f. ‘(Abstimmung per) Beifall’, fachsprachl. Im 18. Jh. entlehnt aus gleichbe- deutend I. acclamätio (-onis,) (häufig auch Aus- druck des Mißfallens), einem Abstraktum zu |. acclämäre ‘zurufen’, zu l. clämäre “laut rufen, schreien’ (s. auch ad-).
Morphologisch zugehörig: akklamieren; etymologisch verwandt: s. deklamieren.
15 Akkusativ
akklimatisieren swV., s. Klima und ad-. akkomodieren swV., s. konımod und ad.-. akkompagnieren swV., s. Kompagnon und ad-.
Akkord m. "Zusammenklang mehrerer Töne;
Stückarbeit, Stücklohn; Vereinbarung’. Im 17. Jh. entlehnt aus frz. accord “Übereinstimmung, Abkommen’, einem postverbalen Nomen zu frz. accorder “ein Abkommen schließen’, über spl. *accordäre (dass.), ciner Entsprechung zul. con- cordäre "sich in Einklang befinden, versöhnen’ (s. auch ad-), zu |. cor (-rdis) n. “Herz, Stim- mung (u. a.)'. Im 19. Jh. kommt zu der allgemei- nen Bedeutung "Abkommen’ die speziellere Be- deutung “Vereinbarung zur Bezahlung nach Stückzahl (usw.)’ hinzu, mit der diese Form von Bezahlung gegenüber Zeitlohn begrifflich abgegrenzt wird. Die musikalische Bedeutung seit Beginn des 18. Jhs. nach frz. accord (dass.), so bezeichnet nach dem wohlgefügten Zusam- menklang von Tönen. In dieser Bedeutung dürfte beim frz. Wort eine Vermengung mit frz. corde f. Saite‘, aus |. chorda f. (dass.), vorliegen, was sich vor allem in der Bedeutung ‘ein Instru- ment stimmen’ zeigt, die der Bedeutung “Zu- sammenklang’ vorausgeht. Morphologisch zugehörig: Akkordeon, akkordieren; etymologisch verwandt: Courage (usw.), Konkordanz, Konkordat, Rekord, zum Etymon s. Herz. — Schirmer (1911), 8; Eggebrecht (1955), 20f.; Jones (1976), 81f.
Akkordcon n. ‘Handharmonika’, fachsprachl. Bezeichnung eines im 19. Jh. entwickelten Musikinstruments, dessen Bässe in Akkorden angeordnet sind. Die ursprüngliche Bezeich- nung war Akkordion (wohl nach dem älteren Orchestrion, die Endung -eon in Anlehnung an die französische Form).
Etymologisch verwandt: s. Akkord.
akkreditieren swV., s. Kredit und ad-.
akkumulieren swV. "anhäufen’, sondersprachl. Im Frühneuhochdeutschen entlehnt aus gleich- bedeutend |. accumuläre, zu l. cumuläre "häufen, steigern’ (s. auch ad-), einer Ableitung von |. cumulus Haufe‘. Morphologisch zugehörig: Akkumulation, Akku(mula- tor) “Energiespeicher’; etymologisch verwandt: s. ku- mulieren.
akkurat Adj. "sehr genau’, sondersprachl. Im 17. Jh. entlehnt aus I. accurätus "sorgfältig, ge- nau’, dem PPP. von Il. accuräre "mit Sorgfalt erledigen’, zu |. curare "für etwas bzw. jmd. Sorge tragen’ (s. auch ad-), zu Il. cüra ‘Sorge, Sorgfalt, Augenmerk’. Morphologisch zugehörig: die französisierende Bil- dung Akkuratesse; etymologisch verwandt: s. Kur.
Akkusativ m. (= 4. Fall der Deklination), Jfachsprachl. Im Frühneuhochdeutschen ent- lehnt aus gleichbedeutend 1. (casus) accusativus
Akne
‘(wörtlich:) der eine Anklage ausdrückende Fall’, dem Adj. zu I. accüusäare "anklagen, be- schuldigen’, einer Zusammenbildung von |. causa f. "Grund, Schuld, Umstand’ und ad- (s.d.). Die lateinische Bezeichnung ist eine Lehnbildung zu gr. he aitiak& ptösis f., das die- sen Kasus inhaltlich als den Fall des affızierten bzw. effizierten Objekts charakterisiert. Bei der Übertragung ins Lateinische wird die Mehrdeu- tigkeit von gr. aitiatikös, das neben “ursächlich” auch ‘die Anklage betreffend’ bedeuten kann, zur Wahl des Übersetzungsäquivalents herange- zogen und 1. accusätivus mit einer Lehnbedeu- tung versehen.
E. Leser ZDW 15 (1914), 53.
Akne f. “Erkrankung der Talgdrüsen; (da- durch hervorgerufene) Pusteln, Mitesser’, fach- sprachl. Im 19. Jh. entlehnt aus gr. akm& "Höhe- punkt, Spitze’; so benannt wegen der kleinen Erhebungen auf der Haut. Das /n/ beruht wohl auf einer lautlichen Anpassung.
Akribie f. ‘Sorgfalt’, sondersprachl. Im Früh- neuhochdeutschen entlehnt aus gleichbedeu- tend kirchen-l. acribia, dieses aus gr. akribeia (dass.), einem Abstraktum zu gr. akribes "genau, sorgfältig’, ursprünglich ein Handwerkswort “festsitzend auf etwas’.
D. Kurz: Akribeia (Göppingen 1970).
Akrobat m. “Artist”. Im 19. Jh. entlehnt aus frz. acrobate m./f. "Seiltänzer’, dieses aus gr. akröbatos "jmd., der Kunststücke macht’, zu gr. akros 'spitz’ und gr. bainein (batös) “gehen”. Das Gehen auf Zehenspitzen wird im Griechi- schen in einer Pars-pro-toto-Übertragung zur Charakterisierung der Artisten herangezogen. Zunächst nur in der Bedeutung 'Seiltänzer’, dann Bedeutungserweiterung auf alle Artisten mit besonderer körperlicher Geschicklichkeit. Etymologisch verwandt: s. Ahorn und Basis.
Akronym n. “Wort aus Anfangsbuchstaben anderer Wörter’, fachsprachl. Neubildung zu gr. äkros m. (wörtlich: ‘das Äußerste’) aus gr. ükros ‘spitz’ in der Bedeutung “Anfang” und einer Variante von gr. önoma “Name.
Etymologisch verwandt: s. Ahorn und Name.
Akt ın. Im 16. Jh. entlehnt aus]. äctus "Hand- lung’ (zu I. agere [äctum] “treiben, handeln’). Hieraus verschiedene, teils schon im Lateini- schen vorgebildete, Bedeutungsausweitungen. Als Terminus der Malerei des 18. Jh. bezeichnet das Wort die Stellung des menschlichen Kör- pers, dann durch Bedeutungsverengung (Eu- phemismus?) das Bild eines nackten Körpers. Etymologisch verwandt: 5. Agenda. — W. Feldmann ZDW 8 (1906/07), 51; G. Schoppe ZDW 15 (1914), 175£.; K.-H. Weinmann DWEB 2 (1963), 386.
Akustik
Akte f., selten Akt m. (gewöhnlich Pl. Akten) “Schriftstück, Schriftverkehr’. Zunächst in lateı- nischer Form entlehnt aus äcta (PI.) "das Ver- handelte’ (zu l. agere [actum] "treiben, handeln, verhandeln’). Im 16. Jh. eingedeutscht, doch bleibt die Formel ad äcta "zu den Akten’ bis heute.
Etymologisch verwandt: s. Agenda. — Ganz (1957), 31f.
Aktie f. “Wertpapier”. Im 15. Jh. entlehnt aus nndl. actie "Anrecht’, aus |. actio (-Onis) “‘klagbarer Anspruch; Handlung (u. a.)’, einem Abstraktum zu |. agere (actum) "handeln, tun’. Die Bedeutungsentwicklung vollzieht sich über “Dividendenanspruch’ hin zu “Urkunde, die die- sen Anspruch bescheinigt‘.
Morphologisch zugehörig: Aktionär; etymologisch ver- wandt: s. Agenda. — W. Feldmann ZDW 8 (1906/07), 50f.; Schirmer (1911), 9.
Aktion f. "Handlung, Maßnahme’. Im Früh- neuhochdeutschen ‚entlehnt aus gleichbedeu- tend 1. äctio (-Onis), einem Abstraktum zu |. agere (äctum) "handeln, tun’.
Etymologisch verwandt: s. Agenda. — W. Feldmann ZDW 8 (1906/07), 51.
aktiv Adj. ‘tätig, tatkräftig‘. Im 17. Jh. ent- lehnt aus gleichbedeutend I. activus, zu l. agere (äctum) "handeln, tun’.
Morphologisch zugehörig: Aktiv “Diathese des Han-
delns’, Aktiva, aktivieren, Aktivität, etymologisch ver-
wandt: s. Agenda. — W.J. Jones SN 51 (1979), 248. aktivieren swV., s. aktiv.
aktualisieren swV., s. aktuell.
aktuell Adj. 'neu, zeitgmäß, modisch’. Im 18. Jh. entlehnt aus frz. actuel "wirklich, für die Gegenwart wichtig’, dieses aus spl. äctualis (dass.), zu l. agere (äctum) “handeln, tun’. Die Bedeutungsentwicklung verläuft von 'wirklich’ über "gegenwärtig wirklich’ hin zu "zum gegen- wärtigen Zeitpunkt wesentlich’, wobei das Zei- tungswesen des-19. Jhs. eine wichtige Rollc spielte (Tatsachenberichte von soeben Gesche- henem).
Morphologisch zugehörig: Aktualität, aktualisieren; etymologisch verwandt: s. Agenda.
Akupunktur f. "Heilbehandlung mit Nadelsti-
chen’, fachsprachl. Neubildung aus 1. acaz “mit einer Nadel’ (zu 1. acus "Nadel’) und 1. pünctura “Stich”, einer Ableitung von |. pungere (pünc- tum) "stechen’. Das Wort beschreibt zunächst die Technik der Heilbehandlung eines anderen (chinesischen) Kulturkreises. Morphologisch zugehörig: Akupunkteur, punktieren; Akupressur; etymologisch verwandt: bunt, Fichte, In- terpunktion, Kontrapunkt, kunterbunt, Pointe (usw.), Punkt, pünktlich, Punze, Pygmäe, Spund.
Akustik f. “(Lehre vom) Schall’, fachsprachl. Im 18. Jh. entlehnt aus gleichbedeutend gr.
Akut
akoustik& (techne), einer Ableitung von gr. akottein hören’ (aus *akous- mit dem to- Parti- zip *akousto-).
Zum Etymon s. hören.
Akut on. (= ein diakritisches Zeichen), fach- sprachl. Ursprünglich Zeichen für steigende (spitze) Stimme, deshalb zu akut (s. d.).
akut Adj. ‘heftig’. Im 19. Jh. entlehnt aus gleichbedeutend 1. acütus (eigentlich: “spitz, scharf”), zu I. acuere “schärfen, spitzen’. Bereits im Lateinischen als Attribut plötzlich auftreten- der, heftiger Krankheiten verwendet, wohl als Lehnbedeutung zu gr. oxys. Etymologisch verwandt: s. Ahorn, Akut.
Akzent m. “Betonung(szeichen)’. Im 16. Jh. entlehnt aus gleichbedeutend 1. accentus, einer Ableitung von 1. accinere "dazu klingen, dazu singen’, zu l. canere (cantum) ‘singen, klingen’ (s. auch ad-); I. accentus ist eine Lehnbildung zu gr. prosödiä, einem Abstraktum zu gr. prös "hin, zu’ und gr. ödö Lied’, wörtlich also ‘hinzu- gefügte Melodie’. Das Benennungsmotiv be- zieht sich auf den ursprünglich musikalischen Akzent, der auf Tonhöhenunterscheidungen be- ruht (im Gegensatz zum dynamischen Akzent in anderen Sprachen wie etwa dem Deutschen). Die Bedeutung 'charakteristische Aussprache’ entsteht demgegenüber ohne griechisches Vor- bild.
Morphologisch zugehörig: akzentuieren; etymologisch verwandt: s. Chanson. Vgl. Prosodie. — W. Feldmann ZDW 8 (1906/07), 50; E. Leser ZDW 15 (1914), 36.
akzeptieren sıvV. "annehmen, billigen’. Im 15. Jh. entlehnt aus gleichbedeutend 1. acceptäre, einem Intensivum zu |. accipere ‘annehmen’, zu l. capere (captum) nehmen’ (s. auch ad-). Morphologisch zugehörig: akzeptabel; etymologisch verwandt: Apergu, capito, catchen, Disziplin (usw.), emanzipieren (usw.), Kapazität, kapieren, Kapsch, Kasse, Kescher, Kontrazeption, konzipieren (usw.), ok- kupieren (usw.), Partizip (usw.), Perzeption, Prinz (usw.), Prinzip (usw.), Rezept (usw.); zum Etymon s. heben. — Zu akzebtabel: Jones (1976), 78.
Akzidenz n. "etwas Zufälliges, nicht zum We- sen Gehörendes’, fachsprachl. Entlehnt aus gleichbedeutend |. accidentia, einer Ableitung von 1. accidere "an etwas hinfallen, eintreten’, zu l. cadere ‘fallen’ (s. auch ad-). Die Bedeutung “Druckerzeugnis, das nicht zum Buch- bzw. Zeitschriftendruck gehört’ entsteht aus der ur- sprünglichen Bedeutung ‘gelegentliche Druck- arbeit”.
Morphologisch zugehörig: Akzidens, akzidentell, akzi- dentiell; etymologisch verwandt: s. Chance.
Akzise f. “Verbrauchs-, Verkehrssteuer; Ort, an dem sie entgegengenommen wird’, arch. Im 16. Jh. entlehnt aus gleichbedeutend frz. accise, dieses aus ml. accisia, assis(i)a (dass.), zu ml.
17
Alant
assisum, accisum n. (wörtlich: “"Eingekerbtes’), dem substantivierten PPP. von 1. accidere “an- schneiden, anhauen’, zu I. caedere “hauen, sto- Ben, aufschneiden’ (s. auch ad-). So bezeichnet nach der Art, die bezahlte Steuer zu quittieren. Dies erfolgte durch Einkerbung in einen Stock, der dann zweigeteilt wurde, wobei eine Hälfte dem Steucerpflichtigen, die andere Hälfte dem Steuereinnehmer übergeben wurde.
Morphologisch zugehörig: Aceiser; etymologisch ver- wandt: s. Zäsur. — Schirmer (1911), 10.
-al Suffix. Dient der Bildung von Adjcktiven, wobei eine Ähnlichkeitsbeziehung bzw. Art (z. B. pastoral „wie ein Pastor” oder genial „ın der Art eines Genies”) oder eine Zugehörigkeit (z.B. kolonial „zu den Kolonicn gehörig, die Kolonien betreffend”) ausgedrückt wird. Es wird in lateinischen Wörtern ins Deutsche über- nommen und geht auf funktional entsprechen- des 1. -älis zurück. Aus Substantivierungen sol- cher lateinischen Adjektive stammen einige Fremdwörter im Deutschen, deren Wortaus- gang -al man synchronisch allerdings nicht als Suffix einordnen würde (z. B. General — 1. gene- rälis "allgemein’, Moral — 1. möralis 'sittlich’).
al- Präfix, s. ad-.
alaaf /nterj., rhein. Hochruf in Köln (z. B. im Karneval: Kölle alaaf). Schon im 18. Jh. mit umgekehrter Stellung bezeugt als allaff Collen;